Mehrheit der Deutschen ist für die Zuckersteuer
Aktuell wird über das Thema insbesondere in der Union heiß diskutiert: Während sich Ernährungsminister Alois Rainer (CSU) gegen die Steuer ausspricht, wollen der CDU-Landesverband Schleswig-Holstein und Ministerpräsident Daniel Günther einen entsprechenden Antrag auf dem Bundesparteitag am 21. und 22. Februar einbringen.
„Die CDU muss sich hinter Günthers Vorschlag stellen!“
In ihrer Rendsburger Erklärung hatte die CDU Schleswig-Holstein bereits im September die Einführung einer Verbrauchssteuer auf Getränke mit hohem Zuckeranteil und den Verkauf von Energy-Drinks ab einem Mindestalter von 16 Jahren beschlossen. Das Land bereitet außerdem eine Bundesratsinitiative für eine nationale Abgabe auf Zucker in Erfrischungsgetränken vor.
Deutsche essen 38 Stück Würfelzucker am Tag
2024 wurden in Deutschland laut Statistischem Bundesamt 7,7 Milliarden Liter zuckerhaltige Cola, Limonaden und andere Erfrischungsgetränke hergestellt: knapp 93 Liter pro Kopf. Zugleich ist die Produktion von Light-Varianten gestiegen. 2024 wurden 1,5 Milliarden Liter kalorienreduzierte Softgetränke produziert, das waren gut 18 Liter pro Kopf.
Statt bei 50 Gramm Zucker pro Tag (fast 17 Stück Würfelzucker) liegt der Konsum in Deutschland bei 41,2 Kilogramm pro Kopf (38 Stück Würfelzucker).
Um den hohen Zuckerkonsum zu begrenzen, gab es 2024 nach Angaben der WHO in 116 Staaten eine Steuer auf zuckerhaltige Getränke, zum Beispiel in Frankreich, Polen, dem Vereinigten Königreich, Saudi-Arabien, Brasilien, Indien und Südafrika.
„Süße Limos fluten unseren Körper in kurzer Zeit mit riesigen Mengen an Zucker. Sehr gut, dass nun auch Teile der CDU erkannt haben, dass zu viel Zucker krank macht und die Gesellschaft Milliarden kostet”, sagt Luise Molling von foodwatch.
„Die CDU muss sich zum Schutz unserer Kinder und unseres Gesundheitssystems hinter Günthers Vorschlag stellen„, fodert sie. “Die Limo-Steuer wirkt, das zeigt das Beispiel Großbritannien – auch Deutschland muss endlich wirksame Maßnahmen für gesunde Ernährung auf den Weg bringen!”
Foodwatch verweist auf Zahlen, wonach die gesamten jährlichen volkswirtschaftlichen Kosten von Adipositas und Übergewicht auf etwa 2,6 Prozent des deutschen Bruttoinlandsprodukts geschätzt werden – 113 Milliarden Euro.
Forsa befragte zwischen dem 3. und 5. Februar 2026 insgesamt 1.003 Erwachsene in Deutschland. 60 Prozent von ihnen befürworteten eine gestaffelte Abgabe für die Hersteller sehr zuckerhaltiger Süßgetränke; 73 Prozent stimmten der Aussage zu, dass die Politik Maßnahmen ergreifen soll, damit die Lebensmittelindustrie den Zuckergehalt in ihren Getränken reduziert.


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