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Corona-News kompakt

+++ Studie: Blutwerte verraten Infektionsschwere +++ Sterblichkeit unter Pflegebedürftigen 50-mal höher +++ kostenloser dentaler Sprachführer für den Urlaub +++ Weltblutspendetag +++ KI ermittelt Infektionsketten +++


Corona-News am Wochenende

Anhand ihrer Blutwerte lässt sich bei Infizierten die mögliche Schwere des COVID-19-Verlaufs prognostizieren. Diese Entdeckung machten Forscher aus Wuhan, die in ihrer Studie die Blutproben von 40 Probanden analysierten.

Es gibt zwei Gruppen: Patienten mit einer hohen Zahl an Killer-T-Zellen mit dem spezifischen Oberflächenmarker CD8, die bei der Abwehr des SARS-CoV-2-Virus helfen, und Patienten, die weniger dieser Immunzellen, dafür viele Neutrophilen besitzen. Daraus entwickelt sich ein Rückschluss in Zusammenhang mit einer milden Symptomatik oder einer schwerere Erkrankung.

Essen: 70 Prozent der ernsten Fälle sind Männer mit Übergewicht

Die Befunde sind bei deutschen Patienten bestätigt worden, berichtet der Co-Autor der Studie Ulf Dittmer, Direktor des Instituts für Virologie der Uniklinik Essen und Vizepräsident der Gesellschaft für Virologie: "Wenn die Patienten nur wenige von diesen Zellen haben, haben sie ein hohes Risiko, schwere Symptome wie etwa eine Lungenentzündung oder Gerinnungsstörungen zu entwickeln".

Das sindvor allem Menschen mit Vorerkrankungen, die die Anzahl der Killer-T-Zellen verringern, ältere Menschen und Patienten mit einer Krebserkrankung. Auch übergewichtige Menschen haben schwächere und weniger T-Zellen und sind daher häufiger von schweren Verläufen betroffen. Rund 70 Prozent der ernsten COVID-19-Fälle in der Uniklinik Essen sind Männer mit Übergewicht.

Das Team um Prof. Karin Wolf-Ostermann vom Institut für Public Health und Pflegeforschung an der Uni Bremen und Gesundheitsökonom Prof. Heinz Rothgang vom Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik befragte insgesamt 824 Pflegeheime, 701 Pflegedienste und 96 teilstationäre Einrichtungen.

Rund 60 Prozent aller Verstorbenen sind betreute Pflegebedürftige

Im Ergebnis gibt es sowohl in häuslicher als auch in stationärer Versorgung starke Auswirkungen auf Pflegebedürftige. Hochgerechnet auf ganz Deutschland sind demnach rund 60 Prozent aller Verstorbenen in Heimen oder von Pflegediensten betreute Pflegebedürftige, wobei deren Anteil an allen infizierten Personen nur 8,5 Prozent beträgt.
„Pflegeheime sind damit der wichtigste Ort in Bezug auf mit COVID-19 Verstorbenen. Hier treten die Hälfte aller Todesfälle auf, obwohl nur knapp ein Prozent der Bevölkerung in dieser Wohnform lebt. Die Sterblichkeit unter Pflegebedürftigen ist somit mehr als 50-mal so hoch wie im Rest der Bevölkerung“, sagt Rothgang.

Das Einschleppen erster Infektionen muss vermieden werden

Hohe Infektionsraten zeigten sich auch für das Pflegepersonal. Der Anteil infizierter Beschäftigter sei in ambulanten Pflegediensten doppelt so hoch wie in der Normalbevölkerung, in stationären Einrichtungen sogar sechsmal so hoch. Dennoch hätten drei Fünftel der Pflegedienste und drei Viertel der Pflegeheime noch keinen COVID-19-Fall zu verzeichnen. Dies zeige, dass Schutzmaßnahmen bisher erfolgreich sind. Dort, wo eine erste Infektion auftrete, seien die Folgen jedoch schnell gravierend. Deshalb müssten das Einschleppen erster Infektionen konsequent vermieden werden und Schutzkonzepte die Verbreitung unter den Pflegebedürftigen und Mitarbeitenden verhindern.

Schnelle Testungen sind der Schlüssel

Dennoch weisen jeweils mehr als die Hälfte der Einrichtungen mit infizierten Mitarbeitenden keine infizierten Klienten oder Bewohner aus. Das zeigt den Autoren zufolge, dass eine Eindämmung der Infektion möglich ist. Schlüssel hierbei seien allerdings schnelle Testergebnisse zur Identifikation von potenziellen Infektionsherden und ausreichende Schutzmaterialien zur Vorbeugung der Übertragung. Erforderlich seien Reihentests, deren Ergebnisse schneller zur Verfügung stehen.

