Wissenswertes rund um das Virus

Corona-News kompakt

+++ Schützt Grippe-Impfung bei SARS-CoV-2? +++ Virusursprung also doch im Tierreich +++ Wie sollten sich Krankenhäuser in Zukunft besser ausstellen? +++ BioNTech-Impfstoff sehr gut bei Kinder und Jugendlichen +++ Hände brauchen mehr Pflege in der Pandemie-Zeit +++


Corona-News KW 13

Viel war im Vorfeld bereits durchgesickert – jetzt liegt der Bericht des internationalen Expertenteams, das im Auftrag der Weltgesundheitsorganisation (WHO) nach dem Ursprung der Pandemie im chinesischen Wuhan forschten. Das Ergebnis: Die Wurzeln der weltweiten Corona-Pandemie liegen höchstwahrscheinlich im Tierreich. Am wahrscheinlichsten sei, dass das Virus von Fledermäusen über ein Wirtstier auf den Menschen übertragen wurde.

Auch in Schuppentieren könnte es seinen Ursprung haben. Und Nerze, Marder, Hasen oder Katzen könnten als Zwischenwirte dienen. Eine These, wonach das Virus aus einem Labor entwichen sein könnte, wurde in dem Bericht als sehr unwahrscheinlich bezeichnet. Die Vermutung wurde unter anderem vom früheren US-Präsidenten Donald Trump verbreitet. Möglich sei auch, dass das Virus über den lokalen Handel mit Tiefkühlprodukten verbreitet worden sei.

Im chinesischen Wuhan waren Ende 2019 die ersten Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus bei Menschen registriert worden. Unklar bleibt, ob der Huanan-Markt in Wuhan, der damals im Zentrum des Ausbruchs stand, auch tatsächlich den Ursprung der Pandemie markiert. Laut Bericht halten es die Experten für möglich, dass das Virus vor seiner Entdeckung in China auch schon in anderen Ländern aufgetaucht sei.

WHO-Direktor Tedros Adhanom Ghebreyesus betonte zur Veröffentlichung des Berichts in Genf, dass sämtliche Thesen über den Ursprung des Virus weiterverfolgt werden, der Bericht verstehe sich hier als Anfang eines Prozesses. Der Bericht selbst lässt viele Fragen offen – so etwa, ob den Experten vollständiger Zugang zu allen Quellen und Orten gewährt wurden oder ob die chinesische Regierung das Team in seiner Arbeit möglicherweise beeinflusst hat.

Der Impfstoff von BioNtech/Pfizer zeigt eine hone Wirksamkeit bei Jugendlichen zwischen zwölf bis 15 Jahren. Er ist gut verträglich und übertrifft noch die Antikörperantworten von geimpften 16- bis 25-jährigen Erwachsenen. Das haben BioNTech und Pfizer jetzt mitgeteilt. Der Impfstoffhersteller ist der erste, der valide Daten für Jugendliche vorlegt. Der Impfstoff BNT162b2 ist bisher ab 16 Jahren zugelassen.

Die Daten werden in den kommenden Wochen bei der US-amerikanischen Arzneimittelbehörde FDA (Food and Drug Administration) für einen Antrag auf eine Ergänzung der Notfallzulassung des Impfstoffs sowie bei der Europäischen Arzneimittel Agentur (EMA) für einen Antrag auf Ergänzung der bedingten Zulassung eingereicht, heißt es bei dem Unternehmen weiter. Ferner wird das Unternehmen auch ein Update zur Phase-1/2/3-Studie bei Kindern ab dem 6. Lebensmonat bis zum 11. Lebensjahr vornehmen.

Ob es in Europa eine Notfallzulassung geben wird, ist laut Medienberichten noch unklar. Bisher hat die EMA bei allen Impfstoffen ein ordentliches Zulassungsverfahren angewendet. Eine wissenschaftliche Publikation der Ergebnisse bei Jugendlichen liegt noch nicht vor.

Eine Grippe-Impfung kann vermutlich einen wertvollen Beitrag nicht nur zum Schutz vor Influenza, sondern auch vor SARS-CoV-2 bieten. Das hat eine Studie der Universität Cagliari, Italien, anhand von öffentlichen medizinischen Datenbanken untersucht. Der Hintergrund: Es gab bereits früh in der Pandemie Hinweise auf einen möglicherweise schützenden Effekt der jährlichen Grippeimpfung gegen COVID-19.

Die Wissenschaftler analysierten, ob sich bei der Influenza-Impfung ein Einfluss auf nachfolgende Infektionen mit dem neuen Coronavirus SARS-CoV-2 zeigten, und welche Rolle verschiedene soziale und Umgebungsfaktoren dabei spielten. Dies wurde in 20 italienischen Regionen untersucht.

