Mondpreise für PCR-Tests

Labormedziner weisen Vorwürfe zurück

von pr
Politik
Die Labormediziner wehren sich gegen den Vorwurf, in der Corona-Krise Mondpreise für die PCR-Tests kassiert zu haben. "Mit Erstaunen" reagierten sie auf die Veröffentlichungen großer Zeitungen und Sender.

Ein Recherchekollektiv von NDR, WDR undSüddeutscher Zeitung hatte Anfang der Woche aufgedeckt, dass die Labore Anfang der Pandemie stark überhöhte Preise für PCR-Tests gefordert und erhalten hatten. Über 6 Milliarden Euro Steuer- und Versichertengelder flossen demnach in die Durchführung dieser Tests, obwohl sie zu einem Bruchteil dieser Summe machbar gewesen wären. Nun hat der Verband der Akkreditierten Labore in der Medizin e.V. (ALM) auf die Vorwürfe reagiert.

Der Einsatz für eine bestmögliche Versorgung werde isoliert dargestellt

I der Stellungnahme des ALM heißt es. Im Bericht werde der Einsatz des ALM für eine bestmögliche Versorgung der Bevölkerung mit SARS-CoV-2-PCR in der Pandemie isoliert von inhaltlich gleichen Positionierungen anderer ärztlicher Organisationen dargestellt, verkürzt und aus dem Zusammenhang gerissen. Ausdrücklich wehren sie sich gegen die gegen sie gemachten Vorwürfe.

Der Vorwurf einer bewussten Kommunikation zu vermeintlich überhöhten PCR-Kosten gegenüber dem Bundesgesundheitsministerium sowie Gremien der Selbstverwaltung sei falsch, betont der Lobby-Verband in seinem "Faktencheck".

Eine einseitige Betrachtung stelle den Sachverhalt einseitig dar

Eine sachgerechte Berechnung der Kosten müsse alle für eine PCR-Untersuchung notwendigen Produkte und Ressourcen berücksichtigen. Zudem müssten die in den Laboren eingesetzten Produkte unterschiedlicher Hersteller berücksichtigt werden. Eine einseitige Betrachtung von besonders niedrigen Kosten einzelner willkürlich abgefragter Hersteller stelle den Sachverhalt einseitig und eingeengt dar.

So hatten NDR, WDR und Süddeutscher Zeitung in ihrem über 1.000 Seiten starken Bericht Angaben des in Berlin ansässigen Unternehmens TIB Molbiol angeführt, das bereits im Januar 2020 einen PCR-Test auf den Markt gebracht und an Labore verkauft hatte.

Der Lobbyverband hält dagegen: „Die Vergütung der SARS-CoV-2-PCR im Rahmen der Testverordnung des Bundes wurde erstmalig mit der Coronavirus-Testverordnung vom 8. Juni 2020 festgelegt. Sie war bereits zu diesem Zeitpunkt niedriger als die damalige Kostenerstattung im EBM.“

50,50 Pauschale plus EBM Versus vier Euro

Das PCR-Test-Honorar in der Testverordnung sei - im Unterschied zum EBM - in Höhe von 50,50 Euro pauschaliert worden. Die weiteren Kostenbestandteile der Tests, insbesondere aus ärztlicher Leistung und Transport/Logistik, würden im EBM zusätzlich separat vergütet. Die Durchführung der PCR-Tests habe zudem die Übermittlung des Untersuchungsergebnisses an das Robert-Koch-Institut (RKI) zur Weiterleitung an die Corona-Warn-App sowie bei positivem Testergebnis die elektronische Meldung beinhaltet. „Die mit der Umsetzung dieser Verpflichtungen verbundenen Investitions- sowie laufenden Betriebskosten wurden zu keinem Zeitpunkt zusätzlich refinanziert“, meint der ALM.

