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Zahnarzt nimmt sich selbst auf's Korn

Meinen Kollegen entgegne ich: "Howdy! Es gibt Wichtigeres!"

Auf seiner Webseite inszeniert sich Zahnarzt Dr. Marcus Rettek ganz im Stil eines Italowesterns - mit Anzug, Fliege, Cowboyhut - und jeder Menge Kunstblut. Rettek
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Gesellschaft
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Die Bild-Zeitung hat Dr. Marcus Rettek zu "Deutschlands wildesten Zahnarzt" gekürt. Kein Wunder. Kunstblut, Schnaps und riesige Extraktionszangen sprechen für sich. Warum er sich so vermarktet, lesen Sie hier.

"Das ist doch ganz einfach", erzählt Rettek. "Ich bin großer Fan des Italowesterns - zum Beispiel der alten 'Django-Filme' mit Franco Nero und dem bitteren, schwarzen Humor - dazu kommen noch die 'Dollar-Trilogie', und auch viel später die teilweise übertriebenen 'Tarantino-Filme'. Nimmt man jetzt noch 'Der kleine Horrorladen' mit Orin Scrivello hinzu - und fährt selbst Motorrad - kann man mit ein wenig Selbstironie zu dem Ergebnis kommen, was jetzt auf

http://www.rettek.de

zu betrachten ist!"

Auf seiner Webseite inszeniert sich Rettek ganz in diesem Stil - mit Anzug, Fliege, Cowboyhut. Seine Mitarbeiterinnen posieren als Krankenschwestern mit gestärktem Häubchen.

"Die anfängliche Triebfeder war zunächst einmal etwas anders zu machen, als sonst üblich", erläutert der Mülheimer seine Beweggründe. "Damit meine ich selbstverständlich nicht die Behandlung als solche, sondern ausschließlich den Internetauftritt!"

Zahlreiche - professionell inszenierte Bilder - zieren seitdem die Webseite des Zahnarztes. Sogar zwei in Eigenregie produzierte Kurzfilme werden dort präsentiert. "Ich habe versucht, etwas Anspruchsvolleres als nur die Orchidee an der Anmeldung darzustellen" sagt Rettek. Die Idee und das Drehbuch stammen von ihm selbst. "Bei der Umsetzung halfen dann Familie und Freunde - und die sind immer noch Patienten bei mir", lacht Rettek.


Die Bild-Zeitung hat Rettek kürzlich zu "Deutschlands wildestem Zahnarzt" gekürt. "Damit kann ich sehr gut leben", lacht Rettek. "Im Übrigen auch unsere Patienten!" Rettek betont, es sei nicht seine Absicht gewesen, durch die Aktion "auch nur einen Patienten mehr zu gewinnen, sondern vielmehr die durchaus menschliche oder auch gesellschaftliche 'Angst vor dem Zahnarzt' auf die Schippe zu nehmen".

Nach dem Bericht in der Bild und mehreren regionalen Medien - unter anderem sogar bei RTL West und Punkt 12 - seien sogar mehrere Angstpatienten in die Praxis gekommen. "Nachdem ich sie fragte, wie sie denn auf uns gekommen wären, antworteten sie, eben genau deswegen."

Und was entgegnet der wildeste Zahnarzt Deutschlands den Kollegen, die seine extravagante Selbstdarstellung vielleicht als unseriös bezeichnen? "Howdy! Es gibt Wichtigeres!"

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