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Gemeinschaftsprojekt der Zahnmedizin in Dresden und Zwickau

Intraoral-Sonde ermöglicht 3-D-Kariesdiagnostik ohne Röntgen

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Zahnmedizin
Mithilfe einer handgeführten Intraoral-Sonde sollen Zahnstrukturen künftig nichtinvasiv, tiefenaufgelöst und dreidimensional abgebildet werden. An ihrer Entwicklung arbeiten derzeit die Westsächsische Hochschule Zwickau und die Poliklinik für Zahnerhaltung der TU Dresden.

Ziel ist es, kariöse Läsionen – insbesondere in frühen Stadien oder verdeckter Lage – zuverlässiger zu erkennen als mit etablierten Routineverfahren. Zudem soll die Strahlenexposition möglichst gering gehalten werden.

3-D-Blick in die Zahnhartsubstanz

Die im Projekt „KARiSO-3D“ entwickelte Sonde basiert daher auf der optischen Kohärenztomografie (OCT), einem bildgebenden Verfahren, das mithilfe von nahinfrarotem Licht hochauflösende Schichtaufnahmen aus der Zahnhartsubstanz erzeugt. Aus den gewonnenen Daten werden volumetrische 3-D-Bilder rekonstruiert.

Ein Schwerpunkt des Projekts liegt auf der 3-D-Datenfusion: Messdaten sollen so aufeinander abgestimmt und zusammengeführt werden, dass Befunde vergleichbar dokumentiert und über Zeitpunkte hinweg reproduzierbar ausgewertet werden können. Dies könnte künftig die klinische Entscheidungsfindung unterstützen, etwa bei der Frage, ob eine Läsion noch nichtinvasiv kontrolliert oder minimalinvasiv behandelt werden sollte.

Das Projekt vereint ingenieurwissenschaftliche und zahnmedizinische Expertise

Nach Abschluss der technischen Entwicklung und experimentellen Validierung ist eine Pilotstudie mit Probanden geplant, in der erstmals systematisch Bilddatensätze kariöser Läsionen mit der neuen Sonde erhoben werden sollen. Diese Datengrundlage ist laut den Projektverantwortlichen entscheidend, um Bildmerkmale zuverlässig zu interpretieren, Auswerteverfahren zu vergleichen und die spätere klinische Anwendung vorzubereiten.

Das Projekt vereint ingenieurwissenschaftliche und zahnmedizinische Expertise: Während die Westsächsische Hochschule Zwickau die optische Systementwicklung sowie die Datenverarbeitung verantwortet, bringt die Poliklinik für Zahnerhaltung der TU Dresden unter Leitung von Prof. Christian Hannig, die klinische Perspektive ein.

„Das Projekt passt hervorragend zu den Forschungsschwerpunkten der Poliklinik für Zahnerhaltung“, erklärt Hannig. „Medizintechnik, Prävention und Oberflächeninteraktionen in der Mundhöhle an der Schnittstelle von Smart Technology und Life Sciences!“

Perspektivisch soll die neue Technologie nicht nur die minimalinvasive Zahnmedizin stärken, sondern auch neue Möglichkeiten in der Ausbildung durch objektive Visualisierung und Dokumentation von Befunden eröffnen.

Das Projekt „KARiSO-3D“ läuft von Oktober 2025 bis Dezember 2027 und wird im Rahmen des EFRE-Programms InfraProNet gefördert.

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