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Chef-Mathematiker des PKV-Verbands rechnet vor

Auch die PKV rechnet mit Beitragserhöhungen

„Bei den Leistungsausgaben beobachten wir die gleiche Kostendynamik wie die GKV“, sagt Holger Eich, Geschäftsführer und Chef-Mathematiker im PKV-Verband. Andy Dean - adobe.stock.com
LL
Gesellschaft
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Die Leistungsausgaben sind in der Privaten Krankenversicherung (PKV) im Jahr 2025 erneut spürbar angestiegen, ebenso wie die der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). Holger Eich, Geschäftsführer und Chef-Mathematiker im PKV-Verband, ordnet die Entwicklung ein.

Das deutsche Gesundheitssystem steht im Jahr 2026 unter erheblichem finanziellem Druck. Sowohl in der GKV als auch in der PKV sind die Leistungsausgaben im zurückliegenden Geschäftsjahr 2025 drastisch angestiegen. Holger Eich, Geschäftsführer und Chef-Mathematiker des PKV-Verbandes, benennt im Interview mit dem PKV-Magazin die Ursachen dieser parallelen Kostendynamik und gibt einen Ausblick auf die zu erwartenden Beitragsanpassungen für das Jahr 2027.

Parallele Kostendynamik: PKV und GKV im Vergleich

Die Daten des Jahres 2025 verdeutlichen laut Eich, dass sich die Ausgabenentwicklung der beiden Versicherungssysteme nahezu im Gleichschritt bewegt: Die GKV verzeichneten einen Anstieg der Leistungsausgaben von 2024 auf 2025 um 7,7 Prozent. Bei der PKV stiegen die Gesamtausgaben für die Kranken- und Pflegeversicherung um 7,2 Prozent auf ein Gesamtvolumen von 42,1 Milliarden Euro.

Der PKV-Verband identifiziert im Wesentlichen drei Kernbereiche, die für das starke Ausgabenwachstum verantwortlich sind:

  1. Stationäre Versorgung: Die Aufwendungen für allgemeine Krankenhausleistungen stiegen in der PKV im Jahr 2025 um 7,45 Prozent. Da die Vergütung dieser Regelleistungen gesetzlich für privat und gesetzlich Versicherte identisch geregelt ist, treffen die Kostensteigerungen in den Kliniken beide Systeme gleichermaßen.

  2. Arzneimittelmarkt: Die Ausgaben für Medikamente verzeichneten in der PKV ein Plus von annähernd 8 Prozent. Dieser Trend setzt sich laut Eich auch im laufenden Jahr 2026 fast unvermindert fort.

  3. Strukturelle Faktoren: Als fundamentale Ursachen für die Teuerung werden der kontinuierliche medizinische Fortschritt (der zwar die Versorgung verbessert, aber höhere Kosten verursacht) sowie spürbar steigende Personalkosten im Gesundheitswesen genannt.

Auswirkungen auf die Beiträge der Privatversicherten ab 2027

Während demografische Effekte, sprich, die altersbedingte Zunahme von Krankheitskosten, in der PKV traditionell durch die Bildung von Alterungsrückstellungen mathematisch abgesichert sind, zwingen die allgemeinen, inflations- und fortschrittsgetriebenen Kostensteigerungen die Unternehmen nun zu Beitragsüberprüfungen, so Eich. „Erste Signale aus der Branche deuten darauf hin, dass es deswegen zu Beginn des Jahres 2027 Beitragserhöhungen geben wird. Davon wird ein Großteil der Privatversicherten betroffen sein“, erklärt der Chef-Mathematiker.

Ein Großteil der Privatversicherten wird von diesen Anpassungen betroffen sein. Die genaue Höhe steht noch nicht fest, da sich die Unternehmen derzeit in der finalen Abstimmung mit ihren jeweiligen unabhängigen Treuhändern befinden.

Für einen Teil der Versicherten könnte der Anstieg jedoch moderat ausfallen. Die PKV-Unternehmen prüfen aktuell, ob und in welchem Umfang freie Rückstellungen für Beitragsrückerstattungen (BRE) eingesetzt werden können, um die Beitragsspitzen für die Kunden abzufedern.

Eich positionierte sich kritisch gegenüber den aktuellen politischen Maßnahmen zur GKV-Reform. Die politische Absicht, steigende Beiträge im gesetzlichen System zu verhindern, greife zu kurz. Der Experte verweist darauf, dass Gesundheitsökonomen stark bezweifeln, ob die Zusatzbeiträge der gesetzlichen Kassen im kommenden Jahr überhaupt stabil gehalten werden könnten.

Kein systemisoliertes Problem

Sowohl das umlagefinanzierte GKV-System als auch das kapitalgedeckte PKV-System kämpfen mit denselben exogenen Preistreibern (Krankenhauskosten, Arzneimittel, Personal). Während GKV-Versicherte über eine höhere Beitragsbemessungsgrenze und steigende Zusatzbeiträge belastet werden, führt die Dynamik in der PKV zu flächendeckenden Tarifanpassungen per Anfang 2027, die nur teilweise durch den Einsatz von Rückstellungen abgemildert werden können, so Eich.

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