Sie wurden erfolgreich abgemeldet!

Identifizierung schwer erkrankter Kinder

Hilft das Bauchgefühl der Eltern bei der Diagnose?

Studio Romantic-stock.adobe.com
ck
Medizin
  •  
Ist auf das Bauchgefühl der Eltern Verlass, wenn es in der Notaufnahme gilt, schwer erkrankte Kinder zu identifizieren? Dieser Frage ist ein finnisches Forschungsteam nachgegangen.

Die Studie des Universitäts- und Universitätsklinikums Oulu in Finnland umfasste 2.375 Patienten, davon waren 1.140 Mädchen, mit einem mittleren Alter von 5,4 Jahren in der Notfallabteilung für Kinder und Jugendliche des Universitätsklinikums Oulu.

Bei etwa jedem vierten Kind (567 Jungen und Mädchen) wurde eine schwere Erkrankung festgestellt, die eine Intensivbehandlung, eine Operation oder einen längeren Krankenhausaufenthalt erforderte. Schwere Krankheit wurde definiert als: Aufnahme auf der pädiatrischen Intensivstation, Krankenhausbehandlung von mehr als 24 Stunden, Bedarf an intravenösen oder nasogastrischen Flüssigkeiten, Bedarf an intravenösen Antibiotika für mehr als 24 Stunden, Sauerstoffsättigung weniger als 93 Prozent oder der Bedarf an inhalativen Medikamenten, anaphylaktischer Schock, Vergiftung, die eine Krankenhauseinweisung erfordert, oder chirurgische Eingriffe.

Die Eltern füllten vor der fachärztlichen Untersuchung einen umfangreichen Fragebogen mit 36 Fragen aus. Abgefragt wurden unter anderem der Grad der Besorgnis, der Einschätzung zur Schwere der Erkrankung und zur notwendigen Behandlungsintensität.

Moderate bis hohe Sorgen der Eltern zeigten die höchste Sensitivität hinsichtlich ihres Bauchgefühls (91,0 Prozent), aber die niedrigste Spezifität (17,5 Prozent – das heißt, dass sehr besorgte Eltern in mehr als 80 Prozent der Fälle bei nicht schwer erkrankten Kinder von einer schweren Erkrankung ausgingen. Zusätzliche Fragen oder detailliertere medizinische Informationen im Fragebogen hatten wenig Mehrwert. Eltern sorgen sich also genauso um die ihre Kinder, wenn keine schwere Krankheit vorliegt.

Die Sorge der Eltern ist ein Warnsignal

Die Sorge der Eltern sei dennoch ein Warnsignal, schreiben die Autoren: In 91 Prozent der Fälle weise sie auf eine plötzliche schwere Erkrankung des Kindes hin. Der Studie zufolge kann eine einfache Frage nach der Besorgnis daher dazu beitragen, die meisten Kinder mit einer plötzlichen und schweren Erkrankung schnell zu identifizieren – was eine frühzeitige klinische Versorgung ermöglicht.

„Die Intuition der Eltern hinsichtlich des Gesundheitszustands ihres Kindes ist ein wichtiger medizinischer Indikator“, betonen die Forschenden.

„Die Sorge der Eltern ist ein wichtiges Warnzeichen. Wenn ein Elternteil sich um den Zustand seines plötzlich erkrankten Kindes sorgt, muss das Kind die Möglichkeit haben, von einem Arzt untersucht zu werden. Ein besorgter Elternteil sollte nicht auf sich allein gestellt sein, um den Zustand seines Kindes aus der Ferne einzuschätzen“, bestätigt die Kinderärztin und Erstautorin Dr. Hilla Pöyry, PhD.

Pöyry H, Turunen J, Ritola E, et al. Parental Ability to Identify Severe Illnesses in Their Children. JAMA Netw Open. 2026;9(2):e2559998. doi:10.1001/jamanetworkopen.2025.59998

Melden Sie sich hier zum zm Online-Newsletter an

Die aktuellen Nachrichten direkt in Ihren Posteingang

zm Online-Newsletter


Sie interessieren sich für einen unserer anderen Newsletter?
Hier geht zu den Anmeldungen zm starter-Newsletter und zm Heft-Newsletter.

Zum Seitenanfang springen