Studie

Probiotika lindern Halitosis

von nl
Zahnmedizin
Probiotische Bakterien, die üblicherweise in fermentierten Lebensmitteln wie Joghurt, Sauerteigbrot und Miso-Suppe vorkommen, könnten dazu beitragen, Mundgeruch vorübergehend zu mildern.

Eine aktuelle Metaanalyse kommt zu dem Ergebnis, dass verschiedene Probiotika dazu beitragen könnten, Halitosis zumindest kurzfristig (Zeitraum: unter vier Wochen) zu reduzieren. Intraoral sind flüchtige Schwefelverbindungen die Hauptursache für anhaltenden Mundgeruch. Diese Verbindungen werden vom oralen Mikrobiom produziert und stehen mit einer schlechten Mundhygiene, aber auch parodontalen Erkrankungen in Zusammenhang. Zu den Möglichkeiten, das Problem zu bekämpfen, gehören, neben einer Parodontitis-Behandlung und einer Verbesserung der Mundhygiene, unter anderem Mundspülungen, Kaugummis und Zungenschaber.

Verschiedene Studien deuten darauf hin, dass probiotische Bakterien wirksam gegen Halitosis sein könnten. Um dies näher zu untersuchen und herauszufinden, wie lange eine solche Wirkung anhalten könnte, durchsuchten die Forschenden Datenbanken nach randomisierten klinischen Studien, die bis Februar 2021 veröffentlicht wurden. Von den anfänglich 238 Studien wurden allerdings nur sieben in die Metaanalyse einbezogen, an denen insgesamt 278 Personen teilnahmen. Die Zahl der Teilnehmenden an den einzelnen Studien war gering und reichte von 23 bis 68, wobei die Altersspanne zwischen 19 und 70 Jahren lag. Die Beobachtungszeiträume reichten von zwei bis 12 Wochen.

Der Schweregrad des Mundgeruchs wurde anhand des Gehalts an flüchtigen Schwefelverbindungen, die im Mund nachgewiesen wurden, oder anhand des OLP-Scores definiert, mit dem der Atemgeruch in verschiedenen Abständen vom Mund gemessen wird. Der Zungenbelag-Score (drei Studien) und der Plaque-Index (drei Studien) wurden ebenfalls in die Analyse einbezogen.

Wirkung hält nur vier Wochen

Es zeigte sich, dass die OLP-Werte bei den Probiotika-Gruppen im Vergleich zu den Vergleichsstudien signifikant zurückgingen, unabhängig von der Länge des Beobachtungszeitraums. Lactobacillus salivarius, Lactobacillus reuteri, Streptococcus salivarius und Weissella cibaria, die in Form von Nahrungsergänzungsmitteln eingenommen wurden, könnten dazu beitragen, den Atem zu erfrischen. Ein ähnliches Ergebnis wurde bei den nachgewiesenen Werten für flüchtige Schwefelverbindungen beobachtet, obwohl diese in den einzelnen Studien sehr unterschiedlich ausfielen und die beobachteten Wirkungen nur bis zu vier Wochen anhielten. Danach gab es keinen nennenswerten Unterschied mehr. Bei der Bewertung des Zungenbelags oder Plaqueindex gab es jedoch keine signifikanten Unterschiede zwischen den Probiotika-ProbandInnen und denjenigen, die keine Probiotika erhielten.

Studienlage ist (noch) dünn

Probiotika können die Zersetzung von Aminosäuren und Proteinen durch anaerobe Bakterien im Mund hemmen und so die Produktion von unangenehm riechenden Nebenprodukten eindämmen, erklären die Forschenden. Sie mahnen jedoch zur Vorsicht bei der Interpretation ihrer Ergebnisse. Die Stichprobengröße der einbezogenen Studien war gering und einige der Daten waren unvollständig. Diese Faktoren sowie Unterschiede bei den Nachweismethoden, den Bakterienarten und große Unterschiede in der Konzeption und Methodik der klinischen Studien schwächen die Ergebnisse ab. "Diese systematische Übersichtsarbeit und Metaanalyse zeigt, dass Probiotika (zum Beispiel Lactobacillus salivarius, Lactobacillus reuteri, Streptococcus salivarius und Weissella cibaria) die Halitosis durch eine kurzfristige Verringerung der [flüchtigen Schwefelverbindungen] lindern können, aber es gibt keine signifikante Wirkung auf die Hauptursachen der Halitosis, wie Plaque und Zungenbelag", schlussfolgern die Forschenden [Huang et al., 2022].

Huang N, Li J, Qiao X, et al. Efficacy of probiotics in the management of halitosis: a systematic review and meta-analysis. BMJ Open 2022;12:e060753. doi: 10.1136/bmjopen-2022-060753

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