„Null Toleranz für Machtmissbrauch und Grenzverletzungen“
Im Mittelpunkt standen laut BÄK-Mitteilung der verbesserte Schutz von Teilnehmenden künftiger Veranstaltungen sowie die dringende Notwendigkeit der Prävention und Sanktionierung von Machtmissbrauch und Übergriffigkeit im Gesundheitswesen insgesamt. Die Beteiligten waren sich einig, dass es baldmöglichst klare Regeln, verlässliche Strukturen und wirksame Präventionsmaßnahmen braucht, um Grenzüberschreitungen wirksam zu begegnen.
Die Bundesärztekammer hatte nach dem Ärztetag unverzüglich Maßnahmen angestoßen, um eigene Veranstaltungen künftig sicherer zu gestalten. Unter anderem würden bestehende Regelwerke systematisch überprüft und gezielt weiterentwickelt. Dazu gehörten verbindliche Verhaltenskodizes für Teilnehmende von Veranstaltungen, die Verankerung entsprechender Vorgaben in Satzungen und Geschäftsordnungen, Awareness-Konzepte für den Deutschen Ärztetag und andere Veranstaltungen sowie unabhängige Vertrauenspersonen als niedrigschwellige Anlaufstellen für Betroffene. Die Studierenden begrüßten diese Entwicklungen ausdrücklich und sagten zu, diesen Prozess weiterhin konstruktiv begleiten zu wollen.
Darüber hinaus wurde über strukturelle Fragen von Machtmissbrauch im Gesundheitswesen gesprochen, heißt es. Die Teilnehmenden schilderten, dass sich Machtmissbrauch in unterschiedlichen Formen äußere, etwa durch einen respektlosen Umgangston, Mobbing, öffentliche Bloßstellung oder die unbegründete Infragestellung fachlicher Kompetenz. Auch sexualisierte Belästigung sowie Übergriffe im Behandlungsverhältnis würden als gravierende Problembereiche benannt, die klare Regelungen und eine konsequente Aufarbeitung erfordern.
„Schutz vor Machtmissbrauch bleibt eine dauerhafte Aufgabe“
Meldestellen und Verhaltenskodizes müssten allgemein bekannt sein und nach einheitlichen und transparenten Vorgehensweisen arbeiten. Es müsse außerdem ein Kulturwandel stattfinden, der es zur Norm mache, Machtmissbrauch zu benennen, individuelles Verhalten zu reflektieren und sich gegenseitig zu verantwortungsvollem Verhalten anzuhalten. In diesem Kontext wurde von beiden Seiten über mögliche Schulungen in Führungspositionen gesprochen.
Beide Seiten unterstrichen, dass der Schutz vor Machtmissbrauch und Übergriffen eine dauerhafte Aufgabe bleibt. Der Wunsch vieler Akteure, sich dieses Themas nun zügig und lösungsorientiert anzunehmen, wurde ausdrücklich begrüßt. BÄK und bvmd vereinbarten, zu diesen Themen in engem Austausch zu bleiben und gemeinsam den Dialog zu suchen.


169