Knapp die Hälfte aller Pflegedienste berichtet, dass Leistungen von den Pflegebedürftigen nicht mehr in Anspruch genommen werden und teilstationäre Angebote oder Betreuungskräfte in den Haushalten nicht mehr zur Verfügung stehen. Dies führe dazu, dass vier von zehn Pflegediensten unter wirtschaftlichen Folgen leiden und die Versorgung von Klienten gefährdet, instabil oder sogar aktuell nicht sichergestellt ist.

Die Autoren plädieren in ihrem Fazit für eine dauerhafte ausreichende Bereitstellung von Schutz- und Desinfektionsmitteln, die systematische und regelmäßige Testung von Bewohnern und Personal sowie eine bessere Vergütung der Pflegekräfte und eine stärkere Personaldecke.

Ab dem 15. Juni ist das Reisen in viele europäische Länder wieder möglich, die Corona-bedingten Reisewarnungen wurden aufgehoben. In dem neuen dentalen Sprachführer der Initiative proDente finden Reisende in sieben Sprachen die wichtigsten Sätze, die man beim Zahnarztbesuch im Ausland braucht.

Zahnärzte können 100 Exemplare kostenfrei erhalten (Tel. 01805-55 22 55). „Das praktische Faltblatt ist so klein, dass es bequem in Geldbeutel oder Hosentasche passt“, erklärt Dirk Kropp, Geschäftsführer der Initiative proDente.

 

 

Bis zu 15.000 Blutspenden werden allein in Deutschland täglich für die Versorgung von Patienten benötigt. Die Corona-Pandemie wirkt sich allerdings empfindlich auf die Blutspendebereitschaft aus: Die erste große Welle der Solidarität ebbt stark ab und es fehlt den Kliniken an Blutreserven. Anlässlich des internationalen Weltblutspendetags am heutigen Sonntag wird die Notwendigkeit des Spendens auch im Zuge der Pandemie thematisiert. Viele Spendentermine mussten wegen Corona-Welle abgesagt werden.

Blutspenden ist und bleibt überlebenswichtig, betont die Patientenbeauftragte der Bundesregierung, Prof. Dr. Claudia Schmidtke und ruft zur Blutspende auf: „Jede Spenderin und jeder Spender tragen mit ihren Blutspenden dazu bei, Leben zu retten und die Versorgung der Patienten sicherzustellen. Gerade in Zeiten der Corona-Pandemie ist die Blutspende so wichtig wie nie! Niemand sollte aus Angst vor einer Infektion mit dem Coronavirus von einer Blutspende absehen. Die ohnehin hohen Hygienestandards wurden noch einmal deutlich verschärft, um den Schutz der Spenderinnen und Spender vor Ort zu gewährleisten. Wer bereit ist, Blut zu spenden, und sich fit fühlt, sollte jetzt spenden gehen.“

In den bislang untersuchten Blutspenden wurden nur bei einem Prozent SARS-CoV-2-Antikörper festgestellt. Das lässt Rückschlüsse darauf zu, dass noch lange keine Herdenimmuintät besteht.

An der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) testen Wissenschaftler eine Software als elektronisches Frühwarnsystem, mit deren Hilfe Corona-Verdachtsfälle, Infektionen und Verbreitungswege in Kliniken frühzeitig aufgespürt und eindämmt werden können. Die neue Software Smart Infection Control System (SmICS) wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) unterstützt und soll als Mittel der künstlichen Intelligenz (KI) rasch einsetzbar sein. An der Entwicklung arbeiten Experten für Infektionsprävention und Infektiologie und für Medizininformatik mit dem Robert Koch-Institut, dem Helmholtz Zentrum für Infektionsforschung in Braunschweig sowie den Visualisierungsexperten der TU Darmstadt zusammen.

„Mit SmICS vereinen wir Patienten-, Erreger- und Bewegungsdaten miteinander und stellen sie als Prozesse dar. Wir können mit der Software interaktiv Kontaktnetzwerke visualisieren, die Patientenhistorie mit Kreuzungspunkten zurückverfolgen, sprich Kontakte und potentielle Übertragungen evaluieren. Auch epidemiologische Kurven und tagesaktuelle Fallzahlen werden analysiert und visualisiert“, sagt die klinische Leiterin des Projekts, Prof. Dr. Simone Scheithauer, Direktorin des Instituts für Krankenhaushygiene und Infektiologie an der UMG.


Das neu identifizierte Coronavirus SARS-CoV-2 verursacht die "Corona virus disease 2019" (Covid-19) und ist Auslöser der COVID-19-Pandemie.

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