Wissenswertes zum Virus

Corona-News kompakt

+++ COVID-19 hat cardiovaskulären Effekt +++ Corona-Warn-App überträgt im 20-Minuten-Takt Daten an Google +++ Bundesregierung kommuniziert "relativ unverständlich" +++ "Mit Killer-Masken" gegen das Virus +++


Corona News kompakt 31.7.

Eine jüngst in der Fachzeitschrift JAMA Cardiology veröffentlichte Studie der Universität Frankfurt kommt zu dem Schluss, dass COVID-19 ungeachtet der Schwere des Verlaufs Einfluss auf die Herzgesundheit haben kann. In dieser prospektiven Beobachtungskohortenstudie wurden zwischen April und Juni 2020 von 100 Patienten, die sich kürzlich von der COVID-19-Krankheit erholt hatten, Magnetresonanztomografien (MRTs) der Herzen analysiert.

Von den 100 eingeschlossenen Patienten waren 53  männlich und das mittlere Alter betrug 49 (45 bis 53) Jahre. Das mediane Zeitintervall zwischen der COVID-19-Diagnose und der CMR betrug 71 (64 bis 92) Tage. Von den 100 Patienten erholten sich 67 Zuhause von ihrer Erkrankung, während 33 ins Krankenhaus eingeliefert werden mussten.

Die kardiale Magnetresonanztomografie ergab bei 78 Patienten eine Herzbeteiligung und bei 60 Patienten eine anhaltende Myokarditis - unabhängig von bereits bestehenden Zuständen, Schweregrad und Gesamtverlauf der akuten Erkrankung sowie der Zeit ab der ursprünglichen Diagnose. Die Ergebnisse zeigen, so die Autoren, dass die langfristigen kardiovaskulären Folgen von COVID-19 laufend untersucht werden müssen. 

Puntmann VO, Carerj ML, Wieters I, et al. Outcomes of Cardiovascular Magnetic Resonance Imaging in Patients Recently Recovered From Coronavirus Disease 2019 (COVID-19). JAMA Cardiol. Published online July 27, 2020. doi:10.1001/jamacardio.2020.3557

Lange Sätze, Schachtelsätze, Wortungetüme und nicht erklärte Fachbegriffe erschweren den Bürgern in Deutschland und Österreich die Aufnahme von Informationen zur Corona-Pandemie. Das ist das Ergebnis einer Studie der Universität Hohenheim und des Beratungsunternehmens clavis. Dazu wurden 512 Pressemitteilungen der Bundesregierungen sowie 3.541 Antworten auf die häufigsten Fragen (FAQ) der deutschen Bundesregierung und der Landesregierungen für die Monate März und April 2020 analysiert.

Mithilfe einer Analyse-Software fahndeten die Wissenschaftler unter anderem nach überlangen Sätzen, Fachbegriffen und zusammengesetzten Wörtern. Anhand solcher Merkmale bilden sie den sogenannten „Hohenheimer Verständlichkeitsindex“ (HIX). Er reicht von 0 (schwer verständlich) bis 20 (leicht verständlich).

Mitteilungen des  BMG belegen den zweiten Platz

Die Ergebnisse: Die Pressemitteilungen der deutschen Bundesministerien sind im Durchschnitt relativ unverständlich (HIX= 7,1). Etwas verständlicher sind die FAQ-Antworten der Ministerien (HIX= 8,8). „Die Verständlichkeit sollte deutlich größer sein. Anzustreben wäre ein Wert von 14“, sagt Prof. Dr. Frank Brettschneider von der Universität Hohenheim.

Bei den Pressemitteilungen schneidet das Finanzministerium am besten ab (HIX= 10,0). Bei den FAQ-Antworten schneidet das Auswärtige Amt am besten ab (HIX= 15,6), auf Platz 2 folgt das Gesundheitsministerium (HIX= 12,3). Zum Vergleich: die FAQ-Antworten der Landesregierungen in Deutschland erreichen einen geringeren Verständlichkeitswert (HIX= 9,2). Die Bandbreite reicht von 6,9 (Sachsen-Anhalt) bis 10,8 (Berlin).

