Großbritannien verbietet Tabakverkauf an junge Menschen
Großbritanniens Gesundheitsminister Wes Streeting bezeichnete die Verabschiedung des Gesetzes als „historischen Moment“. Damit werde erstmals "eine rauchfreie Generation vor einem Leben mit Sucht und gesundheitlichen Schäden bewahrt“.
Beide Kammern des Parlaments hatten sich auf die endgültige Fassung des Gesetzes geeinigt. Ende März hatten die Abgeordneten den Gesetzentwurf in der letzten Lesung mit großer Mehrheit angenommen. Jetzt muss noch die Zustimmung von König Charles III. folgen, die als Formsache gilt.
Verboten wird nicht das Rauchen selbst
Das neue Gesetz sieht vor, dass alle ab dem 1. Januar 2009 geborenen Bürgerinnen und Bürger Großbritanniens niemals legal Tabak erwerben dürfen. Die Labour-Partei hatte zuvor schon den Verkauf von Einweg-E-Zigaretten verboten (zm berichtete). Das Verbot trat am 1. Juni 2025 in Kraft.
Das neue Gesetz in Großbritannien sieht zudem ein Rauchverbot in bestimmten Außenbereichen vor, wie dem Umfeld von Schulen und Krankenhäusern sowie Kinderspielplätze. Verboten wird allerdings nur der Verkauf von Zigaretten, nicht das Rauchen selbst.
Großbritannien ist nach den Malediven das zweite Land weltweit, das ein Tabakverbot für komplette Generationen verhängt. Die Malediven hatten im November den Verkauf von Tabakprodukten an alle ab dem 1. Januar 2007 geborenen Menschen untersagt. Andere Länder wie Neuseeland und Australien verfolgten kurzzeitig vergleichbare Verbote, hoben diese jedoch nach Regierungswechseln wieder auf.
Rauchen verursacht in Großbritannien laut Angaben des britischen Gesundheitsdienstes NHS etwa 80.000 Todesfälle jährlich und ist für jeden vierten Todesfall durch Krebs verantwortlich. Der Schaden für die britische Wirtschaft wird auf etwa 18 Milliarden Pfund (umgerechnet 21,4 Milliarden Euro) pro Jahr geschätzt.


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