Sie wurden erfolgreich abgemeldet!

Orale Immunität

Mütterliche Antikörper prägen Immunabwehr im Mund

nl
Zahnmedizin
Mütterliche Antikörper erreichen im Mausmodell die Speicheldrüsen des Nachwuchses und beeinflussen die frühe Immunbalance im Mundraum sowie möglicherweise die spätere Entzündungsreaktion des Zahnfleischs.

Mütterliche Antikörper können die frühe Entwicklung der oralen Immunabwehr mitprägen. Das zeigt eine Studie der Hebräischen Universität Jerusalem, die in Nature Communications erschienen ist. Die Forschenden untersuchten im Mausmodell, wie vor und nach der Geburt übertragene Antikörper die Immunität in Mundhöhle und Speicheldrüsen beeinflussen.

Im Mittelpunkt stand Immunglobulin G (IgG). Die Studie zeigt, dass mütterliches IgG sowohl während der Schwangerschaft als auch über die Muttermilch auf den Nachwuchs übertragen wird. Bei neugeborenen Mäusen gelangte es in die Speicheldrüsen, wurde in den Speichel abgegeben und erkannte dort mütterliche orale Mikroorganismen. Dadurch beeinflusste es die frühe mikrobielle Besiedlung im Mundraum.

Fehlte vorgeburtlich übertragenes IgG, reagierte das saliväre Immunsystem der Nachkommen stärker: Die Forschenden beobachteten eine erhöhte Aktivierung von T- und B-Zellen sowie später Veränderungen im Verhältnis von IgG und IgA im Speichel. Zudem prägte das vorgeburtlich übertragene IgG auch die gingivale Immunität im Erwachsenenalter. In einem Mausmodell für Parodontitis begrenzte es destruktive Entzündungsprozesse. Antikörper aus der Muttermilch unterstützten der Studie zufolge vor allem die zeitgerechte Reifung des oralen Epithels. Dieser Effekt war abhängig von der mikrobiellen Belastung.

Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die orale Immunbalance bereits sehr früh im Leben durch mütterliche Faktoren mitgeprägt wird. Für die Zahnmedizin ist das vor allem mit Blick auf das Zusammenspiel von Speichel, Mikrobiom, Schleimhautbarriere und parodontaler Entzündungsreaktion interessant. Klinische Aussagen für den Menschen lassen sich daraus jedoch noch nicht ableiten, da die Daten aus präklinischen Mausmodellen stammen.

Naamneh R, Attar Y, Netanely-Rimon Y,  et al. Maternal antibodies regulate the establishment of murine oral and salivary mucosal immunity. Nat Commun. 2026 Apr 10. doi: 10.1038/s41467-026-71704-5. Epub ahead of print. PMID: 41957019.

Mütterliche Antikörper erreichen im Mausmodell die Speicheldrüsen des Nachwuchses und beeinflussen die frühe Immunbalance im Mundraum sowie möglicherweise die spätere Entzündungsreaktion des Zahnfleischs.

Mütterliche Antikörper können die frühe Entwicklung der oralen Immunabwehr mitprägen. Das zeigt eine Studie der Hebräischen Universität Jerusalem, die in Nature Communications erschienen ist. Die Forschenden untersuchten im Mausmodell, wie vor und nach der Geburt übertragene Antikörper die Immunität in Mundhöhle und Speicheldrüsen beeinflussen.

Im Mittelpunkt stand Immunglobulin G (IgG). Die Studie zeigt, dass mütterliches IgG sowohl während der Schwangerschaft als auch über die Muttermilch auf den Nachwuchs übertragen wird. Bei neugeborenen Mäusen gelangte es in die Speicheldrüsen, wurde in den Speichel abgegeben und erkannte dort mütterliche orale Mikroorganismen. Dadurch beeinflusste es die frühe mikrobielle Besiedlung im Mundraum.

Fehlte vorgeburtlich übertragenes IgG, reagierte das saliväre Immunsystem der Nachkommen stärker: Die Forschenden beobachteten eine erhöhte Aktivierung von T- und B-Zellen sowie später Veränderungen im Verhältnis von IgG und IgA im Speichel. Zudem prägte das vorgeburtlich übertragene IgG auch die gingivale Immunität im Erwachsenenalter. In einem Mausmodell für Parodontitis begrenzte es destruktive Entzündungsprozesse. Antikörper aus der Muttermilch unterstützten der Studie zufolge vor allem die zeitgerechte Reifung des oralen Epithels. Dieser Effekt war abhängig von der mikrobiellen Belastung.

Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die orale Immunbalance bereits sehr früh im Leben durch mütterliche Faktoren mitgeprägt wird. Für die Zahnmedizin ist das vor allem mit Blick auf das Zusammenspiel von Speichel, Mikrobiom, Schleimhautbarriere und parodontaler Entzündungsreaktion interessant. Klinische Aussagen für den Menschen lassen sich daraus jedoch noch nicht ableiten, da die Daten aus präklinischen Mausmodellen stammen.

Naamneh R, Attar Y, Netanely-Rimon Y,  et al. Maternal antibodies regulate the establishment of murine oral and salivary mucosal immunity. Nat Commun. 2026 Apr 10. doi: 10.1038/s41467-026-71704-5. Epub ahead of print. PMID: 41957019.

Melden Sie sich hier zum zm Online-Newsletter an

Die aktuellen Nachrichten direkt in Ihren Posteingang

zm Online-Newsletter


Sie interessieren sich für einen unserer anderen Newsletter?
Hier geht zu den Anmeldungen zm starter-Newsletter und zm Heft-Newsletter.