Das sind die Gestalter der Standespolitik von morgen!
Prof. Dr. Christoph Benz, wissenschaftlicher Leiter der AS Akademie, überreichte den Zahnärztinnen und Zahnärzten das Zertifikat „ManagerIn in Health Care Systems“. In seiner Begrüßungsrede hatte Benz zuvor die Leistungen der Studiengangsteilnehmer gewürdigt: Ihr Engagement sei bedeutsam für die Weiterentwicklung der Selbstverwaltung des Berufsstandes.
Dr. Gordan Sistig, Präsident der Zahnärztekammer Westfalen-Lippe, beglückwünschte die Absolventen im Namen der Trägerinstitutionen der AS Akademie. Die Zahnmedizin stehe aktuell im Wandel. „Digitalisierung, Fachkräftemangel, demografische Veränderungen, die politische und wirtschaftliche Lage Deutschlands und anstehende Entscheidungen im Gesundheitswesen fordern unseren Berufsstand extrem heraus“, sagte Sistig. In diesen Zeiten sei die AS Akademie „ein Symbol für Verantwortung, für Zukunft und für die Kraft unseres Berufsstandes“. Sistig lobte die AS Akademie auch als einen Ort, an dem die Generationen zusammenfinden: „Die Erfahrung der Älteren trifft auf die Ideen der Jüngeren. Freiberuflichkeit verbindet sich mit Innovation – das ist unsere Stärke“.
Zu den Trägerorganisationen der AS Akademie gehören elf Zahnärztekammern und acht Kassenzahnärztliche Vereinigungen. Seit dem 1. Januar 2026 gehört auch die Zahnärztekammer Nordrhein offiziell dazu.
Das sind die Themen der Abschlussarbeiten
Auch in diesem Studiengang beschäftigen sich die Abschlussarbeiten der Kursteilnehmer mit aktuellen, standespolitisch relevanten Themen. Gleich vier Arbeiten warfen einen Blick auf die Zahnmedizin im europäischen Ausland. Dabei ging es um die zahnmedizinische Versorgung in Großbritannien und in der Schweiz, einen Vergleich der Selbstverwaltungen im D-A-CH-Raum und die Frage, wie die Zahnmedizinstudiengänge in Deutschland und Österreich auf die Selbständigkeit vorbereiten.
Ein weiteres Thema war die Versorgungssicherheit in ländlichen Regionen: Eine Arbeit analysierte die Situation in Mecklenburg-Vorpommern und diskutierte mögliche Maßnahmen von Zahnärztekammer und KZV. Eine weitere Arbeit befasste sich mit den politischen Aktivitäten der Bundeszahnärztekammer zur Bundestagswahl 2025 und zog ein positives Fazit. Im Unterschied zu Koalitionsverträgen früherer Regierungskoalitionen enthält der Vertrag zwischen CDU und SPD dieses Mal ein klares Bekenntnis zur Rolle der Selbstverwaltungen: „Die Selbstverwaltung der Freien Berufe und die berufsständischen Versorgungswerke werden wir stärken.“
Das neue Machtgefüge im Zeitalter der Digitalisierung
Den Festvortrag mit dem Titel „Wer regiert heute?“ hielt PD Dr. Julia Schwanholz vom Institut für Politikwissenschaft der Universität Duisburg-Essen. Vor dem Hintergrund aktueller Entwicklungen analysierte sie das politische Machtgefüge im Zeitalter der Digitalisierung. „Neben den politisch legitimierten Akteuren gewinnen neue ‚Player‘ an Einfluss: Digitale Plattformen, Datenkonzerne, technische Infrastrukturbetreiber und Autokraten.“
Die Macht verlagere sich von demokratischen Institutionen zunehmend „hin zu nicht-legitimierten Orten“. Als Mittel gegen diese Entwicklung machte Schwanholz „einen Weg der Aufklärung und Befähigung zum eigenständigen Denken“ aus. Entsprechend ermutigte sie die Absolventinnen und Absolventen, „nicht nur neugierig zu bleiben, sondern sich gut zu informieren, eigenständig zu denken und sich politisch einzumischen“.
Rund 300 Absolventinnen und Absolventen in 25 Jahren
In diesem Jahr blickt die AS Akademie auf ein Vierteljahrhundert erfolgreicher standespolitischer Fortbildung zurück. In dieser Zeit haben knapp 300 Absolventinnen und Absolventen aus ganz Deutschland den Studiengang erfolgreich abgeschlossen. Viele von ihnen sind heute in wichtigen Positionen der berufsständischen Selbstverwaltung tätig und gestalten die Standespolitik aktiv mit.
Der nächste Studiengang startet am 26. Februar 2026 mit 24 neuen Teilnehmerinnen und Teilnehmern und endet im Dezember 2027. Die Veranstaltungen finden an zehn Wochenenden (Donnerstagnachmittag bis Samstagmittag) in Form von Seminarblöcken statt. Jeweils fünf Termine finden in Berlin und vor Ort bei den Landeskammern und KZVen der Trägerkörperschaften statt.