„Es ist zudem festzuhalten, dass die im Artikel genannten Hersteller nur Teillösungen für die PCR-Testung im kleinen und mittleren Mengenumfang anboten. Diese Systeme waren nicht geeignet, die in Deutschland damals politisch geforderte und weitgehend benötigte PCR-Testmenge zeitgerecht bearbeiten zu können.“

Für eine seriöse Vollkostenanalyse reiche es nicht aus, die Preise einzelner Komponenten zu berücksichtigen – vielmehr müssten sämtliche anfallenden Kosten mit einbezogen werden. Dazu zählen laut ALM die Kosten für Reagenzien, Gerätesysteme, gesetzlich vorgeschriebene Qualitätssicherung, Arbeitsschutzmaßnahmen mit Spezialwerkbänken, Personalkosten, Datenmanagement und Abfallentsorgung, erklärt der Verband.

Ein direkter Draht ins BMG

Das Rechercheteam von NDR, WDR und Süddeutscher Zeitung hatte hauptsächlich die Lobby der Labormediziner für die hohen PCR-Test-Preise in Deutschland verantwortlich gemacht. So sei vor allem der ALM mit Formulierungshilfen im Bundesgesundheitsministerium durchgedrungen, der Verband habe sich mehrfach gegen eine Absenkung der PCR-Preise eingesetzt.

Er habe gegenüber dem Bundesgesundheitsministerium sowie den Gremien der Selbstverwaltung seine Kostenkalkulation "stets transparent" dargestellt, widerspricht der ALM. Die entsprechenden Unterlagen lägen den verantwortlichen Institutionen vor. Die Auffassung des Verbandes zur Kostenstruktur seien von weiteren Fachorganisationen, wie der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, dem Berufsverband der Ärztinnen und Ärzte für Mikrobiologie (BÄMI e.V.), den Fachgesellschaften sowie dem Berufsverband Deutscher Laborärzte e.V. (BDL), geteilt worden.

Gerade diese Verbände und ihre Funktionäre werden in den Veröffentlichungen aber ebenfalls beschuldigt, dass sie wider besseren Wissens stark überhöhte Preise für die PCR-Tests angesetzt haben und somit von der Notsitutation als "Krisengewinnler" profitiert haben.

Die Labormediziner wehren sich gegen den Vorwurf, in der Corona-Krise Mondpreise für die PCR-Tests kassiert zu haben. "Mit Erstaunen" reagierten sie auf die Veröffentlichungen großer Zeitungen und Sender.

Ein Recherchekollektiv von NDR, WDR undSüddeutscher Zeitung hatte Anfang der Woche aufgedeckt, dass die Labore Anfang der Pandemie stark überhöhte Preise für PCR-Tests gefordert und erhalten hatten. Über 6 Milliarden Euro Steuer- und Versichertengelder flossen demnach in die Durchführung dieser Tests, obwohl sie zu einem Bruchteil dieser Summe machbar gewesen wären. Nun hat der Verband der Akkreditierten Labore in der Medizin e.V. (ALM) auf die Vorwürfe reagiert.

Der Einsatz für eine bestmögliche Versorgung werde isoliert dargestellt

I der Stellungnahme des ALM heißt es. Im Bericht werde der Einsatz des ALM für eine bestmögliche Versorgung der Bevölkerung mit SARS-CoV-2-PCR in der Pandemie isoliert von inhaltlich gleichen Positionierungen anderer ärztlicher Organisationen dargestellt, verkürzt und aus dem Zusammenhang gerissen. Ausdrücklich wehren sie sich gegen die gegen sie gemachten Vorwürfe.

Der Vorwurf einer bewussten Kommunikation zu vermeintlich überhöhten PCR-Kosten gegenüber dem Bundesgesundheitsministerium sowie Gremien der Selbstverwaltung sei falsch, betont der Lobby-Verband in seinem "Faktencheck".

Eine einseitige Betrachtung stelle den Sachverhalt einseitig dar

Eine sachgerechte Berechnung der Kosten müsse alle für eine PCR-Untersuchung notwendigen Produkte und Ressourcen berücksichtigen. Zudem müssten die in den Laboren eingesetzten Produkte unterschiedlicher Hersteller berücksichtigt werden. Eine einseitige Betrachtung von besonders niedrigen Kosten einzelner willkürlich abgefragter Hersteller stelle den Sachverhalt einseitig und eingeengt dar.

