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Landeszahnärztekammern Hessen, Thüringen und Niedersachsen

Neue Kooperation soll ZFA-Prüfung für die Kammern vereinfachen

sth
Praxis
Die Kammern Thüringen, Hessen und Niedersachsen haben die Arbeitsgemeinschaft „Prüfungsfragen-Pool“ gegründet. Ziel ist, den aufwendigen Prüfungsprozess für ZFA effizienter und digitaler zu gestalten.

Bisher ist es Usus, dass jede Landeszahnärztekammer (LZK) die Fragen für die schriftlichen Prüfungen im Rahmen der Berufsausbildung zur oder zum Zahnmedizinischen Fachangestellten (ZFA) im Alleingang zusammenstellt. Mit dem länderübergreifenden, digital organisierten Pool an Prüfungsfragen möchten die drei kooperierenden Kammern dem parallelen Arbeiten der zuständigen Referate entgegenwirken. „Statt weiterhin zwei Mal jährlich in langen Ausschusssitzungen hunderte Fragen auf Papier zu notieren, nutzen die Zahnärztekammern Thüringen, Hessen und Niedersachsen künftig eine gemeinsame, professionell aufgebaute Datenbank mit Prüfungsfragen“, heißt es dazu aus den Ländern.

Für die aus zwei Teilen bestehende ZFA-Abschlussprüfung werden pro Jahr etwa 230 Fragen benötigt. Diese Zahl möchten die LZKen Hessen, Niedersachsen und Thüringen durch den Zugriff auf die Fragen der anderen Kammern schneller erreichen. „Die Fragen sind untereinander frei verwendbar, weil Rechte Dritter nicht berührt werden. Natürlich kann jedes Bundesland zusätzlich auch weiterhin eigene Fragen in seine Prüfungen einarbeiten“, informieren die Kooperationspartner.

Der gemeinsame Fragenpool umfasst zurzeit 1.400 Einzelfragen, bald sollen es 2.000 sein. So läuft das Einstellen der Fragen ab: Ein Qualitätsgremium aus je zwei Abgesandten der beteiligten Berufsorganisationen prüft die vorgelegten Fragen auf die Einhaltung der notwendigen Standards, teilt sie in verschiedene Schwierigkeitsgrade ein und ordnet sie den einzelnen Prüfungsbereichen zu. „Durch die Kooperation und die klare Strukturierung arbeiten alle drei Kammern jetzt deutlich schneller und zielgerichteter“, lautet das vorläufige Fazit von Dr. Ralf Kulick, Präsident der LZK Thüringen.

Ende 2027 soll die Prüfung komplett digital ablaufen

Das Projekt soll als Fundament für einen in Zukunft vollständig digitalisierten Prüfungsablauf dienen – angefangen bei der der Erfassung der Fragen über die digitale Zusammenstellung der Prüfungsbögen bis hin zur Prüfung via Tablet und die unmittelbare Auswertung der Antworten. Perspektivisch soll es zusätzlich eine Übungs-App geben, die ZFA-Azubis als digitales Lern- und Trainingswerkzeug dient. Eine entsprechende Schnittstelle ist schon vorhanden.

Die LZK Thüringen hat die digitale Plattform bereits fertig entwickelt und in einer zertifizierten europäischen Cloud-Infrastruktur hinterlegt. Noch nutzt die Kammer das System aber nicht in vollem Umfang. Aktuell werden die Fragen in Prüfungsbögen auf Papier gedruckt, für dezentrale Prüfungen an die ZFA-Berufsschulen gesandt und nach der Prüfung durch externe Dienstleister ausgewertet. Bis Ende 2027 soll damit Schluss und der Ablauf vollständig digitalisiert sein, so dass Azubis und Ausbildungspraxen ohne lange Wartezeit die Prüfungsnoten erfahren.

Mehr Zeit für andere Ausbildungsthemen

Der digitale Fragenpool hat aus Sicht der kooperierenden Kammern das Potenzial, die Prüfungsausschüsse deutlich zu entlasten und zeitliche Spielräume zu schaffen, um sich stärker mit den Inhalten der ZFA-Berufsausbildung zu befassen. Einen weiteren Vorteil sehen sie darin, dass die digitale Plattform einheitliche Prüfungsstandards und eine vergleichbare Ausbildungsqualität ermöglicht. „Unsere Zusammenarbeit spart nicht nur Zeit, Aufwand und Mitgliedsbeiträge“, betont Dr. Doris Seiz, Präsidentin der LZK Hessen. „Wir schaffen gemeinsam auch eine Prüfungsqualität, die eine Kammer allein niemals auf diesem hohen Niveau entwickeln könnte.“

Davon profitierten letztlich die Zahnarztpraxen in den beteiligten Bundesländern, so die Kooperationspartner. Die digital erfassten Prüfungsfragen lassen sich leicht an neue Entwicklungen beispielsweise in Hygiene, Abrechnung oder Strahlenschutz anpassen. Der große und regelmäßig aktualisierte Fragenpool verhindert ungünstige Wiederholungen und bildet die Anforderungen des Praxisalltags aktuell ab. Henner Bunke, Präsident der LZK Niedersachsen, unterstreicht: „Unser digitaler Fragenpool hält Schritt mit der modernen Zahnmedizin. Für uns Zahnärztinnen und Zahnärzte bedeuten verlässliche, gleichstrukturierte Prüfungen letztlich besser vorbereitete ZFA in unseren Praxen, die nach gleichwertigen Standards geprüft werden.“

Andere Kammern sind eingeladen, sich an dem Projekt zu beteiligen und können sich bei Interesse an die LZK Thüringen wenden. Die anfallenden Kosten werden jedes Jahr anhand eines transparenten Umlageschlüssels verteilt und abgerechnet.

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