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Bündnis veröffentlicht Forderungspapier zur Stärkung der Prävention

„Deutschland verwaltet Krankheit – statt Gesundheit zu ermöglichen“

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Politik
In der Präventionspolitik ist Deutschland weit abgeschlagen, findet ein Bündnis von Akteuren aus dem Gesundheitswesen – darunter die BZÄK – und fordert: Prävention muss als staatliche Pflicht verankert werden.

„Deutschland verwaltet Krankheit – statt Gesundheit zu ermöglichen“, heißt es in dem Forderungspapier, das neben der Bundeszahnärztekammer (BZÄK) unter anderem die Bundesärztekammer, der AOK-Bundesverband, der BKK-Dachverband und die Bundesstiftung Prävention und Gesundheit unterzeichnet haben. „Vermeidbare Risikofaktoren wie Rauchen, ungesunde Ernährung, Alkoholkonsum und Bewegungsmangel verursachen einen Großteil der Krankheitslast und enorme volkswirtschaftliche Kosten. Dennoch setzt die Politik bislang überwiegend auf freiwillige Maßnahmen – mit begrenzter Wirkung.“

Von Bevormundung könne keine Rede sein

Nach Angaben des Bündnisses stuft der sogenannte „Nanny State Index“ (BevormundungsIndex) des „Institute of Economic Affairs“ Deutschland seit Jahren als das EU-Land mit der geringsten staatlichen Regulierung von Lebensstilen ein – beispielsweise beim Konsum von Tabak, Alkohol, E-Zigaretten oder ungesunden Lebensmitteln. Die Ergebnisse des jüngsten „Public Health Index“ des AOK-Bundesverbands und des Deutschen Krebsforschungszentrums bestätigten diesen Befund.

Die Forderung des Aktionsbündnisses lautet daher: „Die Bundesregierung muss Prävention und Public Health endlich zur tragenden Säule der Gesundheitspolitik machen. Prävention ist keine freiwillige Aufgabe – sie ist staatliche Pflicht. Gesundheit muss in allen Politikbereichen mitgedacht und evidenzbasiert gestaltet werden.“

Um Deutschland in Sachen Prävention nach vorne zu bringen, muss sich der Staat aus Sicht der Organisationen und Unternehmen in diesen Bereichen stärker engagieren:

  • Tabakkontrolle: umfassende Werbeverbote, Steuererhöhungen und konsequenter Schutz vor Passivrauchen;

  • gesunde Ernährung: verbindliche Kennzeichnungen, Schutz von Kindern vor Marketing und Ausrichtung der öffentlichen Verpflegung an Gesundheitskriterien;

  • Alkoholpolitik: Beschränkung der Verfügbarkeit und Erhöhung der Verbrauchsteuern;

  • Luftqualität: systematisches Monitoring und Etablierung der Luftreinheit als zentrales Public-Health-Thema;

  • Bewegungsförderung: systematische Gestaltung von Infrastrukturen und Lebensräumen zur Förderung körperlicher Aktivität.

Ohne klare gesetzliche Leitplanken in diesen Bereichen werde es keine nachhaltige Trendwende geben, zeigen sich die Unterzeichnenden überzeugt. Weiteres Zögern bezeichnen sie „angesichts der demografischen Entwicklung, steigender Krankheitskosten, wachsender sozialer Ungleichheiten und stagnierender Wirtschaft als fahrlässig“.

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