Große Mehrheit für höhere Tabaksteuer und Präventionsabgabe
Für die vom DKFZ beauftragte Erhebung wurden etwa 1.000 Bürgerinnen und Bürger ab 14 Jahren befragt. 66 Prozent der Befragten gaben an, dass sie regelmäßige Tabaksteuererhöhungen befürworten. 73 Prozent unterstützen demnach eine Herstellerabgabe auf Tabakprodukte und E-Zigaretten, die gezielt für Präventionsmaßnahmen genutzt werden kann.
Auch viele Raucher unterstützen eine Herstellerabgabe
Eine Abgabe, die für Präventionsmaßnahmen genutzt wird, befürwortet laut der Befragung auch fast die Hälfte derjenigen, die rauchen oder Tabakerhitzer oder E-Zigaretten verwenden. Beide Maßnahmen haben bei potenziellen Wählerinnen und Wählern aller im Bundestag vertretenen Parteien – mit Ausnahme der AfD – hohe Zustimmungswerte von 70 bis fast 90 Prozent.
Wie das DKFZ mitteilte, belastet der Tabakkonsum das Gesundheitssystem und die Volkswirtschaft pro Jahr mit rund 97 Milliarden Euro. Neben dem durch Rauchen verursachten menschlichen Leid sei dieser Kostenfaktor ein weiterer Grund, den Tabakkonsum in der Bevölkerung zu senken. Die wirksamste Maßnahme dafür seien Preiserhöhungen.
Maßnahmen haben bei Wählern (fast) aller Parteien hohe Zustimmungswerte
Eine Preiserhöhung für Zigaretten um zehn Prozent führe in Industrieländern dazu, dass Erwachsene ihren Zigarettenkonsum durchschnittlich um fünf Prozent reduzieren, die besonders preisempfindlichen Jugendlichen sogar um bis zu 13 Prozent.
Eine neue, vom Hersteller zu entrichtende zweckgebundene Präventionsabgabe biete den Vorteil, dass mit diesen Mitteln gezielt Maßnahmen zur Tabakprävention finanziert werden können. Dies sei eine weitere Entlastung der Gesundheitskassen, argumentiert das DKFZ.
DKFZ fordert jährliche Erhöhung der Tabaksteuer um zehn Prozent
Um die Tabakprävention zu stärken fordert das DKFZ die Bundesregierung auf, die Steuer auf Tabakerzeugnisse und verwandte Produkte jährlich um zehn Prozent zu erhöhen – regelmäßig über zehn Jahre hinweg. Dabei sollten alle Tabakprodukte gleichmäßig besteuert werden und die Steuersätze regelmäßig an Inflation und Einkommenssteigerungen angepasst werden.
Zusätzlich empfiehlt das DKFZ, eine Herstellerabgabe auf Tabakerzeugnisse und verwandte Erzeugnisse, die gezielt für Präventionsmaßnahmen verwendet wird.
„Das würde nicht nur das Gesundheitssystem entlasten, sondern auch zahlreiche tabakbedingte Krebsneuerkrankungen in Deutschland vermeiden“, sagte Ute Mons, Präventionsexpertin am DKFZ.
Für eine deutliche jährliche Anhebung der Tabaksteuern plädiert auch die von der Bundesregierung berufene Finanzkommission Gesundheit. Sie empfiehlt, die zu erwartenden Mehreinnahmen im Milliardenbereich zur Entlastung der solidarisch finanzierten Krankenversicherung einzusetzen.


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