Wissenswertes

Corona-News kompakt

+++ Zahnarzt hatte die Idee: 3-D-Maske nach Maß +++ Infektionen im Fitnessstudio +++ Forderung nach Facharzt für Infektiologie +++ Mit Medienkompetenz gegen Fake-News +++ Maskenspende +++ Darum horten Menschen Klopapier!


Die Corona-News kompakt

Zwei Studierende der Hochschule Koblenz haben im Rahmen einer Projektarbeit eine individuell angepasste Mund-Nasen-Maske für den medizinischen Bereich entwickelt. Das Projekt entstand auf Initiative eines Zahnarztes aus Lahnstein. Um sich und sein Team besser schützen zu können und gleichzeitig etwas gegen das erhöhte Müllaufkommen durch Einmalmasken zu unternehmen, trat er mit dieser Problemstellung an die Hochschule Koblenz heran.

„Gerade in der Anfangszeit der Corona-Pandemie war es für uns ein großes Problem, persönliche Schutzausrüstung in ausreichender Menge zu beschaffen“, sagt Dr. Christian Weichert von der zahnärztlichen Gemeinschaftspraxis Weichert & Kempkes. Bei der Recherche zur Lösung seines Problems stieß er auf die Idee, eine Mund-Nasen-Maske im 3-D-Drucker herzustellen. An der Hochschule lehrt Prof. Dr. Detlev Borstell im Fachbereich Ingenieurwesen unter anderem das Modul Rapid Prototyping. Die Hochschule Koblenz hat ein sehr gut ausgestattetes 3-D-Labor – die Arbeit konnte beginnen.

Dicht, gut herstellbar und komfortabel

Die angehende Maschinenbauerin Maike Krämer und der Masterstudent im Wirtschaftsingenieurwesen Maximilian Köthe arbeiteten begeistert an dem Projekt. Köthe sagt: „Wir mussten verschiedene Anforderungen unter einen Hut bringen: Die Mund-Nasen-Abdeckung sollte dicht, gut herstellbar und komfortabel tragbar sein.“

Den Durchbruch erzielten die Studierenden unter Zuhilfenahme eines 3-D-Scanners (Artec Eva) und der Software MashMixer. Mithilfe der eingescannten Gesichtskonturen wurde es möglich, eine passgenaue Schalung zu konstruieren. Diese individualisierte Gesichtsschale konnte dann mit dem bereits vorab im CAD-System konstruierten, bewährten Maskenteil digital verbunden werden.

Köthe: „So entsteht im 3-D-Drucker eine Maske, die zwar aufgrund der Materialeigenschaften starr ist, sich aber individuell an das Gesicht der Trägerin oder des Trägers anpasst und so perfekt mit dem Gesicht abschließt. Um den Tragekomfort zu erhöhen, ist es möglich, zusätzlich eine dünne Silikonschicht auf die Ränder aufzutragen.“

Nachhaltig  ist sie auch noch

Das genutzte Filtermaterial kann nach dem Einsatz problemlos desinfiziert und wiederverwendet werden. „Mir gefällt, dass mit diesen Masken dem Gedanken der Nachhaltigkeit Rechnung getragen wird“, sagt Dr. Weichert. Jetzt soll das ganze Team der Praxis mit den 3D-gedruckten Mund-Nasen-Abdeckungen ausgestattet werden. Danach ist eine kleine Serienproduktion angedacht.

Bewegung ist wichtig, doch während des Lockdowns im Frühjahr mussten auch die Fitnessstudios schließen. Wie die Ansteckungsgefahr hier verringert werden kann, hat eine norwegische randomisierte Studie an der Universität Oslo untersucht. Aus knapp 3.800 Teilnehmern wurden zwei Gruppen gebildet – eine Gruppe mit Probanden, die bis zu sechs Mal wöchentlich im Studio trainierten und eine Kontrollgruppe, deren Mitglieder während der dreiwöchigen Untersuchungszeit den Trainingsräumen fern blieben.

Unter Einhaltung der Infektionsschutzregeln, wie Abstandhalten, keine Begrüßung per Handschlag und keine körperlichen Berührungen sowie das Desinfizieren der Geräte nach der Benutzung, wurde ausgewertet, ob eine Ansteckung noch gegeben war. Die Ergebnisse dazu erschienen in MedRXiv. Sie zeigen, dass der Abstrich auf SARS-CoV-2 lediglich bei einem Teilnehmer positiv ausfiel und dieser hatte das Fitnessstudio nicht besucht, sondern sich bei der Arbeit angesteckt. In den drei Wochen der Studie hatte sich also keiner nachweislich im Fitnessstudio infiziert. Die Stadt Oslo meldete in dieser Zeit insgesamt 105 Infektionsfälle.

