Umfrage zum Bewerberverhalten

Warum der Kampf gegen Lästern, Mobbing & Co. so wichtig ist

mg
Praxis
Praxen sollten die Pflege ihrer Unternehmenskultur ernst nehmen. Eine Umfrage zeigt: 48 Prozent bewerben sich nicht bei Unternehmen, die darin schlecht abschneiden. Und es gibt wohl noch mehr Effekte.

Die Umfrage wurde von dem Software-Hersteller Culture Shift unter 1.000 Beschäftigten in Großbritannien durchgeführt. Teil der Stichprobe waren jeweils mehr als 100 Befragte aus den Sektoren Banken und Finanzen, Gesundheitswesen, Versicherungen, Recht, öffentlicher Dienst sowie Investoren. Das 2018 gegründete Unternehmen beschäftigt sich intensiv mit dem Thema, denn es vertreibt eine softwarebasierte Echtzeit-Meldeplattform zur Erkennung und Verhinderung von Belästigung und Mobbing am Arbeitsplatz. 

Die Umfrage zeigt, welche Auswirkungen es hat, wenn Organisationen in dem Ruf stehen, ein schlechter Arbeitgeber zu sein:

  • 69 Prozent der Befragten im Gesundheitswesen wollen keine Stelle antreten in einem Unternehmen, von dem es heißt, dass dort eine schlechte Unternehmenskultur herrscht. Der höchste Wert zeigte sich in der Gesamtumfrage in der Rechtsbranche (73 Prozent), der niedrigste in der Bankbranche (57 Prozent).

  •  48 Prozent der Befragten im Gesundheitswesen wollen sich gar nicht erst bei schlecht bewerteten Unternehmen bewerben. Das ist der höchste Wert. In den übrigen Branchen beträgt der Wert zwischen 41 Prozent (Recht) und 47 Prozent (Versicherungen).

  • Und 47 Prozent der Befragten im Gesundheitswesen würden ihren Arbeitgeber tatsächlich auf entsprechenden Onlineportalen bewerten oder andere aktiv vor einer Bewerbung warnen, wenn die Unternehmenskultur schlecht wäre. Vergleichbare Werte gibt es in den Branchen Banken und Versicherungen (beide 46 Prozent) und Recht (49 Prozent). Deutlich weniger sind es nur im öffentlichen Dienst (33 Prozent). 

Die Umfrage beschäftigte sich jedoch auch mit den Effekten auf Kunden und Investoren: Demnach gaben 60 bis 72 Prozent der befragten Beschäftigten (darunter 64 Prozent der Beschäftigten im Gesundheitswesen) an, keine Produkte eines Unternehmens kaufen zu wollen, das den Ruf hat, seine Mitarbeitenden schlecht zu behandeln. Und für Investoren ist der Umgang mit Mitarbeitenden (36 Prozent) neben dem generellen Ruf eines Unternehmens (54 Prozent) der entscheidende nicht-finanzielle Aspekt bei der Bewertung eines Unternehmens.

Was ist das Problem: eine Einzelperson oder die Struktur?

„Nehmen Sie sich Zeit, um zu verstehen, was für Ihr Team wichtig ist”, schreibt Culture Shift darum im Fazit seiner Umfragenauswertung. Zufriedene Mitarbeiter, die sich wertgeschätzt fühlen, arbeiteten nicht nur produktiver, sondern seinen ein wichtiger Baustein, um ein positives Unternehmensimage in der Öffentlichkeit aufzubauen und zu festigen. „Gehen Sie präventiv vor, um eine toxische Arbeitskultur zu vermeiden, bevor Sie zum Problem wird”, rät der Dienstleister.

Unternehmen sollten sich Zeit nehmen, um zu verstehen, was das akute Problem und dessen Ursache ist – ein Team, eine Einzelperson oder eine Struktur? Hinweise von Mitarbeitenden sollten Chefs dankbar aufnehmen. Sie stellten wertvolle Tipps zur Problemlösung dar.

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