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Enzym als Schutzfaktor

Neue Hoffnung bei Kiefergelenksarthrose?

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Zahnmedizin
Kiefergelenksarthrose ist mit Knorpelabbau, Entzündungen und Schmerzen verbunden. Eine präklinische Studie aus Boston und Pittsburgh deutet darauf hin, dass das Enzym LOXL2 knorpelschützende Effekte haben könnte.

Die Forschenden identifizierten das Enzym LOXL2 in präklinischen Modellen als möglichen Schutzfaktor gegen entzündliche und degenerative Veränderungen bei Kiefergelenksarthrose.

Die Kiefergelenksarthrose ist eine degenerative Erkrankung des Kiefergelenks. Betroffen ist vor allem der Gelenkknorpel, insbesondere im Bereich des Kondylus. Die Erkrankung kann mit Schmerzen, Bewegungseinschränkungen, Entzündungszeichen und strukturellen Umbauprozessen einhergehen. Krankheitsmodifizierende Therapieoptionen stehen bislang kaum zur Verfügung.

Ein Forschungsteam der Boston University hat nun mit Kollegen aus Pittsburgh untersucht, welche Rolle das Enzym Lysyl Oxidase-like 2 (LOXL2) für die Knorpelgesundheit im Kiefergelenk spielt. Dazu nutzten die Wissenschaftler ein knorpelspezifisches Mausmodell, in dem das Loxl2-Gen ausgeschaltet war. Ergänzend untersuchten sie Kiefergelenkknorpel aus dem Ziegenmodell sowie Gewebeproben ex vivo.

Verlust von LOXL2 führt zu arthroseassoziierten Veränderungen

Die Ergebnisse sprechen dafür, dass ein Verlust von LOXL2 mit verstärkten arthroseassoziierten Veränderungen einhergeht. Im Knock-out-Modell stiegen unter anderem entzündungs- und matrixabbauende Faktoren an, während wichtige Bestandteile des Knorpelgewebes abnahmen. Gleichzeitig zeigten sich Hinweise auf eine gestörte Zellhomöostase und eine vermehrte Aktivierung entzündlicher Signalwege.

Im Mittelpunkt stand dabei der NF-κB-Signalweg, der bei entzündlichen Prozessen eine zentrale Rolle spielt. Den Daten zufolge wirkt LOXL2 diesem Signalweg entgegen. Dadurch könnten entzündliche Reaktionen abgeschwächt, Chondrozyten besser erhalten und degenerative Veränderungen verlangsamt werden.

Auch in weiteren Versuchen zeigte sich ein protektiver Effekt: Wurden Knorpelproben zusätzlich mit LOXL2 behandelt, gingen mehrere durch Interleukin-1β ausgelöste schädliche Veränderungen zurück. So nahm die Expression von Molekülen ab, die mit Knorpelabbau und Entzündung in Verbindung stehen, während knorpeltypische Matrixbestandteile teilweise wieder zunahmen.

Die Autoren sehen in LOXL2 deshalb einen möglichen Angriffspunkt für zukünftige Therapiestrategien bei Kiefergelenksarthrose. Noch handelt es sich allerdings um präklinische Daten. Ob sich der beobachtete Effekt auf den Menschen übertragen lässt und therapeutisch nutzen lässt, müssen weitere Studien zeigen.

Raut RD, Choudhury C, Ali F, et al. LOXL2 deletion triggers TMJ osteoarthritis, while overexpression protects it from NF-κB-induced chondrocyte apoptosis. Int J Oral Sci. 2026 Feb 4;18(1):8. doi: 10.1038/s41368-025-00409-0. PMID: 41633981; PMCID: PMC12868859.

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