Randomized Re-Opening of Training Facilities during the COVID-19 pandemic, TRAiN study group, Michael Bretthauer, medRxiv 2020.06.24.20138768; doi: doi.org/10.1101/2020.06.24.20138768

Angesichts der Corona-Krise fordert die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) einen eigenen Facharzt für Infektiologie. Wie die DGIM auf einer Online-Pressekonferenz kürzlich betonte, spielt die internistische Intensivmedizin insbesondere bei der Behandlung schwer erkrankter Infektionspatienten eine große Rolle: Fast 20 Prozent der in Kliniken eingelieferten COVID-19-Patienten mussten auf der Intensivstation behandelt werden.

Disziplinen wie Virologie und Mikrobiologie seien in Deutschland international konkurrenzfähig, aber die Aus- und Weiterbildung in der klinischen Infektiologie, der Disziplin, die mit der direkten Betreuung von Infektionspatienten betraut sind, sei unzureichend, begründete die DGIM ihre Forderung.

Im Unterschied zu den meisten westlichen Staaten habe Deutschland keine Weiterbildung auf Facharztniveau etabliert. Die DGIM hält das für ein Manko, das sich nicht nur in der Behandlung von Patienten mit Infektionskrankheiten, sondern auch in der Ausbildung von Ärzten und in der medizinischen Wissenschaft negativ auswirkt.

Laut Prof Dr. med. Bernd Salzberger, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Infektiologie (DGI), ist die klinische Infektiologie an einer Reihe von Zentren bereits auf Facharztniveau in Forschung und Lehre involviert. Eine bessere Weiterbildung in größerer Breite - zum Beispiel für die Tätigkeit in vielen Krankenhäusern der Maximalversorgung - werde aber nur möglich sein, wenn die Weiterbildung auf dem internationalen Standard eines Facharztes erfolge.

Die klinische Infektiologie sei eng verwoben mit der Inneren Medizin, betonte Salzwedel. Sie sei anders als viele der Schwerpunkte jedoch nicht organzentriert und deshalb häufig interdisziplinär. Das klinische Denken, Arbeiten und auch die Therapiemodalitäten seien so eng verwandt mit der Inneren Medizin, dass ihre Facharztweiterbildung als Schwerpunkt innerhalb der Facharztweiterbildung Innere Medizin verankert werden solle. Die bisherige Zusatzbezeichnung Infektiologie könne dazu von allen klinischen Disziplinen und den Mikrobiologen als zusätzliche Qualifikation in den Fachdisziplinen erworben werden.

Für das Konzept stehen demnach die DGIM, die DGI, die Deutsche Gesellschaft für Mikrobiologie und Hygiene und andere in der Infektionsmedizin.

 

Eine US-Studie hat bestehende Erkenntnisse zur Medienkompetenz zu Fake News untersucht. Anhand von Daten aus Umfrageexperimenten, die im Umfeld der jüngsten Wahlen in den USA und Indien durchgeführt wurden, analysierten die Forscher die Wirksamkeit von Aufklärungsstrategien, eng angelehnt an die weltweit größte Medienkompetenzkampagne, die Menschen in 14 Ländern "Tipps" gab, wie sie falsche Nachrichten erkennen können.

Ergebnis: Der weit verbreitete Glaube an Fehlinformationen, die online zirkulieren, ist eine entscheidende Herausforderung für moderne Gesellschaften. Während sich die bisherige Forschung auf die psychologischen und politischen Vorläufer dieses Phänomens konzentriert hat, haben nur wenige Studien die Rolle von Defiziten in der digitalen Medienkompetenz untersucht, berichten die Autoren. Defizite in der digitalen Medienkompetenz seien aber ein wichtiger Faktor dafür, warum Menschen glauben, dass sie online auf Fehlinformationen stoßen.

Im Ergebnis verbesserte die Intervention das Vermögen der Probanden, zwischen Nachrichten und Falschmeldungen zu unterscheiden sowohl bei einer national repräsentativen Stichprobe in den USA (um 26,5 Prozent) als auch bei einer hoch gebildeten Online-Stichprobe in Indien (um 17,5 Prozent). In den USA (aber nicht in Indien) war diese gesteigerte Urteilskraft auch einige Wochen später noch messbar.

Die Forscher räumen allerdings ein, dass eine einfache Intervention nicht den Glauben an falsche Nachrichtenschlagzeilen auslöschen konnte.

Andrew M. Guess, Michael Lerner, Benjamin Lyons, Jacob M. Montgomery, Brendan Nyhan, Jason Reifler, Neelanjan Sircar, A digital media literacy intervention increases discernment between mainstream and false news in the United States and India, in: Proceedings of the National Academy of Sciences Jun 2020, 201920498; DOI: 10.1073/pnas.1920498117

Bereits im Mai 2020 hatte das weltweit tätige Wissenschafts- und Technologieunternehmen Merck mit Sitz im hessischen Darmstadt im Rahmen einer groß angelegten Spendenaktion 2 Millionen Schutzmasken der Klasse FFP2 an Empfänger in Deutschland, Frankreich und den USA gespendet, um das Personal im Gesundheitswesen während der Corona-Pandemie zu unterstützen. Jetzt wurden weitere Kontingente der Schutzmasken für Gesundheitsberufe und Pflegeverbände in Hessen zur Verfügung gestellt, darunter auch für die hessischen Zahnärzte.

