Signifikanter Zusammenhang zwischen OSA-Risiko und psychischen Erkrankungen
Die Forschenden vom Ottawa Hospital Research Institute und der Universität Ottawa in Kanada wollten herausfinden, ob ein hohes OSA-Risiko mit einer erhöhten Wahrscheinlichkeit für gleichzeitig bestehende und zukünftige psychische Erkrankungen bei Erwachsenen mittleren und höheren Alters einhergeht.
Zu Beginn der nationale Kohortenstudie nahmen 30.097 Erwachsene im Alter von 45 bis 85 Jahren teil, wobei Nachbeobachtungsdaten für 27.765 Teilnehmer nach einem Median von 2,9 Jahren vorlagen.
Zur OSA
Die obstruktive Schlafapnoe (OSA) ist eine weit verbreitete chronische schlafbezogene Atmungsstörung, die sich durch wiederholten Kollaps des oberen Atemwegs im Schlaf auszeichnet. Dies führt zu Schlafunterbrechungen, einer Entsättigung des Blutsauerstoffs und übermäßiger Tagesschläfrigkeit (Excessive Daytime Sleepiness, EDS), also ungewollter Einschlafneigung, gerade in monotonen Situationen, wie beispielsweise Sekundenschlaf am Steuer. Schlafapnoe geht außerdem mit einer erhöhten Mortalität [Balk et al., 2011] und Morbidität im Sinne von kardio- und cerebrovaskulären Erkrankungen, Diabetes und kognitiven Einschränkungen einher. Sie ist negativ mit der Lebensqualität und positiv mit Verletzungen im Straßenverkehr assoziiert [Jonas et al., 2017] und betrifft schätzungsweise eine Milliarde Menschen weltweit [Benjafiled et al., 2019].
Ein hohes Schlafapnoe-Risiko wurde den Probanden dann attestiert, wenn sie in einem Fragebogen mindestens zwei der folgenden Faktoren bejaht hatten: Schnarchen, Tagesschläfrigkeit, beobachtete Atemaussetzer im Schlaf oder Bluthochdruck.
Insgesamt wiesen 7.066 von 30.097 Personen (23,5 Prozent) zu Studienbeginn und 7.493 von 27.765 Personen (27,0 Prozent) bei der Nachuntersuchung ein hohes OSA-Risiko auf. Eine schlechte psychische Gesundheit bei 10.334 von 30.097 Personen (34,3 Prozent) zu Studienbeginn und bei 8.851 von 27.765 Personen (31,9 Prozent in der Nachuntersuchung festgestellt.
OSA-Risiko erhöht Gefahr für psychische Erkrankungen um 40 Prozent
In adjustierten Modellen war ein hohes Risiko für obstruktive Schlafapnoe (OSA) mit einer um etwa 40 Prozent erhöhten Wahrscheinlichkeit für den kombinierten Endpunkt sowohl zu Studienbeginn (Odds Ratio [OR] 1,39; 95 Prozent-Konfidenzintervall [KI] 1,28–1,50) als auch bei der Nachuntersuchung (OR 1,40; 95 Prozent-KI 1,30–1,50) assoziiert. In einer Analyse mit wiederholten Messungen blieb das OSA-Risiko mit einer um 44 Prozent erhöhten Wahrscheinlichkeit für den kombinierten Endpunkt assoziiert (OR 1,44; 95 Prozent-KI 1,34–1,53).
Im Ergebnis wiesen Personen mit hohem OSA-Risiko also sowohl zu Studienbeginn als auch im Verlauf der Studie ein um etwa 40 Prozent erhöhtes Risiko für psychische Erkrankungen auf. Auch im Zeitverlauf blieb ein hohes OSA-Risiko mit einem um 44 Prozent erhöhten Risiko für das Auftreten neuer psychischer Erkrankungen verbunden.
„Diese Ergebnisse schließen Wissenslücken über den Zusammenhang zwischen OSA und psychischer Gesundheit im Alter und unterstreichen die Notwendigkeit integrierter Screening- und Interventionsstrategien“, folgern die Autorinnen und Autoren.
Kendzerska T, Mallick R, Li W, Robillard R, Taler V, Webber C, Saymeh M, Dang-Vu TT, Tanuseputro P, Fiedorowicz JG. Obstructive Sleep Apnea Risk and Mental Health Conditions Among Older Canadian Adults in the Canadian Longitudinal Study on Aging. JAMA Netw Open. 2025 Dec 26;8(12):e2549137. doi: 10.1001/jamanetworkopen.2025.49137. PMCID: PMC12743280.



