Deutliche Mehrheit hält Zuckersteuer für sinnvoll
Das Meinungsforschungsinstitut Civey hat vom 23. bis 25. Februar online rund 5.000 Bundesbürgerinnen und Bundesbürger ab 18 Jahren befragt, was sie von einer Steuer auf stark zuckerhaltige Getränke halten, deren Höhe mit dem Zuckergehalt des Getränks steigt. Das Ergebnis: 60 Prozent der Befragten bewerten eine solche Steuer positiv. 33 Prozent lehnen den Vorstoß demnach ab, sieben Prozent können sich nicht entscheiden.
Vor allem ältere Menschen sind für eine Zuckersteuer
Die Zustimmung für eine Zuckersteuer ist laut Umfrage bei den über 65-Jährigen am höchsten mit 66 Prozent. Jüngere im Alter von 18 bis 29 Jahren sind dagegen zurückhaltender. In dieser Altersgruppe finden nur 47 Prozent die Idee gut, 43 Prozent lehnen eine Abgabe auf stark gezuckerte Getränke ab.
Unterschiedlich fallen die Bewertungen aus, wenn man sich die Anhängerinnen und Anhänger der Parteien anschaut. So sind 94 Prozent der Grünen-, 81 Prozent der Linken- und 80 Prozent der SPD-Wähler für eine Zuckersteuer.
Auch unter den Anhängern von CDU und CSU liegt die Zustimmung mit 64 Prozent über dem Durchschnitt. Mehrheitlich negativ fällt das Votum potenzieller AfD-Wähler aus: Von ihnen lehnen 65 Prozent eine Zuckersteuer ab.
Gesundheitsministerin zeigt sich offen für das Thema
Bundesgesundheitsministerin Nina Warken will die Einführung einer Zuckersteuer nicht ausschließen. Sie sei generell „sehr offen“ für Vorschläge, die darauf abzielen, „dass die Menschen sich besser ernähren, gesünder sind und dass wir auch Lebensmittel haben im Land, die entsprechend in ihrer Zusammensetzung ausgestaltet sind“, sagte Warken am Mittwoch in der Fragestunde des Bundestags. Es müsse nun geprüft werden, ob eine Zuckersteuer „ein geeignetes Steuerungsinstrument“ wäre.
Die Gesundheitsministerin verwies auf die Nationale Reduktions- und Innovationsstrategie für Zucker, Fett und Salz in Lebensmitteln des Bundesernährungsministeriums, die jetzt evaluiert werde und bei der schon „erste Erfolge“ zu verzeichnen seien. Das gelte es weiter zu betrachten, um dann zu überlegen, was ein „geeignetes Steuerungsinstrument“ sei. Bundesernährungsminister Alois Rainer (CSU) ist Medienberichten zufolge gegen eine Zuckersteuer.






