Preise für medizinische Materialien steigen um zwei Prozent
Die aktuelle Entwicklung setzt den seit einem Jahr anhaltenden Trend fort, berichtet die Praxisdienst als große Plattform für medizinische Verbrauchsmaterialien. Seit dem dritten Quartal 2025 sind die Preise für die in der Analyse berücksichtigten Produkte kontinuierlich gestiegen.
Alle Produktkategorien werden teurer. Auffällig ist dem Anbieter zufolge insbesondere die Breite der Preisentwicklung: Im dritten Quartal 2026 verteuerten sich sämtliche acht im Preisindex untersuchten Produktkategorien. Nach dem zweiten Quartal 2026 ist dies erst das zweite Mal seit Einführung des Index, dass in allen Kategorien gleichzeitig steigende Preise festgestellt wurden.
Den stärksten Anstieg verzeichnete Schutzkleidung mit 3,62 Prozent. Überdurchschnittlich entwickelten sich auch Papierprodukte und Laborbedarf mit jeweils 2,74 Prozent. Der aktuelle Preisindex liegt nun bei 106,97 Punkten. Im Vorquartal waren es 104,86 Punkte.
Die Preisentwicklung nach Produktkategorien:
Schutzkleidung: + 3,62 Prozent (+ 3,91 Punkte) auf 111,83 Punkte
Wund und Verbandsmaterial: + 1,51 Prozent (+ 1,53 Punkte) auf 102,64 Punkte
Hygieneartikel/Papierprodukte: + 2,74 Prozent (+ 2,87 Punkte) auf 107,76 Punkte
Desinfektion: + 1,70 Prozent (+ 1,73 Punkte) auf 103,41 Punkte
OP-Bedarf/Einmalinstrumente: + 1,86 Prozent (+ 1,98 Punkte) auf 108,66 Punkte
OP-Bedarf/sonstige Abdeckungen: + 0,66 Prozent (+ 0,69 Punkte) auf 104,85 Punkte
Laborbedarf: + 2,74 Prozent (+ 2,90 Punkte) auf 108,80 Punkte
Infusion und Injektion: + 1,21 Prozent (+ 1,29 Punkte) auf 107,84 Punkte
Herstellerpreise, schwacher Euro und Transportkosten erhöhen den Preisdruck
Die Ursachen für die aktuelle Preisentwicklung unterscheiden sich je nach Herkunft der Produkte, erklärt Praxisdienst. Bei europäischen beziehungsweise lokalen Herstellern wirkten sich insbesondere Preisanpassungen zum Juli und August aus. Einzelne Hersteller erhöhten ihre Preise dabei um 5 Prozent oder mehr.
Bei importierten Produkten belasten dagegen vor allem Wechselkurseffekte sowie weiterhin hohe Transportkosten die Einstandspreise, heißt es. Das zeigt sich etwa bei importierter Schutzkleidung: Die reinen Artikelpreise haben sich teilweise nur geringfügig verändert, während sich die tatsächlichen Beschaffungskosten durch Wechselkurs- und Logistikeffekte dennoch erhöht haben.
Hinzu käme, dass die gestiegenen Beschaffungskosten bislang nicht vollständig an die Kunden weitergegeben wurden, sagt der Anbieter zu der Preisanalyse. Trotz des bereits deutlichen Anstiegs im dritten Quartal liegen die Preisanpassungen des medizinischen Fachhandels teilweise noch unter den vorausgegangenen Kostensteigerungen auf Hersteller- und Beschaffungsseite.
Preisdruck dürfte im vierten Quartal anhalten
Auch für das vierte Quartal 2026 deute derzeit wenig auf eine Entspannung hin. Denn neben höheren Herstellerpreisen sowie gestiegenen Beschaffungs- und Logistikkosten nehmen auch die Kosten innerhalb des medizinischen Fachhandels weiter zu, meldet Praxisdienst. Hierzu zählten insbesondere Transport- und Energiekosten, Personalkosten sowie höhere Aufwendungen für Betriebsausstattung und Investitionen.
Gleichzeitig seien die Möglichkeiten des Fachhandels, zusätzliche Kosten dauerhaft über die eigene Marge aufzufangen, aufgrund des intensiven Wettbewerbs und vergleichsweise geringer Margen begrenzt.
Herstellerpreiserhöhungen, hohe Beschaffungs- und Logistikkosten, gestiegene Personal- und Betriebskosten sowie der schwache Euro sprechen laut dem Anbieter deshalb derzeit gegen kurzfristig sinkende oder stabile Preise. Für das vierte Quartal 2026 rechnet er daher mit einem weiteren Anstieg der Preise für medizinisches Verbrauchsmaterial.