Die österreichischen Ministerien formulieren klarer

Die Pressemitteilungen der österreichischen Bundesministerien sind laut Studie im Schnitt verständlicher (HIX= 8,4) als die Pressemitteilungen der deutschen Bundesministerien (HIX= 7,1). Am besten schneiden in Österreich das Gesundheitsministerium (HIX= 9,8) und das Justizministerium (HIX= 9,5) ab. Trotzdem gilt der Appell der Wissenschaftler auch für Österreich: Die Verständlichkeit sollte deutlich größer sein.

Die häufigsten Verstöße gegen Verständlichkeits-Regeln sind laut Untersuchung bei allen Text-Arten gleich: Fremdwörter und Fachwörter (die nicht erklärt werden), zusammengesetzte Wörter, lange „Monster- und Bandwurmsätze“. Schachtelsätze mit 40 bis 50 Wörtern seien keine Seltenheit, sagt Kerstin Keller von der Universität Hohenheim. „Dabei gilt: Ein Gedanke, ein Satz“. Ein Grundsatz, der in den FAQ-Antworten schon eher berücksichtigt wird.

Unverständlichkeit hat viele Gründe

„Unverständlichkeit hat viele Gründe“, sagt Brettschneider. „Zeitdruck, Gewöhnung an abstraktes Verwaltungsdeutsch, vor allem aber das eigene Fachwissen von Experten.“ Ihnen sei meist gar nicht bewusst, dass die Mehrheit der Bürger ihren Fachjargon nicht verstehe. Raus kommen dann Formulierungen wie „Corona Matching Fazilität“, „Retail Hack“, „respiratorische Erreger“, „Helpline“, „Recovery effort“ oder „Repatriierungen“

Dem guten Verständnis auf der Spur

Das Fachgebiet für Kommunikationswissenschaft, insbesondere Kommunikationstheorie, an der Universität Hohenheim untersucht seit 15 Jahren die formale Verständlichkeit zahlreicher Texte: Wahlprogramme, Medienberichterstattung, Kunden-Kommunikation von Unternehmen, Verwaltungs- und Regierungskommunikation, Vorstandsreden von DAX-Unternehmen.

Für diese Analysen verwenden Wissenschaftler die Verständlichkeits-Software „TextLab“. Die Software berechnet aus Text­faktoren wie Satzlängen, Wortlängen, Halbsätzen oder Einschüben den „Hohenheimer Verständlichkeitsindex“ (HIX), der die Verständlichkeit von Texten auf einer Skala von 0 (schwer verständlich) bis 20 (leicht verständlich) abbildet.

Zum Vergleich: Doktorarbeiten in Politikwissenschaft haben eine durchschnittliche Verständlichkeit von 4,3 Punkten. Hörfunk-Nachrichten kommen im Schnitt auf 16,4 Punkte, Politik-Beiträge überregionaler Zeitungen wie der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, der Welt oder der Süddeutschen Zeitung auf Werte zwischen 11 und 14.

Forscher des irischen Trinity Colleges haben für eine Studie die Kontaktverfolgungs-Apps aus Deutschland, Italien, der Schweiz, Österreich, Dänemark, Spanien, Polen, Lettland und Irland unter datenschutztechnischen Gesichtspunkten untersucht und kommen zu einem gemischten Urteil.

Hintergrund: Diese Apps bestehen aus zwei separaten Komponenten, einer "Client"-App, die von der nationalen Gesundheitsbehörde verwaltet wird, und dem Google/Apple ExposureNotification (GAEN)-Dienst, der auf Android-Geräten von Google verwaltet wird und Teil des Google Play Services ist.

Die Forscher stellen nun fest, dass sich die Client-Apps der Gesundheitsbehörden im Allgemeinen aus Sicht der Privatsphäre gut verhalten, obwohl die Privatsphäre der irischen, polnischen, dänischen und lettischen Apps verbessert werden könnte. "Im deutlichen Gegensatz dazu stellen wir fest", heißt es jedoch, "dass die Google Play Services-Komponente dieser Apps aus Datenschutzsicht äußerst beunruhigend ist."

