Großes Kino für Zahnmedizin
Die Dental Berlin findet in diesem Jahr zum vierten Mal statt. Ein Novum ist der Tagungsort: Nach drei Ausgaben in der Classic Remise ist die Veranstaltung erstmals im historischen Kino- und Kulturort Colosseum in Prenzlauer Berg zu Gast.
Gestern beleuchteten Göpner-Fleige und Ermler die Rolle der Selbstverwaltung. Dabei stellten sie die Frage, wie sich die Zahnärzteschaft vor dem Hintergrund der wachsenden Belastungen für Praxen stärker in gesundheitspolitische Entscheidungen einbringen kann.
Göpner-Fleige verwies in einem Gedankenexperiment auf den "Schleier des Nichtwissens“ des US-Philosophen John Rawls: Wie würden wir das Gesundheitssystem gestalten, wenn wir nicht wüssten, welchen Platz wir selbst darin einnehmen? Aus dieser Perspektive lohne es sich auch anzuerkennen, dass Deutschland trotz bestehender Fehlentwicklungen und Reformbedarfe über eine sehr gute medizinische und zahnmedizinische Versorgung verfügt.
Moderne Zahnmedizin ist Teamarbeit
Gleichzeitig stehe der Berufsstand wirtschaftlich, regulatorisch, personell und emotional zunehmend unter Druck, insbesondere durch Bürokratie und zahlreiche Vorgaben, deren zusätzlicher Nutzen nicht immer erkennbar sei. Gesundheitspolitik dürfe deshalb nicht über die Köpfe derjenigen hinweg gemacht werden, die die Versorgung täglich organisieren und erbringen. Göpner-Fleige: „Die Expertise der Zahnärzteschaft muss frühzeitig in politische Entscheidungen einbezogen werden.“
Auch innerhalb des Berufsstandes brauche es Engagement, Beteiligung und eine starke geeinte Stimme, um die eigenen Interessen selbstbewusst zu vertreten. Bei allen berufspolitischen Herausforderungen dürfe natürlich der eigentliche Anlass der Dental Berlin nicht aus dem Blick geraten: Fortbildung, fachliche Expertise, Neugier und die Bereitschaft, sich stetig weiterzuentwickeln. „Moderne Zahnmedizin ist Teamarbeit – und Veränderungen lassen sich erreichen, wenn die Zahnärzteschaft gemeinsam und geschlossen handelt.“
Erfolge müssen sichtbar werden
Ermler entwarf das Bild vom „großen Kino Zahnmedizin“ und richtete den Blick auch auf die zentralen Themen des Berufsstands, wie die Bewältigung des Fachkräftemangels, die wirtschaftliche Zukunft der Praxen und die Verstetigung der zahnärztlichen Prävention. Die Zahnmedizin genieße großes Vertrauen. Auch die bundesweite Kampagne zum Fachkräftegewinnung und ZFA Bereich zeige große Wirkung.
Politisch müsse sich die Zahnärzteschaft frühzeitig einbringen und ihre Erfolge sichtbar machen. Mit Blick auf die GOZ appellierte Ermler an den Berufsstand, gemeinsam für die wirtschaftlichen Interessen und die Eigenständigkeit der Zahnmedizin einzutreten.





