Studie aus Brasilien

Mundgesundheit verschlechtert sich durch Gastroplastik

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Zahnmedizin
Eine bariatrische Operation kann sich negativ auf Mundgesundheit, entzündliche Biomarker im Speichel und Mikrobiom auswirken.

Die Mundgesundheit verschlechtert sich bei krankhaft adipösen Menschen, die sich in Vorbereitung auf eine bariatrische Operation einer Diät unterziehen. Auch nach dem Eingriff nahmen Karies, Gingivitis und Parodontitis weiter zu. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie von Forschenden der aus São Paulo (Brasilien). Die Autoren betonen, wie wichtig die Beteiligung eines Zahnarztes an der Beurteilung von Patienten mit Übergewicht ist.

Für die Studie wurden 100 adipöse Patientinnen und Patienten, die in der Bundesuniversität von São Paulo betreut wurden, in zwei Gruppen (Ernährungsberatung und Gastroplastik) unterteilt. Eine Gruppe unterzog sich im Verlauf der Studie einer Magenverkleinerungs-Operation, die andere Gruppe erhielt nur eine Ernährungsberatung. Fragebögen, zahnärztliche Untersuchungen, Speichelproben und Wangenabstriche wurden analysiert. Gleichzeitig wurden die Ernährungsumstellung, der Gewichtsverlust und Entzündungsmarker dokumentiert. Die Zahn- und Parodontalgesundheit wurde vor der Operation, sowie drei und sechs Monate nach der Operation beziehungsweise dem Beginn der Diät bestimmt.

Sind weniger Ballaststoffe in der Nahrung die Ursache?

Die Mundgesundheit (parodontale Parameter sowie kariöse Läsionen) verschlechterte sich besonders bei den Patientinnen und Patienten, die sich einer Operation unterzogen. Speichelmarker zeigten eine Beeinträchtigung der Säurepufferkapazität. Die bakterielle Genomsequenzierung zeigte Veränderungen der Mikrobiom-Diversität, insbesondere in der Gastroplastik-Gruppe, so dass der Anteil der Mikroorganismen, die mit Parodontitis in Zusammenhang gebracht werden, zunahm.

Es wurde festgestellt, dass sich die Ernährung vieler Patienten verbessert hatte. Dennoch vermuten die Forschenden, dass tiefgreifende Veränderungen in der Ernährung die Hauptursache für die Verschlechterung der Mundgesundheit waren, insbesondere, weil häufigere tägliche Mahlzeiten nicht mit häufigerem Zähneputzen einhergingen und in den ersten Monaten nach der Operation mehr Nahrung flüssig oder püriert wurde.

„Es gibt weniger Ballaststoffe in der Nahrung und es muss nicht gekaut werden, so dass die Nahrung am Zahnschmelz klebt und sich ein Biofilm auf der Zahnoberfläche bildet. Ohne Kauen wird weniger Speichel ausgeschieden, und die Fähigkeit, Säuren zu puffern, nimmt ab“, erklärte Paula Midori Castelo Ferrua, eine der Hauptautorinnen der Studie.

Ribeiro ASP, Marquezin MCS, Pacheco ERP, Rasera I Jr, Klein MI, de Vasconcellos SP, Landgraf RG, Okamoto D, Calixto LA, Castelo PM. Bypass gastroplasty impacts oral health, salivary inflammatory biomarkers, and microbiota: a controlled study. Clin Oral Investig. 2023 Aug;27(8):4735-4746. doi: 10.1007/s00784-023-05101-3. Epub 2023 Jun 9. PMID: 37294353

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