Informationen erlauben über Umwege eine Standortverfolgung

Denn selbst in einer "datenschutzbewussten" Konfiguration kontaktiere Google Play Services die Server des Unternehmens etwa alle 20 Minuten, was möglicherweise eine genaue Standortverfolgung über die IP-Adresse ermöglicht.

Darüber hinaus teilt Google Play auch die International Mobile Station Equipment Identity (IMEI), eine eindeutige 15-stellige Seriennummer, anhand derer jedes GSM- oder UMTS-Endgerät weltweit eindeutig identifiziert werden kann, sowie die Hardware-Seriennummer, SIM-Seriennummer, Handy-Telefonnummer, die MAC-Adresse und Benutzer-E-Mail-Adresse mit Google, zusammen mit detaillierten Daten auf den die Apps auf dem Telefon laufen.

Das Maß an Aufdringlichkeit ist mit einer Empfehlung für die Nutzung unvereinbar

Diese Datensammlung wird einfach durch Aktivieren von Google Play Services aktiviert, auch wenn alle anderen Google-Dienste und -Einstellungen deaktiviert sind. Dieser Dienst ist jedoch für Benutzer von GAEN-basierten Contact-Tracing-Apps auf Android unvermeidbar.

Die Studienautoren kommen zu dem Urteil, dass "dieses Maß an Aufdringlichkeit mit einer Empfehlung für die bevölkerungsweite Nutzung unvereinbar" ist und appellieren, Datenschutz-Folgenabschätzungen nicht nur für die App-Komponente der Gesundheitsbehörde, sondern auch die dahinterliegenden Dienste auszuweiten"

Leith, Douglas J.; Farrell,Stephen: "Contact Tracing App Privacy: What Data Is SharedBy Europe’s GAEN Contact Tracing Apps", https://www.scss.tcd.ie/Doug.Leith/pubs/contact_tracing_app_traffic.pdf

Bundesregierung empfiehlt, Corona-Warn-App täglich zu starten

Wegen technischer Schwierigkeiten hat die Bundesregierung den Nutzern der Co­rona-Warn-App jüngst geraten, die Anwendung mindestens einmal am Tag zu öffnen. So könne sichergestellt werden, dass sich die Informationen aktualisieren, sagte Vize-Regie­rungssprecherin Ulrike Demmer. Man solle am besten „einmal am Tag“ – etwa jeden Morgen nach dem Zähneputzen – draufklicken, so Demmer. Bis zur endgültigen Behebung der Probleme mit der Hintergrundaktualisierung sei das „die einfachste Lösung“.

Eine in Nature erschienene Studie der Charité und des  zeigt: Einige gesunde Menschen besitzen Immunzellen, die das neuartige Coronavirus SARS-CoV-2 erkennen können. Der Grund könnte in vorhergehenden Infektionen mit landläufigen Erkältungs-Coronaviren liegen. Darauf deuten Untersuchungen an sogenannten T-Helferzellen hin – spezialisierten weißen Blutkörperchen, die für die Steuerung der Immunantwort essentiell sind.

Wie die Wissenschaftler beobachteten, verfügt etwa ein Drittel der Menschen, die noch nie mit SARS-CoV-2 in Kontakt gekommen sind, über T-Helfer-Gedächtniszellen, die das neue Virus dennoch erkennen. Für ihre Untersuchungen gewannen die Forscher Immunzellen aus dem Blut von 18 COVID-19-Erkrankten, die an der Charité zur Behandlung aufgenommen und per PCR-Test positiv auf SARS-CoV-2 getestet worden waren. Zusätzlich isolierten sie Immunzellen aus dem Blut von 68 gesunden Personen, die nachweislich noch nie mit dem neuen Coronavirus in Kontakt gekommen waren.

Jeder dritte Gesunde verfügt über vorbereitete T-Helferzellen

Diese Immunzellen stimulierten sie dann mit kleinen, künstlich hergestellten Bruchstücken des sogenannten Spike-Proteins von SARS-CoV-2. Anschließend überprüfte die Forschungsgruppe, ob die T-Helferzellen durch die Proteinfragmente aktiviert worden waren.

