Viele telefonische Beratungen und noch mehr Videosprechstunden
Im ersten Halbjahr 2025 gab es 4,4 Millionen telefonische Beratungen in der kassenärztlichen Versorgung. Nach Angaben des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung (Zi) waren das 232.000 (+5,6 Prozent) mehr als im ersten Halbjahr 2024. Als telefonische Beratung zählt die Besprechung von Laborergebnissen mit Erläuterung der Werte und daraus resultierenden Therapieempfehlungen oder die telefonische Anamnese bei akuten Beschwerden mit Beurteilung der Dringlichkeit und therapeutischer Empfehlung.
Knapp die Hälfte der Videosprechstunden führten Hausärzte durch
Einen noch kräftigeren Zuwachs erkennt das Zi bei den Videosprechstunden. Während diese kassenärztliche Leistung in den Jahren 2022 und 2023 noch signifikante Rückgänge von 24 Prozent (2022) und 17,9 Prozent (2023) verzeichnete, hat sich das Bild nun gedreht. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum wurden im ersten Halbjahr 2025 insgesamt 1,5 Millionen Videosprechstunden mehr abgerechnet. Das stellt einen Zuwachs von 14,2 Prozent dar. „Allerdings“, merkt das Zi an, „entsprechen diese rein telemedizinischen Leistungen insgesamt nur einem Anteil von 2 Prozent an allen Behandlungsfällen.“
Weitere Zahlen aus dem Report
Im ersten Halbjahr 2025 haben die Vertragsärztinnen und -ärzte insgesamt 292,3 Millionen Behandlungsfälle in der ambulanten Versorgung dokumentiert. Damit sind die Fallzahlen gegenüber dem Vorjahreszeitraum mit 1,1 Millionen um 0,4 Prozent geringfügig abgesunken, teilt das Zi mit und hebt folgende Erkenntnisse hervor:
Beim Vergleich der Behandlungsfallzahlen der ersten Halbjahre 2025 und 2024 zeigten sich in der Psychotherapie und Psychiatrie Zuwächse von 3,4 Prozent (+238.000 Fälle). Im ersten Halbjahr 2025 erhöhte sich die Fallzahl bei den Einzeltherapien gegenüber dem Vorjahreszeitraum leicht um 22.000 (+1 Prozent) auf insgesamt 2,2 Millionen und bei den Gruppentherapien deutlich um 45.000 (+25,1 Prozent) auf insgesamt 223.000.
In den übrigen Versorgungsbereichen waren die Zahlen annähernd auf dem Vorjahresniveau oder leicht rückläufig: Im hausärztlichen Bereich mit einem leichten Minus von 263.000 Fällen (-0,3 Prozent), bei den Fachärztinnen und Fachärzten mit einem marginalen Rückgang von 174.000 Fällen (-0,1 Prozent) und in der Kinder- und Jugendmedizin mit −435.000 Behandlungsfällen (-3 Prozent).
Bei den Früherkennungsuntersuchungen zeigt sich laut Zi erneut ein uneinheitliches Bild: Während die Anzahl der Vorsorgeuntersuchungen bei Kindern im ersten Halbjahr 2025 um 3,7 Prozent (-90.000) auf insgesamt 2,3 Millionen abgesunken ist, stiegen die Fallzahlen beim Mammografie-Screening weiter an (1,6 Millionen, +79.000, +5,1 Prozent) vertragsärztlich abgerechnet worden. Zunahmen auch bei den Früherkennungskoloskopien: Hier gab es im Betrachtungszeitraum einen Fallzahlanstieg um 3,6 Prozent. Insgesamt sind im ersten Halbjahr 2025 mehr als 339.000 Früherkennungskoloskopien (+12.000) vorgenommen worden.
Die Anzahl der ambulanten Operationen hat in den ersten sechs Monaten des Jahres 2025 mit einem Minus von 12.000 Behandlungsfällen gegenüber dem Vorjahreszeitraum 2024 leicht abgenommen (-0,5 Prozent). Insgesamt sind 2,5 Millionen ambulante Operationen abgerechnet worden.
Über das gesamte erste Halbjahr 2025 betrachtet, entfielen 49,6 Prozent der insgesamt 1,5 Millionen Videosprechstunden auf den hausärztlichen, 34,8 Prozent auf den psychotherapeutischen und 15,6 Prozent auf den fachärztlichen Versorgungsbereich. Die fünf Fachgruppen mit den im ersten Halbjahr 2025 gegenüber dem Vorjahreszeitraum größten relativen Zuwächsen bei den Videosprechstunden sind die Internisten (18.000, +5.000, +36,6 Prozent), die sonstigen Leistungserbringer (z.B. ermächtigte Ärzte; 15.000, +4.000, +35,3 Prozent), die HNO-Ärzte (31.000, +8.000, +34,7 Prozent), die Kinder- und Jugendmediziner (41.000, +10.000, +33,7 Prozent) und die Chirurgen (8.000, +2.000, +25,8 Prozent).
Der Zi-Trendreport gibt einen aktuellen Überblick über die Entwicklung der Inanspruchnahme der vertragsärztlichen Versorgung in Deutschland. Die Analyse basiert auf den final geprüften bundesweiten Abrechnungsdaten der KVen. Der Berichtszeitraum der aktuellen Ausgabe erstreckt sich über das 1. Quartal 2021 bis zum 2. Quartal 2025.


169

