Was Patienten ihrem Arzt gerne verheimlichen
18 Prozent der Bevölkerung in Deutschland haben beim Arzt schon einmal Informationen über gesundheitliche Probleme oder Beschwerden verschwiegen – vermutlich aus Scham oder Peinlichkeit. So haben 23 Prozent der Frauen und 13 Prozent der Männer bestimmte Themen nicht angesprochen.
„Falsche Scham kann negative Folgen für den Behandlungsverlauf mit sich bringen und den Behandlungserfolg beeinträchtigen. Es besteht kein Anlass, bestimmte Beschwerden zu verschweigen. Das Arzt-Patienten-Verhältnis ist geschützt, es unterliegt aus gutem Grund der ärztlichen Schweigepflicht“, sagt Barmer-Chef Prof. Christoph Straub.
Das Vertrauen in Ärzte ist sehr groß
Zumindest scheint es zumindest in vielen Fällen nicht an einem mangelnden Vertrauen in die Ärzte liegen. Nach eigenem Bekunden vertrauen 92 Prozent der Befragten den Medizinern, wenn es um das Thema Gesundheit geht. Mit diesem Wert liegen Ärztinnen und Ärzte an der Spitze des Patientenvertrauens, deutlich vor den Krankenkassen und der Gruppe „Familie und Freunde“ mit 78 Prozent.
Doch die Scham ist größer
Wie aus der Forsa-Umfrage weiter hervorgeht, haben gerade junge Menschen die größten Probleme, beim Arzt bestimmte Themen anzusprechen. In der Gruppe der 18- bis 29-Jährigen haben nach eigenen Angaben 28 Prozent Beschwerden verschwiegen. Dieser Anteil wird mit zunehmendem Alter immer geringer. Bei Personen ab 60 Jahren war dies nur noch bei 13 Prozent der Fall. „Junge Menschen haben in der Regel noch nicht so viel Kontakt mit Ärzten. Dieser steigt mit zunehmendem Alter. Dadurch kann eine Vertrauensbasis entstehen, die das Ansprechen bestimmter Beschwerden erleichtert“, erklärt Barmer-Chef Straub.
Das sind die Tabuthemen
Laut der Umfrage für die Barmer sagten 28 Prozent, sie hätten Schwierigkeiten, Beziehungs- und Partnerschaftsprobleme bei einem Arztbesuch anzusprechen, unabhängig davon, ob eine solche Situation bereits eingetreten ist. Bei Sexualgesundheit und sexuellen Problemen sagten dies 25 Prozent und bei häuslicher Gewalt oder Missbrauch 20 Prozent.
„Gerade bei gravierenden Beschwerden und besonders belastenden gesundheitlichen Problemen ist es wichtig, mit dem Arzt darüber offen zu sprechen. Nur dann ist eine optimale Unterstützung und Behandlung möglich“, sagt Straub.
Das Meinungsforschungsinstitut Forsa befragte im Januar und Februar 2026 im Auftrag der Barmer 1.791 Personen ab 18 Jahren in computergestützten Telefoninterviews.



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