Präventionsbericht des GKV-Spitzenverbandes

Kassen investieren 30 Prozent mehr in die Vorsorge

von pr
Politik
Nach den Einschränkungen durch Corona haben die Kassen 2021 wieder mehr Geld für Prävention ausgegeben. Die Investitionen betrugen 30 Prozent mehr als im Vorjahr, wie der aktuelle Präventionsbericht des GKV-Spitzenverbandes zeigt.

Mit insgesamt rund 538 Millionen Euro seien im Berichtsjahr 2021 demnach vielfältige Projekte in Lebenswelten, Maßnahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung (BGF) sowie individuelle Präventionskurse unterstützt worden.

Der Anstieg der Ausgaben habe bei etwa 30 Prozent mehr gegenüber dem Vorjahr gelegen, heißt es in dem Bericht. Hinzu kämen 16 Millionen Euro, mit denen die Pflegekassen Präventionsaktivitäten in stationären Pflegeeinrichtungen unterstützt hätten. Insgesamt seien durchschnittlich 7,34 Euro je Versicherten aufgewendet worden. Der Anstieg sei auf ein höheres Ausgabenvolumen in den beiden Bereichen Gesundheitsförderung und Prävention in Lebenswelten und BGF zurückzuführen.

Weniger Maßnahmen wegen Kita-und Schulschließungen

Durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie (wie etwa Kontaktbeschränkungen, Schließungen von Schulen und Kindertagesstätten) hatten die Kassen laut Bericht 2020 ein deutlicher Rückgang der Maßnahmen und Ausgaben der gesetzlichen Kassen für Gesundheitsförderung und Prävention zu verzeichnen. Den Angaben zufolge waren die Ausgaben 2020 auf 414 Millionen gefallen. Im Vorpandemiejahr 2019 seien es noch mehr als 630 Millionen Euro gewesen.

Für primärpräventive und gesundheitsförderliche Maßnahmen in Kindertagesstätten, Schulen und Kommunen hätten die Kassen 2021 insgesamt rund 147,5 Millionen Euro investiert, heißt es weiter. Dies entspreche einem Zuwachs von 44 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Erreicht worden seien damit etwa 5,96 Millionen  Menschen in über 40.000 Lebenswelten. Die meisten Aktivitäten seien nach Angaben des GKV-Spitzenverbandes in Kitas und Grundschulen umgesetzt worden, wobei die Krankenkassen hier zum Beispiel Bewegung und die Stärkung psychischer Ressourcen durch gezielte Maßnahmen gefördert hätten.

Schwerpunkt bei betrieblicher Gesundheitsförderung

Dem Präventionsbericht zufolge lagen die Ausgaben der Krankenkassen für betriebliche Gesundheitsförderung (BGF) 2021 bei insgesamt knapp 247 Millionen Euro. Selbst nach Abzug der Mittel in Höhe von 36,4 Millionen Euro, die für gemeinsame Maßnahmen der regionalen Koordinierungsstellen BGF in den Bundesländern zur Verfügung gestellt wurden, seien die Ausgaben im Vergleich zu 2020 um etwa 32 Prozent gestiegen. Mit BGF-Maßnahmen hätten rund 1,77 Millionen Beschäftigte in über 18.000 Betrieben angesprochen werden können. Gefördert worden seien etwa Trainings zur Weiterentwicklung einer gesundheitsgerechten Führungskultur oder die gesundheitsförderliche Arbeitsgestaltung.

Rückgang bei individuellen Kursangeboten

Hingegen seien die Ausgaben für individuelle Kursangebote, etwa im Bereich Bewegung und Stressbewältigung, um sechs Prozent leicht zurückgegangen, so der Bericht weiter. Die Krankenkassen hätten hierfür insgesamt rund 143,3 Millionen Euro aufgewendet und fast 800.000 Teilnahmen ihrer Versicherten gefördert. Trotz der Möglichkeit, seit Beginn der Corona-Pandemie im Jahr 2020 auch an online durchgeführten Kursen teilzunehmen, sei jedoch die Anzahl der Teilnahmen und damit auch die Ausgaben seit dem Berichtsjahr 2020 rückläufig gewesen.

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