Das Ergebnis: Bei 15 der 18 COVID-19-Erkrankten, also 85 Prozent, reagierten die T-Helferzellen auf die Bruchstücke der Virusoberfläche. Zur Überraschung des Teams fanden sich aber auch im Blut der Gesunden reaktive T-Helferzellen: Bei 24 der 68 Getesteten (35 Prozent) gab es Gedächtniszellen, die SARS-CoV-2-Fragmente erkannten.

Dabei fiel den Wissenschaftlern auf, dass die Immunzellen der COVID-19-Erkrankten und der Gesunden auf unterschiedliche Teilstücke der Virushülle reagierten. Während die T-Helferzellen der Patienten das Spike-Protein über seine komplette Länge erkannten, wurden die T-Helferzellen der Gesunden vor allem von Abschnitten des Spike-Proteins aktiviert, die entsprechenden Abschnitten des Spike-Proteins von harmloseren Erkältungs-Coronaviren ähneln.

Folgestudie soll Effekt der kreuzreagierenden Helferzellen klären

„Das deutet darauf hin, dass die T-Helferzellen der Gesunden auf SARS-CoV-2 reagieren, weil sie sich in der Vergangenheit mit heimischen Erkältungs-Coronaviren auseinandersetzen mussten“, erklärt Co-Autorin Dr. Claudia Giesecke-Thiel. „Denn eine Eigenschaft der T-Helferzellen ist, dass sie nicht nur von einem exakt ‚passenden‘ Erreger aktiviert werden können, sondern auch von ‚ausreichend ähnlichen‘ Eindringlingen.“

Tatsächlich konnte die Gruppe nachweisen, dass die T-Helferzellen der gesunden Probanden, die auf SARS-CoV-2 reagierten, auch durch verschiedene Erkältungs-Coronaviren aktiviert wurden – und damit per Definition „kreuzreagierten“.

Die Frage, wie sich diese Kreuzreaktivität bei gesunden Testpersonen auf eine mögliche SARS-CoV-2-Infektion auswirkt, kann die aktuelle Nature-Studie nicht beantworten. „Grundsätzlich ist vorstellbar, dass kreuzreaktive T-Helferzellen eine schützende Wirkung haben, indem sie zum Beispiel dazu beitragen, dass der Körper schneller Antikörper gegen das neuartige Virus bildet“, erklärt Co-Autor Prof. Dr. Leif Erik Sander.

„In diesem Fall würden kürzlich durchgemachte Coronavirus-Erkältungen die Symptome von COVID-19 vermutlich abschwächen. Es ist jedoch auch möglich, dass eine kreuzreaktive Immunität zu einer fehlgeleiteten Immunantwort führt – mit negativen Auswirkungen auf den Verlauf von COVID-19. Eine solche Situation kennen wir zum Beispiel beim Dengue-Virus.“

Braun, J., Loyal, L., Frentsch, M. et al. SARS-CoV-2-reactive T cells in healthy donors and patients with COVID-19. Nature (2020). doi.org/10.1038/s41586-020-2598-9

Nach ihrem Verhandlungsmarathon auf dem Sondergipfel in Brüssel hatten die Mitglieder des Europäischen Rats in einem Kraftakt eine Einigung zum nächsten mehrjährigen Finanzrahmen und zum Aufbauprogramm „Next Generation EU“ (NGEU) erzielt. Gegenwind kommt jetzt vom EU-Parlament.

Auf dem Gipfel wurde bekanntlich beschlossen, dass bis Ende 2023 insgesamt 390 Milliarden Euro (statt ursprünglich 500 Milliarden Euro) als Zuschüsse und 360 Milliarden Euro (statt 250 Milliarden Euro) als Darlehen vergeben werden können.

