Bildgebungsroboter Loop-X steigert in Halle die Präzision
Loop-X kann während der Operation dreidimensionale Schnittbilder anfertigen, Instrumente navigieren und unterstützt die Planung.
„Insbesondere Rekonstruktionen des Mittelgesichts oder die Entfernung von schwer zugänglichen Tumoren lassen sich mithilfe des neuen Systems optimierter planen und schonender durchführen“, sagt Dr. Felix Tilsen, Leitender Oberarzt und Stellvertretender Direktor der Universitätsklinik und Poliklinik für Mund-, Kiefer- und Plastische Gesichtschirurgie der Universitätsmedizin Halle.
Ein Bildgebungs-, Navigations- und Planungstool
Das System Loop-X ist eine Kombination aus Bildgebungs-, Navigations- und Planungstool. Während der Operation erstellt es hochauflösende zwei- oder dreidimensionale Bilder, mit denen die Chirurgen zum Beispiel Schrauben oder Implantate millimetergenau platzieren können. Das Operationsergebnis lässt sich noch im Operationssaal prüfen und bei Bedarf sofort korrigieren.
Eine erneute OP ist dann nicht notwendig. Außerdem entfallen spätere Untersuchungen, da diese bereits während der Operation durchgeführt werden können. Ein weiterer Vorteil: Das Gerät kann die betreffende Körperpartie exakt anfahren, so dass die Patienten weniger Strahlenbelastung ausgesetzt sind.
Präzisere Informationen über die Anatomie des Patienten
„Die intraoperative Bildgebung ist nicht neu, aber im Vergleich zu herkömmlichen Röntgenaufnahmen bietet das neue System eine viel bessere Übersicht und präzisere Informationen über die Anatomie des Patienten. Außerdem lassen sich auch präoperative MRT-Aufnahmen einlesen und mit den intraoperativen Bildern fusionieren“, erklärt Tilsen.
Geplant wird mit Virtual-Reality-Brillen
Auch in der Planungsphase vor der Operation wird das System eingesetzt. Für die exakte Planung des operativen Zugangsweges nutzen die Behandler zusätzlich Virtual-Reality-Brillen, um gemeinsam eine optimale Operationsstrategie festzulegen. Diese Daten können in die Navigationssoftware übertragen und später während der OP abgerufen werden.
Gerade für Tumoren im Bereich der Schädelbasis stellt dieses Verfahren eine Steigerung der Präzision dar. Das Vorgehen spart Zeit und schont sowohl die Patienten als auch das OP-Team. Auch für die Assistenzärzte und Studierenden ergibt sich in den virtuell unterstützten Planungskonferenzen und im OP-Saal durch die Visualisierungsmöglichkeiten ein hoher Lerneffekt.
„Mit dem neuen Bildgebungssystem optimieren wir unseren Workflow bei komplexen Eingriffen, verbessern die Patientensicherheit und setzen einen wichtigen Impuls für die Weiterentwicklung der Mund-, Kiefer- und Plastischen Gesichtschirurgie in Mitteldeutschland“, sagt Univ.-Prof. Dr. Dr. Frank Tavassol, Direktor der Universitätsklinik und Poliklinik für Mund-, Kiefer- und Plastische Gesichtschirurgie der Universitätsmedizin Halle.


169
169

