Vom Studium in die Handball-Bundesliga
Dabei hatte der 23-Jährige erst vor einem Jahr beschlossen, die Handballkarriere für das Studium aufzugeben und war bei seinem damaligen Verein, dem Zweitligisten TV Hüttenberg, ausgestiegen. Büffeln und Leistungssport – das passte nicht gut zusammen. Sieben bis acht Trainingseinheiten und am Wochenende ein Spieltag, teils mit weiter Anreise, da habe er gemerkt,: "Ich kann nicht dauerhaft auf zwei Hochzeiten tanzen.“
Ihn zog es wieder aufs Spielfeld
Dass es den Handballer wieder aufs Spielfeld zieht, blieb auch seinem neuen Verein, der HSG Wetzlar, nicht verborgen. „Tristan ist ein Spieler, der im Mittelhessischen zuhause ist – unter den Spielern gibt es immer Kontakt, jeder weiß über jeden Bescheid“, verrät ein Sprecher der HSG Wetzlar.
Der Verein fragte den jungen Studenten zunächst an, ober sich vorstellen kann, die Mannschaft im Training zu unterstützen. Aufgrund von Krankheitsausfällen und internationalen Turnieren war das Team dezimiert. Insbesondere Linkshänder – wie Kirschner einer ist – fehlten. Der ließ sich nicht lange bitten und half aus. Die Chemie stimmte direkt und auch bei einem Testspiel, in dem er zwölf Tore warf, konnte Kirschner überzeugen. Wetzlar machte ihm das Angebot, ihn unter Vertrag zu nehmen und er sagte zu. Im Studium legt Kirschner deshalb im Sommersemester erst einmal eine Pause ein. Trotzdem will er sich schon einmal um ein Thema für seine Doktorarbeit bemühen.
TV-Tipp Handball-EM, Halbfinale Deutschland-Kroatien
Spielbeginn morgen, 30.1.,17:45 im Ersten
In Wetzlar freut man sich über den Neuzugang, zumal er ein „waschechter Mittelhesse“ sei, so ein Vereinssprecher: „Wir sind in Mittelhessen eine handballbegeisterte Region und bemühen uns als Verein, die besten Spieler im Umfeld zu fördern."
Die Saison startet mit einem Spiel gegen den Meister
Für Kirschner ist es eine Premiere in der Bundesliga. Aktuell ist dort wegen der laufenden Handball-Europameisterschaft noch Winterpause, aber am 11. Februar geht die Saison wieder los – für Wetzlar mit einem Spiel gegen die Berliner Füchse. Der Zahnmedizinstudent freut sich schon. Erst einmal auf die Chance, sich „auf höchstem Niveau zeigen zu können“. Aber auch, dass er im ersten Spiel gleich auf den amtierenden deutschen Meister trifft. “Das ist natürlich ein Brecher.“
Deutschland hat gestern Frankreich 38:34 besiegt. Im morgigen EM-Halbfinale gegen Kroatien habe die Nationalmannschaft gute Chancen, glaubt Kirschner. Immerhin habe sie in zwei Testspielen gegen die Kroaten zuletzt gewonnen.






