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KZBV zum fünfjährigen Bestehen der Parodontitis-Richtlinie

„Versorgungspolitischer Meilenstein darf nicht kaputtgespart werden“

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Politik
Heute vor fünf Jahren trat die „Richtlinie zur systematischen Behandlung von Parodontitis und anderen Parodontalerkrankungen“ in Kraft. Die Kassenzahnärztliche Bundesveinigung (KZBV) fordert die Politik erneut auf, die Präventionsleistung endlich gesetzlich zu verankern und Mittel zur Verfügung zu stellen.

„Die vor fünf Jahren eingeführte präventionsorientierte PAR-Richtlinie ist ein versorgungspolitischer Meilenstein, für den sich die Zahnärzteschaft zuvor viele Jahre lang eingesetzt hatte und der von allen Beteiligten – inklusive der Krankenkassen, der Wissenschaft und der Politik – unterstützt und erfolgreich in die Versorgung gebracht worden ist“, erinnert der KZBV-Vorsitzende Martin Hendges.

Die strikte Budgetierung bedroht die Präventionserfolge schwer

„Dieser wichtige Ansatz wurde aber durch das GKV-Finanzstabilisierungsgesetz mit seiner strikten Budgetierung schwer beschädigt. Die durchschnittliche Zahl der monatlichen Parodontitis-Neubehandlungen ging dadurch kontinuierlich zurück.“

Die PAR-Richtlinie

Mit der im Juli 2021 eingeführten neuen, präventionsorientierten Parodontitistherapie, die auf den aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen basiert, können seither gesetzlich versicherte Patientinnen und Patienten umfassend und am individuellen Bedarf ausgerichtet behandelt werden. Diese Parodontitisbehandlung, die sich regelhaft über einen Zeitraum von bis zu drei Jahren erstreckt, ist damit eine zentrale Präventionsleistung für die Mund- und Allgemeingesundheit. Zum Maßnahmenprogramm gehört unter anderem eine individuelle Mundhygieneunterweisung, ergänzt um ein parodontologisches Aufklärungs- und Therapiegespräch. Hiermit wurde erstmals die sprechende Zahnmedizin im GKV-Leistungskatalog verankert. Ein wesentlicher Therapieschritt ist die unterstützende Parodontitistherapie, um die Ergebnisse der antiinfektiösen und gegebenenfalls chirurgischen Behandlung zu sichern.

Parodontitis ist der Hauptgrund für den Verlust von Zähnen bei Erwachsenen. Laut Sechster Deutscher Mundgesundheitsstudie haben rund 14 Millionen Menschen in Deutschland eine schwere Parodontalerkrankung. Parodontitis steht in direkter Wechselwirkung mit Diabetes mellitus und nimmt zudem Einfluss auf weitere schwere Allgemeinerkrankungen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen und rheumatische Erkrankungen und kann ein erhöhtes Risiko für Schwangere sowie bei demenziellen Erkrankungen darstellen. Weitere Informationen zur Parodontitis finden Sie hier.

KZBV

Aktuell leiden laut KZBV rund 14 Millionen Menschen an einer schweren Parodontitis. Gab es 2022 entsprechend der hohen Krankheitslast in der Bevölkerung monatlich noch etwa 120.000 neue Parodontitis-Neubehandlungen, brachen diese Zahlen 2023 mit Inkrafttreten der Kostendämpfungsmaßnahmen ein und lagen 2024 nur noch bei etwa 78.000.

"Der Kampf gegen diese Volkskrankheit ist umso wichtiger, weil durch eine unbehandelte oder nicht frühzeitig behandelte Parodontitis hohe Folgekosten entstehen – sowohl im zahnärztlichen als auch im allgemeinmedizinischen Bereich.“

Martin Hendges, Vorsitzender des Vorstandes der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung

Eine nachhaltige Behandlung sei zufolge dadurch deutlich erschwert, betont Hendges. „Die im Regierungsentwurf des GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetzes vorgesehene strikte und dauerhafte Budgetierung droht diesen Effekt noch zu verstärken und zudem die Erfolge in der Zahn- und Mundgesundheit der vergangenen Jahre zu beschädigen“, warnt er.

Eine unbehandelte Parodontitis verursacht hohe Folgekosten

„Damit wir die Volkskrankheit Parodontitis angemessen bekämpfen können, muss die Politik die präventionsorientierte Parodontitistherapie endlich als Früherkennungs- und Vorsorgeleistung gesetzlich verankern sowie für die Versorgung die erforderlichen Mittel zur Verfügung stellen“, fordert Hendges.

„Der Kampf gegen diese Volkskrankheit ist umso wichtiger, weil durch eine unbehandelte oder nicht frühzeitig behandelte Parodontitis hohe Folgekosten entstehen – sowohl im zahnärztlichen als auch im allgemeinmedizinischen Bereich.“

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