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Studie aus Israel

Zahnentwicklungsanomalien nach Krebserkrankungen im Kindesalter

Langfristige Auswirkungen von Chemo- und Radiotherapien im Kindesalter auf die Zähne: (A) Hypoplasie der vorderen oberen und unteren Zähne eines neunjährigen Mädchens, das im Alter von dreieinhalb Jahren wegen akuter lymphatischer Leukämie behandelt wurde. (B) Mikrodontie des zweiten oberen rechten Prämolaren bei einem 12-jährigen Mädchen, das im Alter von vier Jahren wegen eines Neuroblastoms behandelt wurde. (C) Panoramaschichtaufnahme eines 12-jährigen Jungen, bei dem im Alter von vier Jahren ein Burkitt-Lymphom diagnostiziert wurde: C1. Veränderte Wurzelentwicklung am ersten unteren rechten Molaren, C2. Hypodontie des zweiten unteren linken Molaren. (D) Strahlenkaries bei einem 21-Jährigen, der im Alter von 14 Jahren wegen eines neuroektodermalen Tumors behandelt wurde. [Halperson et al., 2022] Elinor Halperson_Hebrew University
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Zahnmedizin
Kinderzahnheilkunde
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Bei rund der Hälfte der Überlebenden von Krebserkrankungen im Kindesalter treten später Zahnentwicklungsanomalien (DDA) auf. Dabei beeinflusst die Art der Therapie das Auftreten einer DDA maßgeblich.

So birgt eine kombinierte Chemo- und Strahlentherapie ─ insbesondere bei einer Bestrahlung im Kopf- und Halsbereich ─ ein hohes Risiko für Zahnentwicklungsanomalien (dental developmental anomalies (DDA)), während das Risiko bei einer reinen Chemotherapie vergleichsweise geringer ist.

Eine Radiochemotherapie mit Bestrahlung im Kopf-Hals-Bereich birgt das höchste risiko

In die Studie wurden insgesamt 121 Probanden einbezogen, die vor ihrem 18. Lebensjahr eine Krebsbehandlung erhallten hatten. Bei fast der Hälfte (46 Prozent) wurde eine Zahnentwicklungsanomalie festgestellt, und zwar bei insgesamt neun Prozent der Zähne (309 von 3.388).

Anomalien traten bei 43 Prozent der Kinder auf, die eine Chemotherapie ohne Bestrahlung bekommen, bei 52 Prozent, die auch eine Strahlentherapie erhalten hatten, und bei 60 Prozent, bei denen eine Kopf-Hals-Strahlentherapie durchgeführt worden war.

Kinder, die im Alter von sechs Jahren oder jünger nur eine Chemotherapie bekommen hatten, wiesen eine höhere Anzahl von Zahnfehlbildungen auf.   Es wurde kein spezifisches Chemotherapeutikum gefunden, das mit einem höheren Risiko für zahnmedizinische Nebenwirkungen verbunden war.

Zahnwurzelanomalien traten am häufigsten auf

Der Studie zufolge sind die ersten Anzeichen von Zahnstörungen frühestens zwei Jahre nach der Krebsbehandlung zu erwarten. Zu den dokumentierten Anomalien gehörten Hypomineralisierung, Hypoplasie, Mikrodontie und Hypodontie. Zahnwurzelanomalien waren die am häufigsten auftretende Veränderung.

Darüber hinaus gab es auch Fälle von übermäßiger Retention von Milchzähnen, Impaktion, vorzeitigem Durchbruch, verminderter Beweglichkeit des Kiefergelenks, Kieferklemme und Gesichtsdeformitäten. Die signifikantesten geschlechtsspezifischen Unterschiede bei den Zahnanomalien war eine höhere Inzidenz von Mikrodontie bei den Mädchen und eine höhere Prävalenz kariöser Zähne bei den Jungen.

Kinder seien besonders anfällig für die schädlichen Auswirkungen von Strahlen- und Chemotherapie, erklären die Forschenden.   Die Studienergebnisse unterstreichen die Bedeutung einer intensiven zahnärztlichen Betreuung von Personen, die im frühen Kindesalter eine onkologische Behandlung erhalten haben, insbesondere dann, wenn diese mit einer Strahlentherapie im Kopf- oder Halsbereich kombiniert war.

Halperson, E., Matalon, V., Goldstein, G. et al. The prevalence of dental developmental anomalies among childhood cancer survivors according to types of anticancer treatment. Sci Rep12,4485 (2022). doi.org/10.1038/s41598-022-08266-1

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