Studie aus Australien

Milch ist nicht gleich Milch

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Zahnmedizin
Pflanzliche Milchersatzprodukte schneiden im Vergleich zu Kuhmilch in pucto Mundgesundheit etwas schlechter ab.

Forschende aus Australien haben die Auswirkungen von Milchalternativen auf die Mundgesundheit untersucht. Im Vergleich zu Kuhmilch-Produkten schneiden Hafermilch & Co. dabei schlechter ab. Der Markt bietet mittlerweile eine breite Palette an Milch- und Joghurt-Alternativen, die unter anderem auf Soja-, Hafer-, Reis-, Mandel-, oder Kokos-Basis hergestellt werden. Diese Produkte werden von den australischen Forschenden als kariogener eingestuft. Dies gilt nicht nur für Produkte, die zusätzlichen Zucker enthalten, sondern auch für jene ohne diesen Zusatz.

Kuhmilch wirkt eher protektiv auf die Zahnhartsubstanz

Entscheidend ist den Forschern zufolge vor allem, dass bei Milchersatzprodukten die positiven Eigenschaften von Kuhmilch-Produkten entfallen, denn diese haben im Gegensatz zu Milchalternativen kaum eine negative, sondern sogar eher protektive Wirkung auf die Zahnhartsubstanz. Dies liegt vor allem an dem „hohen Kalzium- und Phosphatgehalt von Milchprodukten, der Pufferkapazität, den spezifischen phosphorylierten Sequenzen in den wichtigsten Milchproteinen, das heißt den Kaseinen, sowie der Tatsache, dass Laktose das am wenigsten kariogene aller fermentierbaren Kohlenhydrate in der Nahrung ist [Herod, 1991; Johansson, 2002; Tunick & van Hekken, 2015]. Diese Kombination von Faktoren führt dazu, dass sich der Konsum von Milchprodukten wie Milch, Käse und Joghurt positiv auf die Zahngesundheit auswirkt.“ [Shkembi und Huppertz, 2023].

Vielen Alternativprodukten wird Kalzium in ähnlichen Konzentrationen wie in Kuhmilch zugesetzt. Die Bioverfügbarkeit ist häufig geringer. Die meisten Produkte weisen im Vergleich zu Kuhmilch eine geringere Pufferkapazität auf. Gleichzeitig enthalten Milchalternativen einen Gesamtkohlenhydratgehalt von 0,34 g bis 10,3 g pro 100 g (Mandelgetränk / Reisgetränk) und vorwiegend Saccharose, Glukose und Maltose als Hauptkohlenhydrat. Milchalternativen können zu einem stärkeren pH-Wert Abfall führen als Kuhmilch. Überdies weisen sie zumeist einen geringeren Gesamtproteingehalt auf und enthalten nicht die Phosphopeptidsequenzen, die zum Beispiel in Kaseinen zu finden sind. Kuhmilch hingegen enthält als einziges Kohlenhydrat Laktose, die im Vergleich zu den anderen Kohlenhydraten am wenigsten kariogen ist.

Die Forschenden resümieren, dass Milchalternativen eine etwas höhere Kariogenität aufweisen als Kuhmilchprodukte. Dies liegt zum einen an den darin enthaltenen Kohlenhydraten beziehungsweise Zuckerzusätzen und zum anderen daran, dass die protektiven Eigenschaften von Kuhmilch bei den pflanzlichen Milchalternativen entfallen.

Shkembi B, Huppertz T. Impact of Dairy Products and Plant-Based Alternatives on Dental Health: Food Matrix Effects. Nutrients. 2023 Mar 18;15(6):1469. doi: 10.3390/nu15061469. PMID: 36986199; PMCID: PMC10056336.

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