Klare Forderungen an das BMG
In seiner Eröffnungsrede hob Dr. Dr. Frank Wohl, Präsident der Bayerischen Landeszahnärztekammer, die Bedeutung der Freiberuflichkeit für eine flächendeckende zahnmedizinische Versorgung hervor und rügte die Gesundheitspolitik der Bundesregierung. Er forderte weniger Bürokratie, mehr unternehmerische Freiheit und bessere Rahmenbedingungen für die Niederlassung junger Zahnärzte.
Scharfe Kritik übte er am ursprünglich geplanten Fachzahnarztvorbehalt für kieferorthopädische Behandlungen sowie am seit 1988 unveränderten GOZ-Punktwert. Zudem wandte er sich gegen investorengesteuerte Medizinische Versorgungszentren und appellierte an die Politik, Entscheidungen stärker an der Versorgungsrealität in den Praxen auszurichten.
Politik sollte sich an der Versorgungsrealität der Praxen ausrichten
Dr. Romy Ermler, Präsidentin der Bundeszahnärztekammer, forderte in ihrer Rede einen klaren Kurs der Gesundheitspolitik. Statt weiterer Zentralisierung, Kontrolle und Regulierung brauche es mehr Eigenverantwortung, Vertrauen und Freiheit für diejenigen, die die Versorgung leisten. Angesichts des finanziellen Handlungsdrucks warnte sie vor einer Sparpolitik nach dem Rasenmäherprinzip. Zudem forderte Ermler einen spürbaren Bürokratieabbau und die frühzeitige Beteiligung der Heilberufe an Reformvorhaben. Sie appellierte an die Zahnärzteschaft, bei zentralen Anliegen wie Freiberuflichkeit, Therapiefreiheit und Selbstverwaltung geschlossen aufzutreten.
Bayerns Gesundheitsministerin Judith Gerlach würdigte die Arbeit der Zahnärzteschaft, hob die Erfolge der zahnmedizinischen Prävention hervor und betonte die Bedeutung einer weiteren Stärkung der Vorsorge, insbesondere auch bei pflegebedürftigen Menschen. Mit dem bayerischen Masterplan Prävention und Initiativen wie dem Präventionszentrum Mundgesundheit am LMU Klinikum München wolle die Staatsregierung zusätzliche Impulse setzen.
Zugleich warnte Gerlach angesichts des demografischen Wandels und des Fachkräftemangels vor wachsenden Problemen in der zahnmedizinischen Versorgung, insbesondere im ländlichen Raum. Sie forderte einen spürbaren Bürokratieabbau sowie eine grundlegende Reform der Gebührenordnung für Zahnärzte. Mit Blick auf das GKV-Beitragsstabilisierungsgesetz begrüßte Gerlach den Wegfall des geplanten KFO-Fachzahnarztvorbehalts, kritisierte jedoch die engen Ausnahmen von den Sparvorgaben bei der Parodontitisbehandlung. Zudem bekräftigte sie die Unterstützung der bayerischen Staatsregierung für die zahnärztliche Selbstverwaltung.
Der Festredner Andreas Beivers, Professor für Volkswirtschaftslehre und Gesundheitsökonomie an der Hochschule Fresenius München sowie Leiter Wissenschaft der Rhön Stiftung, benannte in seinem Vortrag „Es klafft die Lücke – Wer baut die Brücke?“ die tiefgreifenden Herausforderungen, vor denen das deutsche Gesundheitswesen steht. Sein Fazit: Zukunft entsteht nicht durch Verwaltung des Mangels, sondern durch Mut zu Prioritäten, Kooperation und Veränderung.
Doktorandinnen-Battle beim Science Slam
Erlangen versus München versus Regensburg versus Würzburg – auf diese Formel lässt sich das Konzept des Science Slams herunterbrechen, der in diesem Jahr erstmals stattfindet. Unter dem Motto „Was ist in der Pipeline? Vier Doktorandinnen – vier Themen – eine Challenge“ treten die vier bayerischen zahnmedizinischen Universitäten gegeneinander an. Wer die erstmals beim Bayerischen Zahnärztetag vergebene Science-Slam-Trophäe gewinnt, entscheidet das Publikum per Applaus.


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