Studie aus Südafrika

Sport verbessert COVID-Impfschutz

von LL
Gesellschaft
Beeinflusst Sport den Corona-Impfschutz? Diese Frage konnte eine Fall-Kontroll-Studie mit fast 200.000 Beschäftigten aus dem Gesundheitswesen klar beantworten.

Kann regelmäßige körperliche Aktivität die Wirksamkeit der COVID-19-Impfung erhöhen? Diese Frage stellten sich Forschende aus Südafrika. Für ihre Fall-Kontroll-Studie stützten sie sich auf anonymisierte Krankenakten und aufzeichnungsfähige Aktivitätsdaten von 196.444 Beschäftigten im südafrikanischen Gesundheitswesen, die mit dem J&J-Impfstoff geimpft wurden und an einem Health- und Vitality-Wellness-Programm teilnahmen.

Den Autoren zufolge ist das die erste Studie, die aktuelle, direkt gemessene Daten zur körperlichen Aktivität verwendet, um einen Zusammenhang zwischen einem erhöhten Maß an regelmäßigem Sport und der Wirksamkeit der Impfung gegen negative COVID-19-Folgen nachzuweisen.

"Wir wollten die Hypothese überprüfen, wonach regelmäßige körperliche Aktivität die immunstärkende Wirkung der COVID-19-Impfstoffe verstärkt und so die Zahl der schwerwiegenden Krankheitsfälle bei den Geimpften - gemessen durch Krankenhauseinweisungen - verringert", bekräftigt Studienleiterin Shirley Collie aus Johannesburg.

Sie und ihr Team untersuchten den Einfluss körperlicher Aktivität auf das Hospitalisierungsrisiko aufgrund von COVID-19 bei Menschen mit und ohne vollständige Impfung ab 28 Tage nach der ersten Dosis. Dafür wurden die Probanden in Gruppen mit niedriger, mittlerer und hoher körperlicher Aktivität eingeteilt.

Das HospitalisierungsRisiko sinkt um das Dreifache

Im Ergebnis hatte die Probanden, die vollständig geimpft waren und sich wöchentlich viel bewegten, ein fast dreimal geringeres Risiko, wegen COVID ins Krankenhaus eingeliefert zu werden, als diejenigen, die zwar geimpft waren, sich aber nur wenig bewegten.

"Das Risiko einer Krankenhauseinweisung war bei vollständig geimpftem Gesundheitspersonal in der Gruppe mit geringer körperlicher Aktivität um 60 Prozent und in den Gruppen mit mittlerer und hoher körperlicher Aktivität um 72 Prozent beziehungsweise 86 Prozent reduziert", erklärt Collie. "Die Ergebnisse deuten auf eine mögliche Dosis-Wirkung hin, bei der ein hohes Maß an körperlicher Aktivität mit einer höheren Wirksamkeit des Impfstoffs verbunden war."

Bereits frühere Studien deuteten darauf hin, dass regelmäßige körperliche Betätigung von mäßiger Intensität die Schutzwirkung von Impfstoffen verstärkt, insbesondere bei Personen mit Immunschwäche, einschließlich älterer Menschen. Das Studienteam vermutet vermut, dass es sich bei dem Effekt um eine Kombination aus erhöhten Antikörperspiegeln, verbesserter T-Zell-Immunüberwachung und psychosozialen Faktoren handeln könnte.

"Zusammenfassend zeigt unsere Studie, dass körperliche Aktivität die Schutzwirkung der COVID-19-Einzelimpfung von J&J gegen schwere COVID-19-Erkrankungen zu verstärken scheint", resümiert Collie. "Wir empfehlen daher nachdrücklich, dass körperliche Aktivität durch verstärkte Aufklärung der Bevölkerung gefördert werden sollte, um das individuelle und bevölkerungsweite Risiko einer schweren COVID-19-Erkrankung zu verringern."

Collie S, et al: „Association between regular physical activity and the protective effect of vaccination against SARS-CoV-2 in a South African case-control study.“ Br J Sports Med. 2022 Oct 24:bjsports-2022-105734. doi: 10.1136/bjsports-2022-105734. Epub ahead of print. PMID: 36280289.

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