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Warnung vor übermäßigem Konsum

BÄK-Präsident Reinhardt drängt auf Einführung einer Zuckersteuer

ao
Politik
Mit Blick auf die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen hat Bundesärztekammer-Präsident Dr. Klaus Reinhardt seine Forderung bekräftigt, in Deutschland eine Zuckersteuer einzuführen.

Wie die Bundesärztekammer (BÄK) mitteilte, warnte Reinhardt eindringlich vor den Folgen übermäßigen Zuckerkonsums und forderte die Einführung einer Zuckersteuer und eines verpflichtenden Gesundheitsunterrichts an Schulen. „Schon jetzt ist absehbar, dass durch Bewegungsmangel und ungesunde Ernährung bei Kindern und Jugendlichen eine riesige Welle von Diabetikern auf uns zurollt“, sagte er demnach in einem Interview mit dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). Es sei eine Frage der Verantwortung, dass die Politik auf Missstände reagiere. Reinhardt sprach sich zudem dafür aus, die Handy-Nutzung in den Schulen zu verbieten.

Laut dem aktuellen Public Health Index liegt Deutschland bei der Umsetzung wissenschaftlich empfohlener Präventionsmaßnahmen auf dem vorletzten Platz der untersuchten Staaten in Europa. Die zm berichteten.

Eine Zuckersteuer und die Erhöhung der Steuern auf Tabak und Alkohol hatte Mitte Dezember auch Dr. Andreas Gassen, der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), angemahnt.

Bundesratsinitiative im Gespräch

Vergangenes Wochenende hatte Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) in einem Interview in der „Welt“ angekündigt, zum Jahresbeginn eine Initiative für eine Zuckersteuer im Bundesrat starten zu wollen. Eine Zuckersteuer sei politisch und ökonomisch längst geboten, weil zu starker Zuckerkonsum erhebliche gesundheitliche Probleme und damit auch enorme gesellschaftliche Kosten verursache, sagte er der „Welt“.

Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer (CSU) erteilte dem Vorstoß jedoch eine Absage. Laut einem Bericht der „Rheinischen Post“ sieht er die Ernährung nicht als den einzigen ausschlaggebenden Faktor. „Zu wenig Bewegung, zu viel elektronische Medien können daran beispielsweise auch beteiligt sein“, zitiert ihn die „Rheinische Post“.

In Großbritannien gibt es eine Zuckersteuer auf Softdrinks bereits seit 2018. Ab Januar 2028 will das Vereinigte Königreich auch gezuckerte Milchmischgetränke besteuern.

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