Wissenswertes zum Virus

Corona-News kompakt

+++ Infektionsrisiko auf Intensivstation nicht am höchsten +++ Tests durchbrechen Million-Marke +++ Fake-News um Echinacea? +++ Virus kann Gehirn befallen +++ Schwerpunktpraxen arbeiten 25 Stunden Pandemie-bezogen+++


Corona-News KW 38

Eine groß angelegte Studie des University Hospitals Birmingham NHS Foundation Trust in Großbritannien wertet die Test-Daten von rund 554 asymptomatischen Mitarbeitern des größten städtischen Klinikkonsortiums aus, um das Infektionsrisiko mit SARS-CoV-2 im Klinikbereich zu ermitteln. Das überraschende Ergebnis zeigt, dass die höchste Seroprävalenz in Birmingham nicht unter den Ärzten und Pflegern, sondern bei den Reinigungskräften festgestellt wurde. Die Anzahl der positiv getesteten serologischen Parameter, wie etwa die Antikörper, waren bei dieser Mitarbeitergruppe am deutlichsten ausgeprägt.

Der Auswertung nach wiesen 14,8 Prozent des Pflegepersonals auf der Intensivstation Antikörper im Blut auf. Bei den behandelnden Internisten waren es 33 Prozent, und mit 34,4 Prozent war die Anzahl der Seroprävalenz unter dem Reinigungspersonal am höchsten. Was die Gründe für die unterschiedlich Seroprävalenz sind, betrachtete die Studie nicht. Vermutlich hängt das Ergebnis mit der besseren Ausstattung an Schutzkleidung und -mitteln sowie der herrschenden Sorgfalt auf der Intensivstation zusammen.

Birmingham als zweitgrößte Stadt Großbritanniens wurde stark von der Corona-Viruspandemie erfasst. Mit 24,4 Prozent positiver Antikörpertests unter den Studienproben lag die Infektionsrate weit über dem regionalen Durchschnitt Midlands mit rund 6 Prozent, wie eine weitere Studie von Public Health England ergab.

 

 

 

 

Für pandemiebezogene Aufgaben haben niedergelassene Ärztinnen und Ärzte im Schnitt rund 25 Stunden pro Woche aufgewendet. Dabei haben sie im Mittel 41 Patienten betreut sowie 26 Personen beraten, die anschließend nicht in der Praxis getestet oder behandelt wurden. Das zeigt eine aktuelle Umfrage der Kassenärztlichen Vereinigung Berlin und des Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (Zi).

Insgesamt entfielen 7,85 Stunden alleine auf die Beantwortung telefonischer Anfragen zu COVID-19 und entsprechende Testungen sowie 10,2 Stunden auf Tests und Dateneingaben. Bei den positiv getesteten Patienten haben die Praxen durchschnittlich 2,85 Stunden pro Woche für die Kommunikation mit Gesundheitsämtern, zur Patientenberatung und zum Monitoring gebraucht. Allein auf bürokratische Aufgaben wie Dateneingaben und Abrechnung entfielen 10 Stunden in der Woche. Das Praxisteam war im Schnitt 9,1 Stunden die Woche gebunden.

„Es ist nicht gut, dass die Praxen fünfmal mehr Zeit für Bürokratie aufwenden müssen als für die Behandlung der bestätigten COVID-19-Fälle", erklärte Dr. Margret Stennes, Vorstandsvorsitzende der KV Berlin hierzu. An der Erhebung vom 28. August bis 9. September 2020 haben 78 Haus- und Facharztpraxen teilgenommen. 

Seit April arbeitet die "Delphi"-Forschungsgruppe der Carnegie Mellon University im US-amerikanischen Pittsburgh an einem sogenannten COVIDcast-System, das Indikatoren zum COVID-19-Aktivitätsniveau in den USA in anzeigt. Diese Indikatoren stammen aus einer Vielzahl anonymisierter, aggregierter Datenquellen, die von mehreren Partnern zur Verfügung gestellt werden.

