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Orales Mikrobiom und Allgemeinerkrankungen

Orale Mikrobiomveränderungen bei Long-COVID 

Forschende haben Mikrobiomveränderungen bei Patientinnen und Patienten mit Long COVID untersucht. Maria_stock.adobe.com
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Zahnmedizin
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Studienergebnisse zeigen, dass Menschen mit Long COVID charakteristische Mikrobiomveränderungen in Lunge und Mund aufweisen, die mit kognitiven und gastrointestinalen Beschwerden assoziiert sind.

Eine Studie mit mehr als 700 Teilnehmenden zeigt, dass sich die Zusammensetzung des Mikrobioms in Mund und Lunge bei Menschen mit Long COVID deutlich unterscheidet. Die Untersuchung zeigt außerdem, dass Veränderungen des Lungenmikrobioms mit Atemwegssymptomen sowie mit kognitiven und gastrointestinalen Beschwerden zusammenhängen, wie sie bei Long COVID auftreten.

„Wir wissen, dass weltweit noch immer Millionen Menschen von Long COVID betroffen sind und die Ursache der Erkrankung weiterhin unbekannt ist. Long COVID betrifft mehrere Organsysteme. Das Mikrobiom spielt eine wichtige Rolle für die Gesundheit des gesamten Körpers und ist daher ein vielversprechender Kandidat, wenn es darum geht, mögliche Einflussfaktoren auf Long COVID zu untersuchen.“ erklärt Dr. Daniela Alferes de Lima Headley von der University of Dundee in Großbritannien.

Deutliche Unterschiede bei besonders schwer Betroffenen

In die Studie wurden 771 Personen eingeschlossen, die zwischen Februar 2020 und März 2021 in einem von 38 britischen Krankenhäusern wegen COVID-19 behandelt worden waren. Die Forschenden teilten die Teilnehmenden anhand der Schwere ihrer Beschwerden fünf Monate nach der Krankenhausentlassung in vier Gruppen ein:

  • Sehr schwer: ausgeprägte körperliche, psychische und kognitive Beeinträchtigungen

  • Schwer: ausgeprägte psychische und körperliche, jedoch keine wesentlichen kognitiven Beeinträchtigungen

  • Mittelschwer: vorwiegend kognitive Schwierigkeiten

  • Leicht: wenige Beschwerden und gute Erholung

Sechs Monate nach der Krankenhausentlassung entnahmen die Forschenden Speichelproben zur Untersuchung des oralen Mikrobioms sowie Sputumproben zur Analyse des Lungen- beziehungsweise Atemwegsmikrobioms. Mithilfe von DNA-Sequenzierungen identifizierten sie die vorhandenen Mikroorganismen. Anschließend analysierten sie deren Vielfalt und relative Häufigkeit und verglichen die Ergebnisse mit den Beschwerden der Patientinnen und Patienten.

Assoziation mit kognitiven und gastrointestinalen Beschwerden

Die Auswertung ergab, dass Menschen mit sehr schweren Long-COVID-Beschwerden deutliche Veränderungen der mikrobiellen Zusammensetzung in Mundhöhle und Lunge aufwiesen – verglichen mit Personen, die keine schweren anhaltenden Beschwerden hatten.

Darüber hinaus fanden die Forschenden Zusammenhänge zwischen bestimmten mikrobiellen Veränderungen und einzelnen Symptomen. So waren Veränderungen des oralen Mikrobioms mit einer eingeschränkten Lungenfunktion und anhaltenden neurokognitiven Beschwerden wie Brain Fog, Gedächtnisproblemen und Konzentrationsschwierigkeiten assoziiert. Veränderungen des Atemwegsmikrobioms standen dagegen insbesondere mit gastrointestinalen Symptomen wie Bauchschmerzen, Übelkeit, Durchfall und Appetitlosigkeit in Zusammenhang.

Zu den mit Long-COVID-Symptomen assoziierten Veränderungen gehörte eine erhöhte Häufigkeit milchsäureproduzierender Bakterien. Diese stand zugleich mit Entzündungsmarkern in Zusammenhang, die in Blutproben der Betroffenen nachgewiesen wurden.

Weitere Langzeitstudien erforderlich

Allerdings räumen die Forschenden ein, dass wichtige Fragen weiterhin ungeklärt seien. So zum Beispiel, ob diese Veränderungen bereits vor einer COVID-19-Infektion bestanden oder erst infolge der Infektion aufgetreten sind und wie sich das Mikrobiom der Patientinnen und Patienten in den darauffolgenden Jahren entwickeln wird. Auch sechs Jahre nach Beginn der Pandemie sei noch immer nicht vollständig verstanden, warum manche Menschen Long COVID entwickelten und wie ihre Genesung am besten unterstützt werden könne.

Nach Ansicht der Forschenden könnten die Ergebnisse dazu beitragen, besser zu verstehen, warum manche Menschen Long COVID entwickeln. Zudem könnte ein besseres Verständnis der Ursachen die Entwicklung wirksamerer Therapien ermöglichen. Da sich das Mikrobiom beispielsweise durch Antibiotika, Probiotika oder andere Maßnahmen beeinflussen lasse, könnten sich daraus neue Behandlungsansätze ergeben.

Alferes de Lima Headley D, Richardson H, Hennayake C, et al. ; PHOSP-COVID Collaborative Group. Sputum and oral microbiota profiles are associated with long COVID severity and phenotype post-hospitalisation: a UK multicentre, prospective cohort study. Eur Respir J. 2026 Oct 11:2601162. doi: 10.1183/13993003.01162-2026. Epub ahead of print. PMID: 42860277.

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