Zahnärzte und Ärzte fordern von CDU-Parteitag Zuckersteuer
Morgen und am Samstag treffen sich die Delegierten der CDU bei ihrem Parteitag in Stuttgart. Dann steht auch ein Antrag des Landesverbands Schleswig-Holstein auf der Tagesordnung, der sich für die Einführung einer Steuer auf stark zuckerhaltige Getränke ausspricht. Die vom CDU-Vorstand bestellte Kommission, die vor Parteitagen über alle Anträge berät, empfiehlt den Delegierten allerdings, den Antrag abzulehnen.
Vor diesem Hintergrund haben das Wissenschaftsbündnis Deutsche Allianz Nichtübertragbare Krankheiten (DANK) und die Verbraucherorganisation foodwatch den offenen Brief initiiert. Zu den Unterzeichnern zählen die BZÄK, die Bundesärztekammer (BÄK), die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG), die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ), der Marburger Bund und die Deutsche Krankenhausgesellschaft.
Limonaden bilden eine Hauptquelle des Zuckerkonsums von Kindern
Zahnärzte, Medizinerverbände und Verbraucherschützer begrüßen in dem Schreiben die Initiative des CDU-Landesverbands Schleswig-Holstein. Sie appellieren an die Delegierten des CDU-Parteitags, sich „im Interesse des Gesundheitsschutzes folgender Generationen“ für die Einführung einer Herstellerabgabe auf Süßgetränke auszusprechen, und fordern die Bundesregierung auf, diese baldmöglichst einzuführen.
Zuckergesüßte Getränke seien „ein zentraler Treiber für Adipositas, Typ-2-Diabetes und Karies“, heißt es in dem Brief, der sich an Bundeskanzler Friedrich Merz, die Bundesregierung und die Delegierten des CDU-Parteitags richtet. Der Zuckerverbrauch über Getränke sei hierzulande höher als über Süßigkeiten.
„Limonaden bilden auch eine Hauptquelle des Zuckerkonsums von Kindern. Kinder zwischen 7 und 13 Jahren trinken durchschnittlich etwa einen Viertelliter, männliche Jugendliche zwischen 14 und 17 Jahren sogar einen halben Liter Süßgetränke täglich“, heißt es in dem Schreiben.
Aufruf zu „entschlossenem Handeln"
Eine Limo-Abgabe könne den Zuckerkonsum über Getränke deutlich reduzieren. Das könnte Hunderttausende Erkrankungen verhindern und 16 Milliarden Euro gesamtgesellschaftlichen Kosten einsparen. Die Unterzeichner beziehen sich dabei auf Berechnungen der TU München und der Universität Liverpool. Ihr Appell: „Die alarmierende Entwicklung im Bereich ernährungsbedingter Erkrankungen und die damit verbundenen rasant steigenden gesellschaftlichen Folgekosten erfordern entschlossenes Handeln“.


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