Gleichzeitig will das Projekt die weltgrößte Datenbank mit COVID-19-Symptomen zusammentragen, gesammelt bei Befragungen von Millionen Corona-Infizierten durch US-Universitäten. Für die jüngste Umfrage – sie beinhaltet 36 Fragen – gibt es eine Zusammenarbeit mit Facebook. Täglich wählt das Soziale Netzwerk willkürlich User aus und platziert die Umfrage in deren Nachrichtenfeed. Antwortet der Nutzer, werden die Antworten unmittelbar an die Delphi-Gruppe geschickt, ohne dass Facebook sie zu sehen bekommt, heißt es. Zum jetzigen Zeitpunkt wird die Umfrage nach Angaben der Universität von durchschnittlich 74.000 Personen pro Tag durchgeführt.

Seit Beginn des Projekts wurden laut Delphi mehr als 10 Millionen Umfragen in den USA beantwortet und 15 Millionen im Ausland. Darum geht das Projekt für die Anstehende Auswertung ungewohnte Wege: Das Projekt hat einen offenen Aufruf gestartet und sucht potenzielle Projektbeteiligte von Forschern bis zu Laien, die mit frische Ideen dazu beitragen, einen Weg zu finden, die Daten möglichst umfangreich und wertvoll zu nutzen. Das Projekt nimmt Einsendungen bis zum 29. September an.

Hamburger Gesundheitsbehörden haben bei der Nachverfolgung eines Corona-Ausbruchs im Schanzenviertel ein großes Problem: Viele Partygänger haben sich statt mit richtigem Namen und Telefonnummer mit Phantasienamen in die Kontaktlisten eingetragen. Angaben wie "Donald Duck" oder "Darth Vader" sind vielleicht originell, doch nachdem sich gleich mehrere Angestellte des Szene-Lokals "Katze" als Corona-positiv herausstellten ein Problem: Wie die zuständige Behörde mitteilt, konnte sie etwa 100 Gäste des Lokals nicht benachrichtigen, weil korrekte Angaben der Kontaktdaten fehlen.

Wer die Bar „Katze“ am 5., 8. oder 9. September jeweils ab 19 Uhr oder in den Nachtstunden auf den Folgetag besucht hat und noch nicht kontaktiert wurde, möge "sich unverzüglich telefonisch beim der Hotline des Gesundheitsamts unter 040/428112000 melden und bis zu weiteren Instruktionen freiwillig in Quarantäne begeben.

Dass sich SARS-CoV-2 nicht nur auf den Befall der Lunge beschränkt, sondern auch Zellen von Gefäßen und Organen, wie die Leber, das Herz und die Nieren, angreift, ist bereits erwiesen. Nun veröffentlichten Forscher die Ergebnisse zu Experimenten, die zeigen, dass das Virus auch die Zellen im Gehirn angreifen kann. Zuvor wurde es durch die Ermittlung von Antikörpern im Gewebe des Cortex bei drei verstorbenen COVID-19-Patienten nachgewiesen. An der Yale School of Medicine in New Haven/Connecticut zeigen nun Versuche mit Mäusen und Zellkulturen aus Stammzellen zur Hirnzelleuntersuchung im Labor, dass eben auch diese angegriffen werden.

Demnach scheinen die Coronaviren in der Lage, Nervenzellen zu identifizieren und dabei vor allem die kortikalen Neuronen der Großhirnrinde zu bevorzugen. Allerdings stellten die Forscher fest, dass die Infektion nicht zum Tod der Neuronen führt, jedoch ein Zelltod in der Umgebung stattfand. Das könnte auf die Unterversorgung der Zellen mit Sauerstoff aufgrund der Infektion zurück zu führen sein.

Eindeutig nachweisen konnten die Forscher die Bildung der ACE2- Rezeptor in den Hirnzellen, die für den Eintritt in diese und somit für die Infektion Voraussetzung sind. Unklar bleibt bislang, wie die Viren ins Gehirn gelangten – eventuell über die Blutgefäße. Möglich wäre aber auch der direkte Weg von der Nasenschleimhaut über die Geruchsnerven ins Gehirn.

Beim Mäuseversuch gelang die Infektion des Gehirns. Die Tiere nahmen stark an Gewicht ab und starben. Während andere Versuchstiere, deren Lungen infiziert waren, eher leicht erkrankten und kein Gewicht verloren.

