FVDZ: „Entlastungsprämie ist Zusatzbelastung für Praxen!“
In einem offenen Brief an Bundeskanzler Friedrich Merz warnt der Verband vor den negativen Folgen für inhabergeführte Zahnarztpraxen. „Es kann doch nicht sein, dass die staatlich gewollten Entlastungen für Arbeitnehmer auf dem Rücken der kleinen Arbeitgeber ausgetragen werden“, stellte der FVDZ-Bundesvorsitzende Dr. Christian Öttl klar.
„Was politisch als Entlastung gedacht ist, wirkt in der Praxis wie eine zusätzliche finanzielle Belastung für Arbeitgeber“, schreibt der FVDZ in dem Brief an den Bundeskanzler. Gerade kleine und mittelständische Zahnarztpraxen stünden bereits jetzt unter massivem Druck durch steigende Personal-, Energie- und Materialkosten, zunehmende Bürokratie und einen angespannten Fachkräftemarkt.
Die Zahlung verschiebt die Erwartungen
„Das ist keine freiwillige Prämie, sondern eine politisch ausgelagerte Zusatzabgabe“, rügt der Verband: Faktisch werde die freiwillige Zahlung zu einem „neuen Erwartungsstandard bei den Mitarbeitenden“. Besonders kritisch sieht der FVDZ die Auswirkungen auf den Wettbewerb um Fachkräfte. Finanzstärkere Strukturen könnten die Prämie leichter zahlen und damit Personal anziehen, während kleinere Praxen noch mehr unter Druck gerieten.
Die Prämie schafft zusätzliche Konflikte
Statt Entlastung entstehe ein zusätzlicher Konflikt im Praxisalltag der zahnärztlichen Teams, warnt der FVDZ. Mitarbeitende würden die Prämie als Selbstverständlichkeit ansehen, die ihnen zusteht. Praxen, die diese nicht leisten könnten, gerieten in Erklärungsnot – trotz fairer Bezahlung und sicherer Arbeitsplätze.
Der Verband fordert die Bundesregierung auf, Maßnahmen zur Entlastung von Arbeitnehmern konsequent aus dem Staatshaushalt zu finanzieren und nicht auf Arbeitgeber abzuwälzen. „Wer das Gesundheitssystem stärken will, darf die wirtschaftliche Basis der niedergelassenen Praxen nicht weiter schwächen“, betonte Öttl.


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