So hatten NDR, WDR und Süddeutscher Zeitung in ihrem über 1.000 Seiten starken Bericht Angaben des in Berlin ansässigen Unternehmens TIB Molbiol angeführt, das bereits im Januar 2020 einen PCR-Test auf den Markt gebracht und an Labore verkauft hatte.

Der Lobbyverband hält dagegen: „Die Vergütung der SARS-CoV-2-PCR im Rahmen der Testverordnung des Bundes wurde erstmalig mit der Coronavirus-Testverordnung vom 8. Juni 2020 festgelegt. Sie war bereits zu diesem Zeitpunkt niedriger als die damalige Kostenerstattung im EBM.“

50,50 Pauschale plus EBM Versus vier Euro

Das PCR-Test-Honorar in der Testverordnung sei - im Unterschied zum EBM - in Höhe von 50,50 Euro pauschaliert worden. Die weiteren Kostenbestandteile der Tests, insbesondere aus ärztlicher Leistung und Transport/Logistik, würden im EBM zusätzlich separat vergütet. Die Durchführung der PCR-Tests habe zudem die Übermittlung des Untersuchungsergebnisses an das Robert-Koch-Institut (RKI) zur Weiterleitung an die Corona-Warn-App sowie bei positivem Testergebnis die elektronische Meldung beinhaltet. „Die mit der Umsetzung dieser Verpflichtungen verbundenen Investitions- sowie laufenden Betriebskosten wurden zu keinem Zeitpunkt zusätzlich refinanziert“, meint der ALM.

„Es ist zudem festzuhalten, dass die im Artikel genannten Hersteller nur Teillösungen für die PCR-Testung im kleinen und mittleren Mengenumfang anboten. Diese Systeme waren nicht geeignet, die in Deutschland damals politisch geforderte und weitgehend benötigte PCR-Testmenge zeitgerecht bearbeiten zu können.“

Für eine seriöse Vollkostenanalyse reiche es nicht aus, die Preise einzelner Komponenten zu berücksichtigen – vielmehr müssten sämtliche anfallenden Kosten mit einbezogen werden. Dazu zählen laut ALM die Kosten für Reagenzien, Gerätesysteme, gesetzlich vorgeschriebene Qualitätssicherung, Arbeitsschutzmaßnahmen mit Spezialwerkbänken, Personalkosten, Datenmanagement und Abfallentsorgung, erklärt der Verband.

Ein direkter Draht ins BMG

Das Rechercheteam von NDR, WDR und Süddeutscher Zeitung hatte hauptsächlich die Lobby der Labormediziner für die hohen PCR-Test-Preise in Deutschland verantwortlich gemacht. So sei vor allem der ALM mit Formulierungshilfen im Bundesgesundheitsministerium durchgedrungen, der Verband habe sich mehrfach gegen eine Absenkung der PCR-Preise eingesetzt.

Er habe gegenüber dem Bundesgesundheitsministerium sowie den Gremien der Selbstverwaltung seine Kostenkalkulation "stets transparent" dargestellt, widerspricht der ALM. Die entsprechenden Unterlagen lägen den verantwortlichen Institutionen vor. Die Auffassung des Verbandes zur Kostenstruktur seien von weiteren Fachorganisationen, wie der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, dem Berufsverband der Ärztinnen und Ärzte für Mikrobiologie (BÄMI e.V.), den Fachgesellschaften sowie dem Berufsverband Deutscher Laborärzte e.V. (BDL), geteilt worden.

Gerade diese Verbände und ihre Funktionäre werden in den Veröffentlichungen aber ebenfalls beschuldigt, dass sie wider besseren Wissens stark überhöhte Preise für die PCR-Tests angesetzt haben und somit von der Notsitutation als "Krisengewinnler" profitiert haben.

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