Stiftung Warentest

Whitening-Zahnpasten im Test: Es geht auch ohne Titandioxid

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Gesellschaft
Für eine Tube Zahnpasta kann man bis zu 12 Euro ausgeben – oder nur 62 Cent. Ein aktueller Test der Stiftung Warentest zeigt: Unter den besten Weißmacher-Zahnpasten sind auch sehr günstige.

Die meisten halten ihr Versprechen: In einer Untersuchung der Stiftung Warentest konnten – bis auf ein getestetes Produkt – alle Whitening-Zahnpasten unschöne Verfärbungen gut entfernen, zwei sogar sehr gut.

In ihrem Test vergab die Stiftung Warentest unter den Whitening-Pasten zweimal die Bestnote „sehr gut“, neunmal ein „gut“ und einmal ein „ausreichend“. Die beiden Testsieger gehören mit 68 Cent pro 100 ml auch noch zu den günstigsten Produkten im Vergleich.

Ergebnisse Übersichtstabelle

Anbieter und Produkt

Preis pro 100 ml (Euro)

Abrieb (gemessen)

Gesamturteil

Kaufland Bevola Zahncreme Whitening

0,68

mittel

sehr gut (1,2)

Lidl Dentalux Seidenweiß 4-fach-Schutz

0,68

mittel

sehr gut (1,3)

dm Dontodent Brillant Weiß

0,68

mittel

gut (1,7)

Edeka Elkos Dentamax Zahnweiß

0,67

mittel

gut (1,8)

Diadent Zahncreme Zahnweiß

0,66

mittel

gut (1,8)

Happybrush Super White

3,93

mittel

gut (2,1)

Aldi Nord Eurodont Spezialcreme Whitening

0,68

mittel

gut (2,2)

Aldi Süd Eurodont Spezialcreme Whitening

0,68

mittel

gut (2,2)

Perl Weiß Expert Weiß

8,90

mittel

gut (2,3)

Rossmann Prokudent Brillantweiß

0,71

mittel

gut (2,3)

Colgate Max White Expert Original

6,60

niedrig

gut (2,4)

Signal White Now

2,57

niedrig

ausreichend (4,0)

Quelle: Stiftung Warentest 11/2023

K.-o.-Kriterium: Kein Fluorid!

Stiftung Warentest hat die Zahnpasten in fünf verschiedenen Kategorien untersucht – hinsichtlich ihrer Kariesprophylaxe durch Fluorid, der Entfernung von Verfärbungen, der Verwendung von Titandioxid, der Verpackung sowie der Deklaration und Werbeaussagen. Aus diesen fünf einzelnen Beurteilungen wurde anschließend das test-Qualitätsurteil ermittelt: Kariesprophylaxe durch Fluorid: 45 Prozent; Entfernung von Verfärbungen: 30 Prozent; Verpackung: 10 Prozent; Deklaration und Werbeaussagen: 15 Prozent; Titandioxid: 0 Prozent. Seit Anfang 2023 bewertet Stiftung Warentest auch, ob die Verpackung recyclingfähig ist, Trennungs- und Entsorgungshinweise vorhanden sind und wie sich die Produkte handhaben lassen.

Lieber ohne Titandioxid putzen!

Titandioxid galt lange als unbedenklich und kam in vielen Backwaren, Brotaufstrichen, Kaugummis oder auch Zahnpasten vor. Im Mai 2021 hat die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (Efsa) den Zusatzstoff jedoch als „nicht mehr sicher“ eingestuft. Grund: Der Verdacht einer erbgutschädigenden Wirkung durch Titandioxid konnte nicht entkräftet werden.

Für die Zahnpflege ist Titandioxid unnötig, es färbt nur die Zahncreme weiß. Anders als in Lebensmitteln, ist das Pigment in Kosmetika derzeit jedoch noch erlaubt. Die Stiftung Warentest rät aus Gründen des vorbeugenden Verbraucherschutzes aber zu Pasten ohne Titandioxid: „Titandioxid-Zahncremes enthalten üblicherweise bis zu ein Prozent Titandioxid“, schreibt Stiftung Warentest. „Damit tragen sie zur Gesamtaufnahmemenge nur wenig bei: Erwachsene, die täglich rund zwei Gramm Zahnpasta verwenden, könnten im Jahr etwa 0,73 Gramm Titandioxid aufnehmen.“ Im Vergleich nehmen wir laut Stiftung Warentest über Lebensmittel deutlich mehr von dem Stoff auf: „Bei Personen mit einem Gewicht von 60 Kilo sind es im Mittel jährlich 44 Gramm“, so das Vergleichsportal.

Anbieter stellen Rezepturen bereits um

Auch wenn Titandioxid in Kosmetika derzeit noch erlaubt ist, kann sich dies bald ändern: Die EU-Kommission beauftragte im Juni 2022 den Ausschuss für Verbrauchersicherheit (SCCS), die Sicherheit von Titandioxid in Kosmetika, neu zu bewerten – wann eine Stellungnahme vorliegen soll, ist allerdings noch unklar. „Sie wurde ursprünglich im März 2023 erwartet, verzögert sich allerdings“, schreibt Stiftung Warentest, Der Grund dafür: Der Ausschuss habe für die komplexe Prüfung zusätzliche Daten von der Industrie angefordert. „Es bleibt abzuwarten, zu welcher Einschätzung der SCCS gelangt und welche Konsequenzen die EU-Kommission daraus zieht.“

Manche Anbieter handeln bereits und entfernen Titandioxid aus ihren Rezepturen. Von den aktuell von Stiftung Warentest getesteten Weißmacher-Zahnpasten enthält keine mehr den Farbstoff.

Enthält eine getestete Zahnpasta kein Fluorid, wird dies durch Stiftung Warentest als K.-o.-Kriterium bewertet, das heißt in der Kategorie Kariesprophylaxe erhält das Produkt die Note „mangelhaft“ und es werden keine weiteren Prüfungen durchgeführt.

Unter <link url="www.test.de/zahnpasta" target="new-window" url-fragment="" seo-title="" follow="follow">www.test.de/zahnpasta findet sich eine Datenbank der Stiftung Warentest, in der inzwischen 57 Zahnpasten verglichen wurden.

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