Dem Sparstift war auch das das Programm EU4Health zum Opfer gefallen. In diesem Bereich hatte die Kommission ursprünglich 9,37 Milliarden Euro eingeplant, davon sollten 7,7 Milliarden aus dem NGEU-Topf kommen. Der Vorschlag des Rats sieht nun jedoch nur noch 1,67 Milliarden Euro im Rahmen des mehrjährigen Finanzrahmens vor. Den Beschlüssen des Sondergipfels muss das Europäische Parlament noch zustimmen, bevor sie den Mitgliedsstaaten zur Ratifizierung vorgelegt werden. 

EU-Parlament hält Kürzungen bei Gesundheitsprogrammen für "gefährlich"

Das EU-Parlament hat am 23. Juli eine Entschließung gefasst: Der jetzigen Fassung der Einigung stimme man nicht zu. Das Parlament kritisiert, dass nationale Interessen zu oft gemeinsamen Lösungen vorgezogen würden. Zudem werden die Kürzungen bei "zukunftsorientierten Programmen" im Finanzrahmen und im Aufbauprogramm bedauert. Angesichts der Pandemie hält das EU-Parlament unter anderem die geplanten Kürzungen bei Gesundheits- und Forschungsprogrammen für "gefährlich". Deshalb fordern die Abgeordneten eine gezielte Erhöhung der Mittel für das Programm "EU4Health". 

Im Vorschlag der Kommission ist vorgesehen, dass die Mittel aus dem Programm in die Prävention, die Krisenvorsorge, die Beschaffung lebenswichtiger Arzneimittel und Ausrüstungen sowie in die Verbesserung der langfristigen Gesundheitsergebnisse investiert werden.

Außerdem soll die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) sowie das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) finanziell besser ausgestattet werden. Des Weiteren soll ein Vorrat an Arzneimitteln und Medizinprodukten angelegt und eine mobile Reserve an Gesundheitspersonal ausgebildet werden.

Das Parlament betont, es sei bereit, unverzüglich konstruktive Verhandlungen mit dem Rat aufzunehmen, um den Vorschlag zu verbessern. Eine Einigung sollte nach Ansicht des Parlaments bis spätestens Ende Oktober erfolgen.

Sie heißen „Corona-Killer-Masken“ und sollen die SARS-CoV-2-Viruspartikel, die an Gesichtsmasken anhaften, inaktivieren – ein Team der University of Toronto testete die „TrioMed Active Mask“ und bestätigte, dass diese binnen Minuten 99 Prozent der Corona-Viren an der Oberfläche deaktivierte.

So funktionieren die Masken: Die speziell beschichtete Oberfläche ist mit einer stark positiven Ladung versehen – die Außenhülle des SARS-CoV-2-Virus ist negativ geladen. Bei Kontakt mit der Oberfläche bleiben die Viren hängen und ihre Zellwand wird zerstört. Dadurch wird der Krankheitserreger ausgeschaltet.

Eine Studie in The Lancet Microbe hatte gezeigt, dass das Coronavirus bis zu sieben Tagen auf der äußeren Schicht von Masken nachweisbar – und auch infektiös ist. Menschen berühren ihr Gesicht durchschnittliche 23 Mal pro Stunde, was auch die Gefahr der Virenübertragung erhöht.

Alex W H Chin et al., Stability of SARS-CoV-2 in different environmental conditions, „The Lancet“, Published: April 2, 2020, https://www.thelancet.com/pdfs/journals/lanmic/PIIS2666-5247(20)30003-3.pdf

http://Alex W H Chin et al., Stability of SARS-CoV-2 in different environmental conditions, „The Lancet“, Published: April 2, 2020, https://www.thelancet.com/pdfs/journals/lanmic/PIIS2666-5247(20)30003-3.pdf

Mit einem Sonderprogramm will Bundesforschungsministerin Anja Karliczek (CDU) die Impfstoff-Entwicklung fördern. Der unabhängige wissenschaftliche Beirat hat jetzt drei Projekte vorgeschlagen.

Die drei Vorhaben setzen auf unterschiedliche Technologien. Es handelt sich um Impfstoff-Entwicklungsprojekte der Firmen Biontech, der CureVac AG und der IDT Biologika GmbH. CureVac und Biontech erhielten als erste deutsche Firmen die Genehmigung zur klinischen Prüfung eines möglichen mRNA-basierten Impfstoffs gegen SARS-CoV-2. IDT Biologika arbeitet an vektorbasierten Impfstoffen.