Grippe-Impfungen verringerten Inzidenz und Schwere von COVID-19

Das Ergebnis: Es deutet sich tatsächlich ein Vorteil der jährlichen Grippeimpfung beim Schutz gegen das neue Coronavirus an. Die Inzidenz und Schwere von COVID-19 schien sich im Zusammenhang mit der vorhergehenden Grippeimpfung reduziert zu haben.

Die Bevölkerungsdichte und ein dichter Fahrzeugverkehr waren zudem moderat mit einer kumulativen Inzidenz von COVID-19 assoziiert - das heißt, eine mobilere und dichter lebende Bevölkerung schien sich auch mehr anzustecken. Weitere untersuchte Faktoren wie etwa die Armutsrate hatten dagegen einen nachweisbaren Einfluss auf die Inzidenz oder darauf, wie viele Patienten an COVID-19 verstarben.

Das Fazit der Wissenschaftler: Grippe-Impfung kann in gewisser Weise einen wertvollen Beitrag zum Schutz beider Viruserkrankungen leisten. Das Ergebnis der Studie ist besonders für ältere, vulnerable Menschen mit speziellen chronischen Erkrankungen relevant. Auch für medizinische Angestellte und Angestellte in Berufen, bei denen menschlicher Kontakt häufig ist, können dies wichtig sein.

Cocco, O. et al: "Vaccination against seasonal influenza and socio-economic and environmental factors as determinants of the geographic variation of COVID-19 incidence and mortality in the Italian elderly" published in Science direct on Feb. 2021. DOI: 10.1016/j.ypmed.2020.106351

Gerade in der Coronavirus-Pandemie zeigt sich, dass eine Zentralisierung bei Krankenhäusern sehr wichtig ist, davon ist der AOK-Bundesverband überzeugt. Er hat jetzt den Krankenhausreport 2021 des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) herausgegeben und fordert, dass Zentralisierung und Spezialisierung der Krankenhäuser in Deutschland weiter auf der politischen Agenda bleiben sollten. „Gerade in der Krise zeigt sich der Optimierungsbedarf,“ kommentiert Martin Litsch, Vorstandsvorsitzender des AOK-Bundesverbandes, die neuen WIdO-Auswertungen.

Der Vorstand weiter: „Wir brauchen nicht weniger Zentralisierung und Spezialisierung von Kliniken, sondern mehr.“ Laut Report habe sich unter anderem gezeigt, dass etwa die Hälfte der Krankenhäuser, die im vergangenen Jahr COVID-19-Fälle behandelt haben, 86 Prozent dieser Fälle versorgte. Die übrigen Fälle verteilen sich auf viele Krankenhäuser mit oftmals sehr kleinen Fallzahlen, die nicht unbedingt optimal für die Versorgung dieser schweren Erkrankung ausgerüstet sind, so Litsch.

Qualifiziertes Personal ist entscheidend

Auch mit Blick auf die begrenzten personellen Ressourcen sei es notwendig, die stationäre Versorgung in größeren Einheiten zu konzentrieren, betont er. Es reiche nicht aus, einfach nur zusätzliche Intensivbetten aufzustellen und den Bestand an Beatmungsgeräten aufzustocken. Der entscheidende und gleichzeitig limitierende Faktor sei das qualifizierte Personal, das die schwer erkrankten Patienten qualitativ hochwertig versorgen und die Geräte richtig bedienen könne.

Litsch forderte für die Versorgung von COVID-19-Patienten „gute, zentral gesteuerte Stufenkonzepte“, die die Krankenhäuser entsprechend ihrer Erfahrung „zuschalten“. Dies mache es auch leichter, die Versorgung anderer Erkrankungen parallel gut zu organisieren.

Häufiges Desinfizieren und Händewaschen sind in der Coronapandemie unverzichtbar. Allerdings tragen sie auch dazu bei, dass sich das Risiko für Handekzeme erhöht. Experten der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft raten, anstelle von häufigem Händewaschen mit Seifen, dass die Hände lieber desinfiziert und anschließend eingecremt werden sollten.

Eine wesentliche Eigenschaft unserer Haut ist ihre epidermale Barrierefunktion. Durch die Substanzen in den Desinfektionsmitteln und Seifen können die in der Hornschicht interzellulär vorhandenen Lipid-Doppellamellen, aber auch dem Wasserhaushalt dienende Peptide angegriffen werden. Dadurch wird dann die Entstehung eines irritativen Kontaktekzems begünstigt.

Schon wenige Monate nach Beginn der Pandemie gab es erste Berichte aus Hautarztpraxen über eine Zunahme von Handekzemen.

