Automatisierte Abrechnung und Kodierung stehen ganz oben auf der Wunschliste
Besonders deutlich wird der Nutzen laut Umfrage dort, wo Digitalisierung Abläufe vereinfacht und Zusammenarbeit erleichtert. Am häufigsten nennen die Ärzte die Kommunikation und den Datenaustausch mit anderen Leistungserbringern (37,3 Prozent), gefolgt von Dokumentation und Praxisverwaltung (36,4 Prozent).
Ein Potenzial für mehr Entbürokratisierung
Auch in der Kommunikation mit Patienten sehen viele Ärzte spürbare Verbesserungen (25,5 Prozent). Beim Terminmanagement und der Patientensteuerung berichtet mehr als ein Viertel von einer Verbesserung der Effizienz oder Servicequalität (28,8 Prozent). Selbst in der Diagnostik zeigen sich erste Effekte: Jeder zehnte Arzt nennt hier bereits Verbesserungen, etwa durch KI-gestützte Befunderhebung.
Noch stärker als die bisherigen Effekte ist aus Sicht der Ärztinnen und Ärzte das Potenzial für weitere Entlastung, insbesondere beim Abbau bürokratischer Aufgaben. An erster Stelle steht der Wunsch nach einer automatisierten Abrechnung und Kodierung, etwa durch EBM-/GOÄ-Vorschläge oder Plausibilitätsprüfungen. 45,2 Prozent der Ärzte sehen hier konkreten Bedarf. Fast ebenso viele wünschen sich Unterstützung durch KI-gestützte Dokumentation und Spracherkennung, zum Beispiel bei Arztbriefen, Befundberichten oder der Verlaufsdokumentation (44,0 Prozent).
„KI wird dort akzeptiert, wo sie Routineaufgaben übernimmt und Freiräume in Krankenhäusern und Arztpraxen schafft.“
Sascha Raddatz, Geschäftsführer des Bundesverbands Gesundheits-IT (bvitg)
„Digitale Anwendungen sind in der Versorgung angekommen – aber ihr Potenzial bleibt vielerorts noch ungenutzt“, sagt Sascha Raddatz, Geschäftsführer des Bundesverbands Gesundheits-IT (bvitg). Jetzt komme es darauf an, die Nutzung dieser Werkzeuge im Versorgungsalltag einfacher zu machen und Prozesse konsequent darauf auszurichten.
Ärzte erwarten aber auch mehr Initiative von sich selbst
Impulse für mehr Digitalisierung erwarten die Ärzte vor allem von Software- und IT-Anbietern: Fast 60 Prozent wünschen sich von ihnen praxistauglichere Lösungen und mehr Einsatz für Interoperabilität. Auch Berufs- und Fachverbände, Fachgesellschaften und Krankenversicherungen sollten sich aus Sicht der Ärzte stärker einbringen.
Fast ein Viertel von ihnen gibt an, dass sich auch der eigene Berufsstand stärker einbringen sollte – etwa durch größere Offenheit gegenüber digitalen Lösungen sowie durch die Beteiligung an Pilotprojekten und Evaluationen.
An der Befragung im 1. Quartal 2026 nahmen 957 Ärzte teil.



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