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Modellierungsstudie zur Verbreitung

Neue Karte zeigt versteckte Noma-Hotspots

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Zahnmedizin
Eine Modellierungsstudie zeigt bislang unerkannte Noma-Hochrisikogebiete in Nordnigeria. Die Karten sollen helfen, Prävention, Früherkennung und Screening gezielter in betroffene Gemeinden zu bringen.

Ein internationales Forschungsteam unter Leitung der Faculty of Dentistry der University of Hong Kong hat das Noma-Risiko in 296 Verwaltungsgebieten in Nordnigeria kartiert. Dabei wurden bislang nicht erkannte Hochrisikogebiete identifiziert.

Die Arbeit liefert damit ein wichtiges neues Instrument, um Prävention und Früherkennung gezielter zu unterstützen. Die Studie wurde in The Lancet Global Health veröffentlicht.

Was ist Noma?

Noma betrifft am häufigsten Kinder im Alter zwischen zwei und sechs Jahren. Die Erkrankung beginnt häufig mit einer gingivalen Läsion und kann sich rasch im Gesicht ausbreiten, Weichgewebe sowie Knochen zerstören und tödlich enden. Unbehandelt liegt die Sterblichkeit bei 80 bis 90 Prozent. Die Erkrankung betrifft vor allem kleine Kinder, die in extremer Armut leben, und wurde erst 2023 in die Liste der vernachlässigten Tropenkrankheiten der Weltgesundheitsorganisation aufgenommen. Überlebende leiden häufig unter schweren Gesichtsdeformitäten, Stigmatisierung und einer deutlich eingeschränkten Lebensqualität. Historisch wurde Noma weltweit beschrieben; heute tritt die Erkrankung vor allem in armen Bevölkerungsgruppen auf, insbesondere in Subsahara-Afrika. Nigeria gilt als eines der Länder mit der weltweit höchsten Krankheitslast. Der Name stammt aus dem Griechischen (nomein = weiden/fressen)

64 bislang nicht erkannte Gebiete mit erhöhtem Noma-Risiko

Das Team analysierte klinische Daten aus 25 Jahren, die am Noma Children’s Hospital in Sokoto, Nigeria, erhoben wurden.

Die Studie zeigt 64 bislang nicht erkannte Gebiete mit signifikant erhöhtem Noma-Risiko und identifizierte einen großen Hochinzidenz-Cluster mit 23 Local Government Areas im Nordwesten Nigerias.

Zusätzlich erstellten die Forschenden stratifizierte Risikoschätzungen für alle kleinräumigen Gebiete nach Altersgruppe, Geschlecht und Krankheitsstadium. Dadurch entsteht ein deutlich genaueres Bild der Krankheitslast und Verteilung von Noma.

Über Nigeria hinaus liefert die Studie zudem ein Modellierungsverfahren, das auch in anderen Ländern eingesetzt werden könnte, in denen Noma weiterhin untererfasst und schlecht kartiert ist. Mit ähnlichen Methoden könnten andere Hochrisikoregionen Krankheits-Hotspots identifizieren und begrenzte Ressourcen gezielter in jene Gemeinschaften lenken, die sie am dringendsten benötigen.

Die Forschenden hoffen, dass die in der Studie entwickelten Inzidenzkarten dabei helfen, gezieltere Programme zur Bekämpfung von Noma zu entwickeln und Prävention sowie Früherkennung in Nigeria und anderen Hochrisikoregionen Afrikas zu stärken.

Mit Unterstützung des HKU Knowledge Exchange Scheme for Impact Projects hat das Team außerdem begonnen, mit Nichtregierungsorganisationen in Nigeria zusammenzuarbeiten, um die Forschungsergebnisse in gemeindenahe Gesundheitsmaßnahmen zu übertragen.

Eine solche Partnerschaft besteht mit der ZeroNoma Initiative, einer NGO im Nordwesten Nigerias. Im Rahmen dieser Zusammenarbeit wurden freiwillige Helferinnen und Helfer geschult, die Inzidenzkarten zur gezielten Prävention und Früherkennung von Noma einzusetzen. Die NGO nutzt die Hotspot-Daten bereits, um Fallfindung und Screening-Aktivitäten in betroffenen Gemeinschaften zu steuern.

Die Studie ist ein wichtiger Schritt, um eine lange übersehene Erkrankung sichtbarer zu machen und Gesundheitssysteme sowie gemeindenahe Partner mit den Daten auszustatten, die nötig sind, um Noma in Nigeria und darüber hinaus wirksamer zu bekämpfen.

Braimah R, Taiwo A, Bello S et al.Spatial distribution of noma incidence in Nigeria, 1999–2024: a modelling study, The Lancet Global Health, 2026; 0

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