Medizin

Trägervirus stoppt Lebensmittelallergie

Chrisitne Vetter
Nachrichten
Anders als bei der Pollenallergie ist eine Hyposensibilisierung bei Lebensmittelallergien nicht praktikabel. Forscher haben nun eine andere Möglichkeit gefunden, um den Körper an das Allergen zu gewöhnen.

Die Wissenschaftler um Dr. Masako Toda am Paul-Ehrlich-Institut nutzen ein Trägervirus, das sogenannte modifizierte Vacciniavirus Ankara, kurz MVA. Das Virus wird mit der genetischen Information des Allergens, gegen das der Körper desensibilisiert werden soll, quasi "beladen“ und in antigen­präsentierende Zellen des Körpers eingeschleust. Die Zellen exprimieren Allergenfragmente auf ihrer Oberfläche, was die Desensibilisierung bewirken und zur Folge haben soll, dass allergische Reaktionen ausbleiben.

Bei Mäusen funktioniert es schon

Dass das Konzept zumindest tierexperimentell aufgeht, hat sich bereits bei Mäusen mit Ovalbumin-Allergie gezeigt: Nach einer Impfung der Tiere mit MVA und dem Gen für Ovalbumin und anschließender Exposition mit dem Hühnereiweiß blieb die ansonsten in dieser Situation übliche massive Zunahme allergieauslösender Antikörper aus.

Durch die Virus-Vakzinierung wurde außerdem das Auftreten klinischer Symptome wie Durchfall, Gewichtsabnahme und Abnahme der Körpertemperatur verhindert und es kam nicht zu entzündlichen Veränderungen der Darmschleimhaut (siehe Abbildung). Nun soll geprüft werden, wie lange der Allergieschutz anhält, ob sich mit dem neuen Ansatz bereits vorhandene Allergien erfolgreich behandeln lassen und ob das Konzept auch bei Lebensmittelallergien des Menschen erfolgreich ist.   

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