Gesellschaft

Darmkrebsmonat März

Die Felix Burda Stiftung ruft gemeinsam mit dem Verein Netzwerk gegen Darmkrebs e.V. und der Stiftung Lebensblicke zum 13. Darmkrebsmonat März auf. Neu dabei: das Prominentenpaar Paul und Hildegard Breitner.

 

 

Hildegard und Paul Breitner unterstützen die Gründerin der Felix Burda Stiftung, Dr. Christa Maar ( l.), im Kampf gegen Darmkrebs Felix Burda Stiftung

Den Rahmen für den Darmkrebsmonat bildet die Werbekampagne, die seit 2012 mit prominenten Paaren "… aus Liebe zur Vorsorge!“ motivieren soll. Neu mit dabei: Paul und Hildegard Breitner. Den Schwerpunkt legt die Stiftung  in diesem Jahr auf einen Aufruf zur zweiten Koloskopie nach zehn Jahren sowie auf eine verbesserte Information zum Thema Vorbereitung auf die Untersuchung.

Anspruch auf eine zweite kostenlose Koloskopie

Mehr als zehn Jahre sind bereits seit Einführung der gesetzlichen Vorsorge-Darmspiegelung 2002 vergangen. Das bedeutet für alle Erstnutzer aus den Jahren 2002 bis 2004, dass sie Anspruch auf eine zweite kostenfreie Vorsorge-Koloskopie haben. Bis heute haben rund fünf Millionen Menschen in Deutschland diese kostenlose Präventionsleistung in Anspruch genommen. 

Männer haben dabei am meisten profitiert, da sie häufiger und früher erkranken als Frauen. Bei rund 291.200 beschwerdefreien Frauen und Männern wurde bis Ende 2012 ein fortgeschrittenes Adenom diagnostiziert. Bei weiteren rund 42.263 Teilnehmern wurde ein bislang unbemerktes kolorektales Karzinom (Darmkrebs) entdeckt. Die überwiegende Zahl dieser Patienten (rund 68 Prozent) befand sich in einem frühen Erkrankungsstadium. Damit beweist sich der hohe Nutzen der Vorsorge-Darmspiegelung für tausende von Menschen: Denn früh erkannt ist Darmkrebs in den meisten Fällen heilbar.

Gute Chance und effektive Maßnahme

„Es ist eine wunderbare Chance, dass allen Menschen in Deutschland ab 55 Jahren eine kostenfreie Darmspiegelung angeboten wird. In vielen Ländern gibt es dieses Angebot nicht“, sagt Dr. Christa Maar, Vorstand und Gründerin der Felix Burda Stiftung. „Und dass die Krankenkassen im Abstand von zehn Jahren sogar eine zweite Vorsorgekoloskopie zahlen, macht dieses Programm besonders effektiv. Ich würde mir daher wünschen, dass dieses tolle Angebot von so vielen Menschen wie möglich wahrgenommen wird.“

Dass das Angebot der Vorsorge-Darmspiegelung bekannt ist, zeigt eine Umfrage des Allensbach Instituts aus dem Jahr 2010. Danach wissen heute 88 Prozent der Bevölkerung über diese gesetzliche Leistung Bescheid. Den Schritt zur Untersuchung gehen jährlich jedoch nur rund drei Prozent der Versicherten.  Warum das so ist: Laut der Geda-Studie („Gesundheit in Deutschland aktuell“) 2010 des Robert Koch-Instituts (RKI) geben als Gründe für die Nichtteilnahme 58 Prozent der Befragten an „Weil ich keine Probleme mit dem Darm habe“ und weitere gute 30 Prozent halten es für „persönlich nicht notwendig“.

"Typisch Mann, typisch blöd"

Zwar nimmt deren Teilnahme stetig zu, trotzdem sind es oft noch die Männer, die sich nicht angesprochen fühlen und das Thema verdrängen. Fußball-Legende Paul Breitner zeigt nun als neues Werbegesicht der Kampagne „Liebe“, dass jeder und vor allem die Männer die Vorsorge für sich nutzen sollten. Breitner  weiß genau, wovon er spricht. Im Januar war er bereits bei seiner vierten Darmspiegelung. „Es ist männliches Denken, von möglichen Krankheiten nichts wissen zu wollen. Aber“, so Breitner weiter, „das ist doch `Typisch Mann, typisch blöd ´- weil wir Männer kein Gespür dafür haben, dass es auch unangenehme Themen gibt, über die man reden muss. Wir Männer müssen dahin kommen, dass wir uns nicht nur einer Darmspiegelung unterziehen, sondern auch einige andere Untersuchungen machen, die im Laufe eines Lebens wichtig sind.“

Korrekte Darmreinigung lässt oft zu wünschen übrig

Ein weiterer für die Burda-Stiftung wichtiger Aspekt für die Kommunikation in diesem Jahr ist das Thema Untersuchungsvorbereitung: Rund 25 Prozent der Patienten die zur Darmspiegelung beim Arzt erscheinen, haben ihren Darm vor der Untersuchung nicht ausreichend gut gereinigt. Die Folge: Die Darmspiegelung kann nicht sicher durchgeführt werden, Polypen werden unter Umständen nicht erkannt, oft entscheidet sich der Arzt zum Abbruch.

Die Ergebnisse der Vorsorgekoloskopie könnten insgesamt verbessert werden, wenn auch die Qualität der Vorbereitung verbessert werden würde. Die Felix Burda Stiftung empfiehlt daher allen, die eine Koloskopie in Anspruch nehmen wollen: „Halten Sie sich exakt an die Empfehlungen Ihres Arztes und des Herstellers des Abführmittels. Erst wenn Sie nur noch Flüssigkeit ausscheiden, deren Farbe der von Kamillen-Tee ähnelt, ist Ihr Darm perfekt für die Koloskopie gereinigt.“

62.420 Menschen erkranken jedes Jahr neu an Darmkrebs. Für 25.999 endete diese Erkrankung mit dem Tod - viel Leid und Schmerz, der sich durch rechtzeitige Vorsorge in den meisten Fällen verhindern ließe, heißt es in der RKI-Studie.