Durch die mRNA-Impfstoffe wird der Körper dazu angeregt, einen kleinen Baustein des Virus 2 selbst zu produzieren. Bei den Vektorimpfstoffen wird ein harmloses Trägervirus so verändert, dass es solche Bausteine beinhaltet. In beiden Fällen wird dann das Immunsystem zur Bildung von Antikörpern und weiteren Abwehrreaktionen angeregt.

Für das Sonderprogramm werden bis zu 750 Millionen Euro zur Verfügung gestellt.

Wie wichtig verschiedene Informationsanbieter von Gesundheitsinformationen sind, untersuchte Richard Zowalla, Medizininformatiker und Doktorand der Hochschule Heilbronn (HHN) Ende 2019. Die bisherigen Ergebnisse der Studie wurden im internationalen Journal of Medical Internet Research veröffentlicht.

Mithilfe eines Web-Crawlers durchforstete er die URLs und Textinhalte von insgesamt 13,5 Millionen gesundheitsrelevanten deutschsprachigen Webseiten. Ziel war, diejenigen zu finden, die im Gesundheitsbereich die größte "Bedeutsamkeit" haben. Die Untersuchung lief von Mai 2019 bis Januar 2020. Dieser Hinweis ist wichtig, denn der Internetauftritt des Robert Koch-Instituts (RKI) war Zowallas Untersuchung zufolge schon vor Beginn der Corona-Krise Deutschlands Gesundheitswebseite Nummer 1.

Das sind die TOP 10:

  1. www.rki.de / Robert Koch Institut
  2. www.aerzteblatt.de / Deutscher Ärzte-Verlag GmbH
  3. www.charite.de / Charité Berlin
  4. www.deutsche-alzheimer.de / Deutsche Alzheimer Gesellschaft
  5. www.aerztezeitung.de / Springer Medizin Verlag GmbH
  6. www.dge.de / Deutsche Gesellschaft für Ernährung
  7. www.g-ba.de / Gemeinsamer Bundesausschuss
  8. www.bzga.de / Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung
  9. www.bundesgesundheitsministerium.de / Bundesministerium für Gesundheit
  10. www.apotheken-umschau.de / Wort & Bild Verlag

„Während der Crawler von Webseite zu Webseite springt, speichern wir nur Verlinkungen zwischen gesundheitsrelevanten Internetseiten. Auf diese Weise entsteht ein sogenannter Web-Graph, der ausschließlich gesundheitsrelevante Webseiten und deren Verlinkungen untereinander enthält“, erklärt Zowalla. „Die Wichtigkeit einer Webseite innerhalb dieses Gesundheitsweb-Graphen können wir dann beispielsweise mit Google‘s PageRank (PR) bestimmen“, ergänzt Daniel Pfeifer, einer der beiden betreuenden Professoren des Promotionsvorhabens. Das Grundprinzip von PageRank ist einfach: Je mehr Links auf eine Seite verweisen, desto höher ist das Gewicht dieser Seite, sie scheint also eine höhere Bedeutsamkeit zu haben.

Kernstück der Spezial-Software ist ein KI-System, das über maschinelles Lernen mit hoher Genauigkeit entscheiden kann, ob eine Webseite gesundheitsrelevant ist oder nicht. Hunderte Beispieltexte mit Einschätzungen von jeweiligen medizinischen Experten und Laien gingen in die Entwicklung dieses Verfahrens ein. Für das Projekt griffen die Forscher auf die Ressourcen des HHN-Rechenzentrums zurück.

Websiten öffentlicher Institutionen belegen TOP-Ränge

40 Prozent der Top 75 Webseiten stellen öffentliche Institutionen bereit. Das RKI belegt dabei in Deutschland den 1. Platz. Dieses Ergebnis bestätigt sich auch im Vergleich zwischen Deutschland, Österreich und der Schweiz: In allen drei Ländern belegen die Informationsangebote von öffentlichen Einrichtungen die höchsten Ränge. „Bemerkenswert dabei ist, dass dies nicht unbedingt die Informationsangebote sind, die ein kommerzieller Suchmaschinenanbieter einem Anwender als Top Treffer präsentiert“, erläutert Zowalla.

