Wie viel Vitamin D brauchen Babys?
Bei einer exzessiv hohen Aufnahme von Vitamin D kann es zu einer Vergiftung, einer sogenannten Hypervitaminose D, kommen. In Deutschland wurden dem BfR zufolge in den letzten Jahren mehrere Fälle von Vergiftungen bei Kindern und Erwachsenen berichtet, die mit ausgeprägt erhöhtem Calciumspiegel im Blut (Hypercalcämie) und damit verbundenen weiteren gesundheitliche Beeinträchtigungen einhergehen.
Die Vitamin D-Gabe ist ärztlich empfohlen
Bei Säuglingen werden diese Symptome beschrieben: Trinkschwäche, Erbrechen, Schläfrigkeit, Muskelschwäche, Gewichtsverlust, Gedeihstörung, Verstopfung, vermehrte Urinausscheidung und Dehydration sowie Elektrolytentgleisung (Natrium erniedrigt, Calcium und Kalium erhöht). Bei einer über längere Zeit bestehenden Hypercalcämie kann es zu Nierensteinen und einer Nierenverkalkung bis hin zu einer gegebenenfalls irreversiblen Abnahme der Nierenfunktion kommen.
Säuglinge zählen zu den Risikogruppen für eine Vitamin D-Unterversorgung, zum einen aufgrund des niedrigen Vitamin-D-Gehalts in der Muttermilch, aber auch, weil sie keiner direkten Sonnenbestrahlung ausgesetzt sein sollen, da sich ihr hauteigener Schutzmechanismus erst noch entwickeln muss.
Daher wird in Deutschland für alle Säuglinge bis zum zweiten erlebten Frühsommer die tägliche Gabe von Vitamin D-Präparaten in einer Tagesdosis von 400 bis 500 Internationale Einheiten (I. E.), entsprechend 10 bis 12,5 Mikrogramm (µg) Vitamin D, empfohlen.
Eltern sollen auf richtige Dosierung achten
Für die in Deutschland standardmäßig ärztlich empfohlene Vitamin D-Rachitisprophylaxe bei Säuglingen sollten nur Präparate verwendet werden, die Vitamin D in der empfohlenen Menge enthalten. Präparate, die höher dosiert sind und/oder mit Verzehrempfehlungen zur wöchentlichen oder monatlichen Gabe versehen sind, bergen ein erhöhtes Risiko für versehentliche Überdosierung.
Eltern und Erziehungsberechtigte sollten beim Kauf von Vitamin D-Präparaten darauf achten, dass diese für Säuglinge zur Rachitisprophylaxe geeignet sind. Die Gebrauchsinformation der Produkte sollte unbedingt befolgt werden, um eine Fehl- beziehungsweise Überdosierung zu vermeiden.
Insbesondere sollten keine hochkonzentrierten flüssigen Präparate verwendet werden, da es hierbei schnell zu versehentlichen Überdosierungen kommen kann. Im Zweifel sollte kinderärztlicher Rat eingeholt werden.


169
169