Eine Studie des Universitätsklinikums München fand heraus, dass bei den 114 Beschäftigten des Klinikpersonals während der Pandemie die Handhygienemaßnahmen signifikant zunahmen. Infolgedessen zeigten 90 Prozent der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter klinische Symptome eines Handekzems.

Vor allem traten bei 83 Prozent Hauttrockenheit, gefolgt von Erythem bei 38,6 Prozent, Juckreiz bei 28,9 Prozent, Brennen bei 21,1 Prozent, Schuppung bei 18,4 Prozent, Fissuren bei 9,6 Prozent und Schmerzen bei 4,4 Prozent auf. 

Durch das anschließende Tragen von Handschuhen verstärken sich Detergentieneffekte, was bei alkoholischen Desinfizientien nicht der Fall ist, erklärt Dr. Elsner, Direktor der Klinik für Hautkrankheiten am Universitätsklinikum Jena. Er rät in Zeiten intensivierter Handhygiene vom Einsatz von Detergentien ab. Hautschonender sei das Desinfizieren in Verbindung mit intensiver Hautpflege.

Sollten trotzdem Handekzeme auftreten, müssen sie unverzüglich behandelt und, bei vermuteter beruflicher Verursachung, dem zuständigen Unfallversicherungsträger gemeldet werden.

Ergänzende Empfehlungen der DDG zur Erhaltung der Hautgesundheit in Pandemiezeiten:

1. Eine Desinfektion mit einem viruswirksamen alkoholischen Händedesinfektionsmittel, nach Möglichkeit mit barriereschützenden Hilfsstoffen wie Glycerol, sollte bei fehlender sichtbarer Verschmutzung der Hände und Verfügbarkeit Vorrang haben vor Waschungen mit Seife oder Waschlotionen (Detergentien).

2. Nach jeder Waschung und/oder Desinfektion sollte die Haut der Hände vollständig mit einem Pflegepräparat eingecremt werden, das die Regeneration der Hautbarriere unterstützt.

3. Beim Auftreten von Hautveränderungen im Sinne eines Handekzems sollte eine hautärztliche Behandlung eingeleitet und, bei möglicher beruflicher Verursachung, ein Hautarztbericht erstellt werden.

Anne Guertler et. al. „Onset of occupational hand eczema among healthcare workers during the SARS‐CoV‐2 pandemic: Comparing a single surgical site with a COVID‐19 intensive care unit“ Wiley Online Library. Published on May, 26 2020. Doi: https://onlinelibrary.wiley.com/doi/full/10.1111/cod.13618

Mit Blick auf die geänderte Impfempfehlung für den COVID-19-Impfstoff von AstraZeneca, warnt die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) vor einer überwiegenden Belieferung der Praxen mit diesem Impfstoff. Dies hätte einen deutlich erhöhten Beratungsaufwand zur Folge und würde das Tempo der nach Ostern beginnenden Impfkampagne in den Praxen massiv verlangsamen, befürchtet die KBV.

Vertragsärztliche Praxen könnten auch kleinere Mengen des Impfstoffs von AstraZeneca vorhalten und an diejenigen verimpfen, die den Impfstoff akzeptieren. Jedes Abweichen von der STIKO-Empfehlung, in der Regel die über 60-Jährigen zu impfen, habe aber einen deutlich erhöhten Beratungs- und Aufklärungsbedarf und gegebenenfalls ein erhöhtes Haftungsrisiko für den Arzt zur Folge, so die KBV.

Die KBV teilt die Einschätzung, dass der Impfstoff gut wirksam und gut verträglicher sei. Ein Konzept, welches vorsehe, dass Vertragsarztpraxen in Zukunft mit immensem Aufwand Bürgerinnen und Bürger überzeugen oder gar überreden sollen, sich mit AstraZeneca impfen zu lassen, lehnt die KBV jedoch mit Nachdruck ab.

Unterdessen vermarktet AstraZeneca seinen Impfstoff in der Europäischen Union unter dem Markennamen Vaxzevria. Die Europäische Arzneimittelagentur EMA hatte den Namen bereits am 25. März genehmigt. Die Umstellung auf einen dauerhaften Markennamen sei üblich und seit vielen Monaten geplant gewesen, heißt es bei AstraZeneca dazu. Auch der der Impfstoff von BioNTech/Pfizer wird inzwischen unter dem Markennamen Comirnaty ausgeliefert.


Das neu identifizierte Coronavirus SARS-CoV-2 verursacht die "Corona virus disease 2019" (Covid-19) und ist Auslöser der COVID-19-Pandemie.

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