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Förderpreis der Zahnärztekammer Sachsen-Anhalt vergeben

Diese Faktoren beeinflussen das Überleben postendodontischer Stiftversorgungen

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Zahnmedizin
Eine Untersuchung zum Langzeiterfolg postendodontischer Stiftversorgungen in deutschen Zahnarztpraxen hat den mit 2.500 Euro dotierten Förderpreis 2025 der Zahnärztekammer Sachsen-Anhalt erhalten.

Über einen Zeitraum von bis zu 20 Jahren untersuchte die Arbeitsgruppe um Dr. Enno Kramer von der Klinik für Zahnerhaltung, Präventiv- und Kinderzahnmedizin an der Medizinischen Fakultät der Universität Bern das Überleben endodontisch behandelter Zähne, die mit Stiften restauriert wurden (ETT+P), und suchte nach Faktoren, die ihre Langlebigkeit beeinflussten.

Ein großer Teil der Restaurationen blieb frei von Mängeln

Insgesamt wurden 195 ETT+P von acht zahnärztlichen Allgemeinpraktikern behandelt, wobei jeder bis zu 27 Restaurationen anfertigte. Die Materialien und Stiftgrößen waren nicht festgelegt, und es wurden nur Schneidezähne, Eckzähne und Prämolaren einbezogen.

Die Forschenden fanden unter anderem heraus, dass über einen mittleren (95 Prozent Konfidenzintervall) Nachbeobachtungszeitraum von 112 (97 bis 127) Monaten und maximal 20 Jahren 115 ETT+P den Erfolg (geschätzte Erfolgszeit: 145 (131 bis 161) Monate) erreichten und 145 ETT+P (geschätzte Überlebenszeit: 179 (165 bis 193) Monate) überlebten.

Rezementieren erhöht das Ausfallrisiko signifikant

„Die jährlichen Ausfallraten (AFR) für Erfolg und Überleben betrugen 5,4 Prozent beziehungsweise 3,2 Prozent. Das Rezementieren alter (Teleskop-)Kronen verringerte sowohl die Erfolgs- (p<0,002) als auch die Überlebenszeiten (p<0,002) signifikant, was zu AFRs von 3,3 Prozent beziehungsweise 2,2 Prozent führte, wenn die Restaurationen von der AFR-Analyse ausgeschlossen wurden“, heißt es in den Studienergebnissen. Zusätzlich wiesen Restaurationen mit zwei proximalen Kontakten eine um den Faktor 3,3 geringere Ausfallrate auf als solche ohne proximale Kontakte (p=0,032).

Patientinnen und Patienten in die Behandlungsplanung einbeziehen

Das Team um Enno Kramer konnte auf dieser Datenbasis bestätigen, dass ETT+P, die in zahnärztlichen Allgemeinpraxen angefertigt wurden, hohe Erfolgs- und Überlebensraten aufweisen. Dass das Rezementieren alter (Teleskop-)Kronen die Ausfallrisiken erhöht, unterstreicht aus Sicht der Forschenden die Notwendigkeit, „dieses Vorgehen sorgfältig zusammen mit dem Patienten während der Behandlungsplanung zu besprechen“.

Die Jury würdigte den hohen Praxisbezug der wissenschaftlichen Untersuchung. „Die Studie aus Bern zeigt, wie gut deutsche Zahnarztpraxen bei endodontischen Versorgungen arbeiten“, sagt Hünecke. Insbesondere das Wissen um das deutlich erhöhte Ausfallrisiko beim Rezementieren alter Kronen sei für den Behandlungsalltag hilfreich, lobte er.

Bewerbungen für den Förderpreis 2026 sind schon möglich

Die ZÄK Sachsen-Anhalt hat den Förderpreis 2026 bereits ausgeschrieben. Vorschläge können bis Ende Juni 2026 eingereicht werden. Alle Infos dazu finden Interessierte auf der Website der Kammer.

R.J. Wierichs et al., 20 Jahre Langzeiterfolg postendodontischer Stiftversorgungen in deutschen Zahnarztpraxen: Eine praxisbasierte Studie, DRKS - Deutsches Register Klinischer Studien

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