Studie aus Schweden

Bruxismus könnte Implantate gefährden

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Zahnmedizin
Eine Meta-Analyse zeigt, dass Bruxismus mit einem höheren Implantatversagen einhergehen könnte.

Eine aktuelle Meta-Analyse zeigt, dass bei Bruxern häufiger Misserfolge bei Implantationen auftreten als bei Nicht-Bruxern. Insgesamt 27 Studien (2003 bis 2022) wurden in die Übersichtsarbeit einbezogen, die Daten zu insgesamt 2.105 Implantaten bei Bruxern umfasst. Die Vergleichsgruppe der Nicht-Bruxer beläuft sich auf eine Gesamtheit von 10.264 Implantaten.

Ein Implantat galt in der Meta-Analyse als gescheitert, wenn es entfernt werden musste. Dies kann „entweder im Frühstadium (wenn der Wirt nicht in der Lage ist, die Osseointegration in den frühen Stadien der Einheilung zu etablieren oder zu fördern) oder im Spätstadium (wenn entweder die etablierte Osseointegration oder die Funktion von Zahnimplantaten versagt) auftreten“ [Häggman-Henrikson et al., 2023]. Bruxismus wurde in dieser Studie in „möglich“ (Selbstbericht), „wahrscheinlich“ (klinische Untersuchung mit oder ohne Selbstbericht) sowie „definitiv“ (positive instrumentelle Bewertung) unterteilt. Bei allen einbezogenen Arbeiten lag nach dieser Definition ein wahrscheinlicher Bruxismus vor. Die mittlere Nachbeobachtungszeit ± Standardabweichung gaben Häggman-Henrikson und seine Kollegen mit 55,8 ± 40,7 (8,3-154,8) Monaten für 23 Studien an, während bei vier Studien diese Informationen fehlten [2023]. In 11 Studien wurden die Implantate sofort prothetisch versorgt, fünf Studien berichteten über eine frühe Belastung und 12 über eine verzögerte.

Doppelt so hohes Risiko für Implantatversagen

In der Bruxer-Gruppe wurde ein Versagen bei 138 Implantationen dokumentiert, während in der Nicht-Bruxer-Gruppe in 352 Fällen ein Misserfolg dokumentiert wurde. Das Risiko eines Implantatversagens war in der Gruppe der Bruxer um das rund 2,2-fache erhöht. Die Autoren halten es für möglich, dass bei Bruxern bereits die Einheilung des Implantats durch unkontrollierte Kräfte zu „Mikrobewegungen oberhalb der kritischen Grenze führen, die eine faserige Verkapselung des Implantats zur Folge haben und dadurch die Osseointegration beeinträchtigen.“ [Häggman-Henrikson et al., 2023]. Des Weiteren halten sie eine deutlich höhere Belastung der Implantate für wahrscheinlich, da diese aufgrund des fehlenden Parodonts nur über eingeschränkten propriozeptiven Rückkopplungsmechanismen verfügen.

De Autoren räumen allerdings ein, dass neben dem Bruxismus noch weitere Risikofaktoren vorlagen, die in der Analyse nicht berücksichtigt wurden. Dies sollte bei der Interpretation der Ergebnisse bedacht werden.

Häggman-Henrikson B, Ali D, Aljamal M, Chrcanovic BR. Bruxism and dental implants: A systematic review and meta-analysis. J Oral Rehabil. 2023 Aug 17. doi: 10.1111/joor.13567. Epub ahead of print. PMID: 37589382.

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