Am Mittwoch dieser Woche wurde in Frankfurt Niederrad, Sitz der beiden zahnärztlichen Körperschaften in Hessen, die Spende von rund 60.000 FFP2-Masken übergeben. Als Vertreter von Merck übergab Frank Gotthardt, Head of Corporate and Government Relations Europe, die Maskenlieferung an Dr. Michael Frank, Präsident der Landeszahnärztekammer Hessen (LZKH), die als Empfängerorganisation der Spende firmiert, und an Stephan Allroggen, Vorsitzender des Vorstands der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Hessen (KZVH), über deren Kanäle die Verteilung der Schutzmasken erfolgen soll. Beide nahmen die Spende, stellvertretend für die Zahnärzteschaft in Hessen, gemeinsam in Empfang.

„Als Unternehmen möchten wir im Rahmen unserer gesellschaftlichen Verantwortung einen Beitrag leisten", sagte Gotthardt im Rahmen der Spendenübergabe. „Wir freuen uns sehr darüber, dass Merck bei den großzügigen Spenden von dringend benötigter Schutzausrüstung auch die Zahnärztinnen und Zahnärzte mit bedacht hat und ich möchte mich für diese wertvolle Unterstützung in Zeiten der Corona-Pandemie sehr herzlich bedanken. Nunmehr werden wir gemeinsam mit unserer KZV schauen, wie das Kontingent bedarfsgerecht an die zahnärztlichen Praxen in Hessen verteilt werden kann“, erwiderte Frank.

Nach der schnellen Verbreitung von COVID-19 in Europa und Nordamerika im März 2020 begannen viele Menschen damit, Waren wie Toilettenpapier zu horten. Einige Unternehmen berichteten von einem Anstieg der Toilettenpapierverkäufe um bis zu 700 Prozent, obwohl die Regierung dazu aufgefordert hatte, von „Panikkäufen“ abzusehen.

Für die Studie befragten die Forschenden 1.029 Erwachsene aus 35 Ländern, die sie über die sozialen Medien rekrutiert hatten. Zwischen dem 23. und dem 29. März 2020 füllten die Teilnehmenden einen Persönlickeitstest aus, der sechs große Persönlichkeitsbereiche umfasst. Darüber hinaus machten sie Angaben über ihren demografischen Hintergrund, wie stark sie sich durch COVID-19 bedroht fühlten, ihr Quarantäneverhalten und ihren Toilettenpapierverbrauch der letzten Wochen.

Der zuverlässigste Indikator für eine Toilettenpapierbevorratung war, wie stark sich jemand durch die Pandemie bedroht fühlte: Menschen, die sich stärker bedroht fühlten, neigten dazu, mehr Toilettenpapier zu horten. Etwa 20 Prozent dieses Effekts waren auf das Persönlichkeitsmerkmal Emotionalität zurückzuführen: Menschen, die im Allgemeinen besonders besorgt und ängstlich sind, fühlen sich auch durch COVID-19 bedrohter und bevorraten sich eher mit Toilettenpapier. Auch die Persönlichkeitsdomäne der Gewissenhaftigkeit, zu der Merkmale wie Organisation, Fleiß, Perfektionismus und Vorsicht gehören, hatte Einfluss auf das Bevorratungsverhalten.

Andere Beobachtungen waren, dass ältere Menschen mehr Toilettenpapier horten als jüngere Menschen und dass Amerikaner mehr Toilettenpapier horten als Europäer.

Die Forschenden weisen darauf hin, dass die untersuchten Variablen nur etwa zwölf Prozent der Unterschiede hinsichtlich der Toilettenpapierbevorratung erklären, was darauf hindeutet, dass einige psychologische Erklärungen und situative Faktoren wahrscheinlich nicht berücksichtigt wurden.

„Die subjektive Bedrohung durch COVID-19 scheint ein wichtiger Auslöser für die Bevorratung mit Toilettenpapier zu sein. Von einem umfassenden Verständnis dieses Phänomens sind wir jedoch noch weit entfernt“, so Theo Toppe, Mitautor der Studie.

 

Lisa Garbe, Richard Rau, Theo Toppe, Influence of perceived threat of Covid-19 and HEXACO personality traits on toilet paper stockpiling, PLOS ONE, 12 June 2020, DOI: 10.1371/journal.pone.0234232


Das neu identifizierte Coronavirus SARS-CoV-2 verursacht die "Corona virus disease 2019" (Covid-19) und ist Auslöser der COVID-19-Pandemie.

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