Studie aus Brasilien

Jeder zweiter Musiker leidet unter einer CMD

von nl
ZahnmedizinFunktionslehre

Vor allem Profis sind betroffen

Für die Blasinstrumente wurde eine gepoolte Prävalenz von 52,8 ermittelt, für Streichinstrumente von 53,9. Obgleich die inkludierten Studien eine starke Heterogenität aufwiesen, gebe es Hinweise darauf, dass die tägliche Spieldauer Einfluss auf die Schwere der CMD nimmt, weshalb vor allem professionelle Musizierende betroffen sind.

Das Spiel erfordert oft eine asymmetrische Körperhaltung

Ursächlich für das Entstehen einer CMD ist meist ein Zusammenspiel aus vielen Faktoren. Die Autoren weisen hier unter anderem auf psychosoziale (Performance-Druck) und genetische Faktoren hin, stellen aber besonders die spielbezogenen, muskuloskelettalen Fehlbelastungen in den Fokus. Ein Instrument zu spielen bedeute oft, sich in eine unphysiologische und in Abhängigkeit des Instruments auch asymmetrische Körperhaltung zu begeben.

Das Spielen kann demnach multiple direkte und indirekte Mikrotraumata durch wiederholte Bewegungen auslösen. Pathophysiologisch gesehen sei die Muskulatur während des Spielens - in Abhängigkeit des Musikinstruments – ständig in einem hyperaktiven Zustand. Hinzu kämen möglicherweise fehlendes Aufwärmen sowie das Gewicht eines jeden Instruments.

Originalpublikation: Campos LGN, Pedrosa BH, Cavalcanti RVA, Stechman-Neto J, Gadotti IC, de Araujo CM, Taveira KVM. Prevalence of temporomandibular disorders in musicians: A systematic review and meta-analysis. J Oral Rehabil. 2021 May;48(5):632-642. doi: 10.1111/joor.13150. Epub 2021 Mar 7. PMID: 33474771.

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