Das Forscherteam wertet nun in einem zweiten Schritt die erfassten Texte aus und verspricht sich Rückschlüsse darauf, ob Volkskrankheiten besonders prominent vertreten sind oder doch eher stigmatisierende oder gesellschaftlich weniger offen diskutierte Erkrankungen wie z.B. Sexualerkrankungen. Auch die Frage, ob COVID-19 schon Anfang Januar Schwerpunkt im Netz war, wird untersucht. 

Zowalla, Richard et al. "Crawling the German Health Web: Exploratory Study and Graph Analysis", Journal of Medical Internet Research, Published on 24.07.20 in Vol 22, No 7 (2020): July, doi:10.2196/17853 

Das Unternehmen Virusbedarf.de hat nach eigenen Angaben 367.000 Google-Suchanfragen innerhalb der letzten vier Monate untersucht und für die 20 größten Städte Deutschlands aufgeschlüsselt. Ergebnis: Der Suchbegriff "zweite Welle" rückt bei den Google-Nutzern mehr in den Fokus. So haben sich die Suchanfragen zu diesem Begriff im Juni 2020 im Vergleich zum Mai dieses Jahres bundesweit um rund 80 Prozent gesteigert.

Vor allem die Nürnberger suchen nach der "zweiten Welle"

Das größte Plus verzeichnet der Wert für die Stadt Nürnberg mit einem Zuwachs von 420 Prozent. Dicht dahinter folgen Duisburg und Münster mit einem Anstieg von 180 Prozent. Auch in Dresden (143 Prozent), München (108 Prozent) und Bonn (100 Prozent) hat sich das Interesse seit Mai verdoppelt. In anderen Städten sind seit Mai keine Steigerung der Suchanfragen zu verzeichnen, heißt es.

Der Analyse zufolge beschäftigen sich die Menschen jedoch deutlich weniger mit der zweiten Welle (13.070 Suchanfragen insgesamt) als mit der Maskenpflicht (356.760 Suchanfragen insgesamt).

Noch mehr Anfragen gibt es zur Maskenpflicht

Die meisten Suchanfragen zur Maskenpflicht misst die Analyse dabei anteilig in Wuppertal: Auf 1.000 Einwohner entfielen im Schnitt 35 Suchanfragen zu der Thematik auf Google - höchster Wert der Untersuchung. Auch in Stuttgart (33 Anfragen) sowie Frankfurt am Main und Bremen (jeweils 30 Anfragen) informierten sich im Vergleich zu den letzten drei Plätzen Duisburg (14 Anfragen), Bochum und Berlin (jeweils 17 Anfragen) teilweise mehr als doppelt so viele Personen über das Thema. Der Durchschnitt aller Städte liegt bei 23 Suchanfragen auf 1.000 Einwohner.

Virusbedarf.de ist ein Anbieter für Schutzausrüstung. Hinter dem Onlineshop steht das Importunternehmen ASTTC Co.

Die Ständige Impfkommission (STIKO) spricht sich in einer aktuellen Stellungnahme für Grippeimpfungen vor allem für Risikogruppen aus. Dazu gehörten Senioren und chronisch kranke Menschen. Auch Ärzte, Pflegekräfte, Schwangere und Bewohner von Pflege- und Altenheimen sollten in diesem Jahr möglichst geimpft werden. Insgesamt stehen für die kommende Influenzasaison 2020/21 bundesweit rund 25 Millionen Dosen Influenzaimpfstoff zur Verfügung.  „Obwohl dies deutlich mehr Impfstoffdosen sind als in den vergangenen Jahren, würden diese nicht für die Impfung der gesamten Bevölkerung ausreichen“, schreiben die Experten der STIKO in ihrer Stellungnahme.