Iwasaki, A. et al; „Neuroinvasion of SARS-CoV-2 in human and mouse brain“ published on September 08, 2020 doi: https://doi.org/10.1101/2020.06.25.169946

Die Zahl der SARS-CoV-2-Tests, die die Akkreditierten Labore in der Medizin (ALM) zählen, hat in der Kalenderwoche 37 (7. bis 13. September) zum ersten Mal die 1-Million-Marke überschritten. Das hohe Testgeschehen ist unter anderem auf die vermehrte Testung von Beschäftigten in Bildungseinrichtungen und Schulen zurückzuführen.

Die genaue Zahl der durchgeführten Tests liegt bei 1.017.728. Der Auslastungsgrad der Labore liegt laut Auskunft der ALM bei nahezu 90 Prozent. „Die Teams in den Laboren arbeiten unvermindert am Anschlag, damit alle Proben so schnell wie möglich bearbeitet und die Ergebnisse übermittelt werden können“, sagt der   ALM-Vorsitzende Dr. Michael Müller. Die Positivrate lag in der Kalenderwoche 37 bei 0,88 Prozent. Laut WHO-Einschätzung gilt die COVID-19-Pandemie unter Kontrolle, wenn die Positivrate unter fünf Prozent liegt.

Mithilfe von UV-Licht sollen die Rolltreppen der Hamburger Elbphilharmonie keimfrei gemacht werden. Kürzlich wurden UVC-Module auf allen vier Rolltreppen verbaut, mit ihrer Hilfe werden alle organischen Keime vernichtet. Die Module brechen die DNA der Bakterien und die RNA der Viren auf und machen sie dadurch unschädlich.

Der Einsatz von UV-Licht soll dazu führen, dass Besucher sich wieder verstärkt an den Handläufen festhalten. Seit Beginn der Corona-Pandemie hatten nämlich viele aus Angst, sich zu infizieren, darauf verzichtet. Für zusätzliche Sicherheit sorgt das Hygienekonzept des Konzerthauses im Hamburger Hafen: Statt der möglichen 2100 Besucher dürfen derzeit nur 620 Menschen gleichzeitig im Konzertsaal eine Aufführung genießen.

Kurioser Ansturm auf den Sonnenhut: Nachdem das Schweizer Labor Spiez dem Präparat Echinaforce Wirkung gegen SARS-CoV-2 bescheinigt hatte, verzeichneten die Apotheken einen Ansturm.

Im Fachmagazin „Virology Journal“ verkündeten die Labor-Experten: „In der aktuellen Studie fanden wir, dass HCoV-229E irreversibel inaktiviert wurde, wenn es Echinaforce ausgesetzt wurde.“ Wenig später zog das Labor seine Studienergebnisse zurück; die Wirkung des Mittels sei bislang nur in-vitro festgestellt worden, was die Aussagekraft der Studie deutlich minderte.

Der Hype der Schweizer um Tropfen und Tabletten allerdings blieb auch nach der Korrektur der Studienergebnisse ungebrochen: Privatanbieter offerierten auf schweizerischen Online-Handelsplattformen sogar angebrochene Tropfenfläschchen und Tablettenpackungen.

Die Plattformen entfernten die Angebote rasch wieder, denn auch rezeptfreie Medikamente dürfen in der Schweiz nur nach vorheriger Fachberatung verkauft werden. Auch in Apotheken stieg der Preis, einige Schweizer Apotheker gaben das Präparat nur kontingentiert an die Kunden ab.

Wie der „Tagesanzeiger“ berichtet, rief das Treiben um das vermeintliche Wundermittel die Schweizer Arzneiaufsicht auf den Plan. Swissmedic will nun prüfen, ob gegen Gesetze verstoßen wurde. Es könnte eine verbotene Publikumswerbung für ein nicht zugelassenes Anwendungsgebiet eines Arzneimittels vorliegen. Bisher wurden Echinacea-Präparate im Kampf gegen Erkältungen eingesetzt, sie sollen auch helfen, das körpereigene Immunsystem zu unterstützen.

 

 


Das neu identifizierte Coronavirus SARS-CoV-2 verursacht die "Corona virus disease 2019" (Covid-19) und ist Auslöser der COVID-19-Pandemie.

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