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Zahntechniker verabschieden gemeinsame Erklärung

VDZI warnt vor Kürzungen bei Zahnbehandlungen und Zahnersatz

ao
Politik
Der Verband Deutscher Zahntechniker Innungen (VDZI) hat vor Leistungskürzungen bei Zahnbehandlungen und Zahnersatz gewarnt. Das verschärfe soziale Ungleichheiten im Gesundheitswesen und verursache langfristig höhere Folgekosten.

Während ihrer Mitgliederversammlung am 5. März in Leipzig verabschiedeten die Delegierten des VDZI eine gemeinsame Erklärung. Anlässlich des 70-jährigen VDZI-Jubiläums bekennen sich die VDZI-Mitgliedsinnungen damit zur zentralen Verantwortung für die Mundgesundheit der Bevölkerung in Deutschland, teilte der Verband mit.

In der „Leipziger Erklärung zur Bedeutung der Zahnersatzversorgung für die Mundgesundheit in Deutschland“ erteilen die VDZI-Delegierten dem Vorstoß des CDU-Wirtschaftsrats eine klare Absage. Der Lobbyverband hatte Anfang Februar dazu aufgerufen, Behandlungen beim Zahnarzt aus der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) auszugliedern. Gegen diesen Vorstoß gab es viel Widerstand. Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) schloss eine Streichung der Zahnbehandlungen aus dem GKV-Leistungskatalog später aus. Auch die Zahnärzteschaft lehnte den Vorschlag ab.

VDZI: „Zahnbehandlungen und Zahnersatz sind keine Luxusgüter"

„Zahnbehandlungen und Zahnersatz sind keine Luxusgüter, sondern elementarer Bestandteil der medizinischen Grundversorgung“, stellte der VDZI in der Leipziger Erklärung klar. Wer diese Leistungen aus der solidarischen Finanzierung herauslöse oder weiter beschneide, nehme bewusst in Kauf, dass sich soziale Ungleichheiten im Gesundheitswesen weiter verschärften.

Der Verband begrüßte, dass sich Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) deutlich gegen Leistungskürzungen im Bereich Zahnbehandlung und Zahnersatz ausgesprochen habe. Auch die deutsche Zahnärzteschaft habe sich klar dazu bekannt, dass Mund- und Allgemeingesundheit unzertrennlich seien, heißt es in der „Leipziger Erklärung“.

Der VDZI wertete „die Bekenntnisse zur solidarischen Absicherung der zahnmedizinischen Versorgung“ als ein wichtiges Signal für die Patientinnen und Patienten sowie die im System tätigen Gesundheitsberufe. Er warnte vor möglichen Auswirkungen von Leistungskürzungen auf vulnerable Bevölkerungsgruppen.

Verzicht auf notwendigen Zahnersatz kann hohe Folgekosten verursachen

„Schon heute verzichten viele Menschen aus Kostengründen auf notwendigen Zahnersatz oder zögern dringend erforderliche Behandlungen hinaus, mit teils gravierenden gesundheitlichen Folgen. Weitere Einschnitte würden diese Entwicklung verschärfen und langfristig sogar höhere Folgekosten im Gesundheitssystem verursachen“, warnt der Verband.

Das halten KZBV und BZÄK von den Vorschlägen des CDU-Wirtschaftsrats

Eine Verlagerung der zahnmedizinischen Versorgung in die vollständige Eigenverantwortung der Patientinnen und Patienten geht laut KZBV und BZÄK mit der Gefahr einher, dass

  • die zahnmedizinische Gesundheitsversorgung von der individuellen Leistungsfähigkeit der Patientinnen und Patienten abhängen würde. Gerade Familien wären doppelt betroffen: Sie müssten für jedes Familienmitglied die Risiken einzeln absichern, da der Rückhalt der Familienversicherung vollständig entfiele.

  • der Sozialstatus der Patientinnen und Patienten am Zahnstatus ablesbar wäre: Sozial Schwache würden zahnmedizinische Versorgung aufgrund ihrer finanziellen Lage primär zur Schmerzversorgung und nur in Notfällen in Anspruch nehmen können.

  • die Versorgung der Bevölkerung, insbesondere aber von vulnerablen Patientengruppen (Pflegebedürftigen und Menschen mit Behinderungen) und von Kindern (mit entsprechenden Folgeschäden/-kosten durch Wegfall von Präventionsleistungen) gefährdet würde. Dies zeige besonders, wie unsozial ein solcher Vorschlag ist.

  • mangels Steuerungsmechanismen durch die Selbstverwaltung bestehende Lücken bei der flächendeckenden Versorgung, insbesondere in ländlichen Regionen, forciert würden.

  • Deutschland den im internationalen Vergleich bei der Mundgesundheit erreichten Spitzenplatz und das hohe Versorgungsniveau der Bevölkerung verlieren würde.

KZBV und BZÄK

Der VDZI fordert eine sachliche und verantwortungsvolle Diskussion über die nachhaltige Finanzierung des Gesundheitssystems. „Notwendig sind Lösungen, die Versorgungssicherheit, Qualität und soziale Gerechtigkeit miteinander verbinden, nicht pauschale Kürzungsvorschläge auf dem Rücken von Patientinnen und Patienten sowie der Gesundheitsberufe“, heißt es.

Zur Sicherstellung der Zahnersatzversorgung durch die zahntechnischen Meisterlabore sagte VDZI-Präsident Dominik Kruchen: „Eine gute Mundgesundheit ist Voraussetzung für Lebensqualität, Teilhabe und allgemeine Gesundheit. Wer hier spart, spart an der falschen Stelle.“

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