Für die vollständige Umsetzung der bestehenden STIKO-Impfempfehlungen wären rund 40 Millionen Dosen Influenzaimpfstoff notwendig. „Über die für die folgenden Jahre erforderlichen Impfstoffmengen sollte bereits jetzt nachgedacht und Aktivitäten zur Sicherstellung der benötigten Impfstoffmengen sollten frühzeitig unternommen werden“, rät die Impfkommission.

Die STIKO befasst sich ausführlich mit den Auswirkungen der COVID-19-Pandemie auf alle Aspekte des Impfens. Da die Epidemiologie beider Erkrankungen hinsichtlich der Risikogruppen für schwere Krankheitsverläufe sehr deutliche Parallelen aufweist, ist die STIKO davon überzeugt, dass für die kommende Influenzasaison eine hohe Impfquote in den Risikogruppen erreicht werden muss, um neben dem individuellen Schutz auch das Gesundheitssystem zu entlasten.

Die AHA-Formel – Abstand, Hygiene, Alltagsmasken – hat in der Bevölkerung insgesamt eine hohe Akzeptanz, um die Ausbreitung von und Ansteckung mit COVID-19 zu vermeiden. Es gibt jedoch deutliche Unterschiede im Verhalten zwischen jüngeren und älteren Befragten sowie zwischen Männern und Frauen. Das ergab eine aktuelle Befragungswelle des COVID-19 Snapshot Monitorings (COSMO) der Universität Erfurt, an dem die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) beteiligt ist.

Laut der Befragung, die die BZgA jetzt veröffentlicht hat, hält sich die große Mehrheit der Teilnehmenden an die AHA-Formel: So geben 89,2 Prozent an, in der letzten Woche häufig oder immer eine Alltagsmaske benutzt zu haben, 83,8 Prozent waschen sich häufig oder immer 20 Sekunden lang die Hände und 85,5 Prozent halten häufig oder immer 1,5 Meter Abstand.

Jüngere und Männer halten sich seltener an die Regeln

Dabei gibt es deutliche Altersunterschiede: Jüngere halten sich seltener an die Regeln als Ältere. Während sich 81,4 Prozent der 18- bis 29-Jährigen an die Maskenregel halten, liegt der Anteil bei den über 65-Jährigen bei 97,0 Prozent. In der jüngeren Altersgruppe bestätigen 69,8 Prozent, häufig oder immer in der Öffentlichkeit auf einen Abstand von 1,5 Metern geachtet zu haben. Bei den über 65-Jährigen sind es 96,4 Prozent.

Weiter zeigt die Befragung, dass sich Frauen eher an die AHA-Formel halten als Männer. Geben 85,6 Prozent der Männer an, in der letzten Woche häufig oder immer eine Alltagsmaske getragen zu haben, liegt der Anteil der Frauen bei 92,7 Prozent. Auch waschen sich Frauen häufiger 20 Sekunden lang die Hände als Männer (87,4 Prozent zu 80,0 Prozent).

Warum sich manche nicht an die Regeln halten

Der Frage, warum manche Menschen sich weniger an die AHA-Regeln halten, ist die Umfrage ebenfalls nachgegangen. Als Gründe, warum nicht immer eine Alltagsmaske getragen wurde, sagten die Befragten, dass dies nicht immer notwendig war, da beispielsweise der Mindestabstand eingehalten werden konnte, man sich nicht im geschlossenen Raum aufgehalten hat oder die Luftzufuhr unter der Maske erschwert war und mit Atemproblemen einherging. Die häufigsten Gründe, warum nicht immer 20 Sekunden lang die Hände gewaschen wurden, waren Zeitmangel und Unachtsamkeit. Bezogen auf das Abstandhalten wurde am häufigsten angegeben, dass es nicht immer möglich war, den Abstand von 1,5 Metern einzuhalten.

In COSMO werden in regelmäßigen Abständen jeweils rund 1.000 Bürger repräsentativ zu ihren Wahrnehmungen, Einstellungen, ihrem Wissen und Verhalten zu COVID-19 befragt.


Das neu identifizierte Coronavirus SARS-CoV-2 verursacht die "Corona virus disease 2019" (Covid-19) und ist Auslöser der COVID-19-Pandemie.

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